03.06.2011

Pokalsieger Holstein Kiel

SHFV-Pokalendspiel: VfB Lübeck - Holstein Kiel 0:3 (0:1)

Riesenjubel bei Holstein nach dem Schlusspfiff in Lübeck

Die KSV Holstein steht in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal. Auf der Lübecker Lohmühle siegten die Störche vor rund 7.000 Zuschauern hochverdient mit 3:0 (1:0). Die Treffer erzielten Christian Jürgensen per Freistoß (35.), der Lübecker Marcel Gebers mit einem Eigentor (67.) sowie Jarek Lindner in der 79. Minute nach einem Konter. Die 1.000 mitgereisten Kieler Fans feierten den Pokalsieg frenetisch. Die Auslosung der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal findet am 11. Juni live in der ARD-Sportschau statt. Zahlreiche Fotos vom SHFV-Pokalfinale 2011 finden sich im Bildarchiv online!

Erst mit einer halben Stunde Verspätung (viele Fans hatten den Weg ins Stadion noch nicht gefunden) konnte die Partie angepfiffen werden. Wer eine Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe erwartet hatte, sah sich getäuscht. Holstein wirkte in den Zweikämpfen aggressiver, Lübeck träge und pomadig. Im defensiven Mittelfeld hatten Karsten Fischer und Steve Müller keine Probleme, Lübecker Angriffe zu unterbinden. Auf Holstein-Seite überzeugten in der ersten Hälfte Benny Schüßler, Fiete Sykora und der unermüdlich arbeitende Marc Heider mit Offensivdrang. Nach fünf Torschüssen der KSV, bei denen noch die Präzision gefehlt hatte, die verdiente Führung. Foul an Schüßler 18 Meter vor dem Tor in halbrechter Position und den fälligen Freistoß zimmerte Christian Jürgensen flach zum 1:0 ins lange Eck (35.). Dort hatte der Lübecker Schlussmann René Melzer die Torwartecke aufgemacht, nachdem Fiete Sykora ein Loch in die Mauer gerissen hatte. Der Ex-Kieler Tim Siedschlag versuchte es kurz vor der Pause noch mit einem 26-Meter-Hammer, der jedoch neben dem Tor landete, dann war Halbzeit.

Ein zweites Mal versuchten die Lübecker Fans ihr Team wachzurütteln, indem sie direkt nach Wiederanpfiff zahlreiche Bengalos zündeten – nur die VfB-Spieler zündeten nicht. Nach 54 Minuten dann Aufregung im Stadion: Christian Jürgensen grätschte mit langem Bein im Strafraum hinter Duspara zum Ball – traf sowohl Ball als auch Spieler, der Schiedsrichter entschied zurecht auf weiterspielen. Nach einer knappen Stunde hätte Holsteins Steve Müller zum Helden des Finales avancieren können: Erst streichelte er einen 13-Meter-Schlenzer nach toller Kombination von Schüßler und Sykora aufs Netz, eine Minute später köpfte er aus kurzer Distanz nach einer Kopfballverlängerung vom guten Sykora an die Unterkante der Latte. Holstein zog das Tempo weiter an – mit Erfolg: Einwurf an der Mittellinie auf den gestarteten Schüßler der sich über rechts durchtankte auf den langen Pfosten flankte und Unglücksrabe Marcel Gebers den Ball ins eigene Tor grätschte (67.). Das 2:0 war mittlerweile mehr als verdient, da den Hausherren kein Mittel gegen taktisch disziplinierte Kieler einfiel. Und Holstein setzte nach: Erneut Einwurf an der Mittellinie, diesmal startete Fiete Sykora durch, legte quer auf den völlig freistehenden Jarek Lindner, der aus 14 Metern nur Keeper Melzer vor sich hatte und eiskalt zum 3:0 einschob (79.). Riesenjubel im Storchenlager, der Sieg war spätestens nach dem dritten Treffer in trockenen Tüchern.

Der VfB gab sich geschlagen –jedoch die Lübeck-Fans nicht: Unschöne Szenen nach dem Abpfiff, als gut 80 Lübecker aus dem Block den Platz stürmten und um ein Haar die Spieler erreicht hätten. In letzter Sekunde konnte die Hundertschaft der Polizei die Unbelehrbaren kurz vor der Mittellinie abfangen. Ein trauriger Höhepunkt nach einem Spiel mit einem verdienten Pokalsieger: Holstein Kiel.

Holstein-Coach Thorsten Gutzeit strahlte über das ganze Gesicht und meinte hochzufrieden: „Wir waren in den entscheidenden Zweikämpfen stabiler. Nach dem Eigentor hatten wir die zweite Luft. Über die gesamten 90 Minuten war der Sieg verdient. Das ist ein sehr positiver Saisonabschluss. Diesen Schwung wollen wir mit in die neue Saison nehmen. Und natürlich wünschen wir uns für uns und die Stadt Kiel einen attraktiven Bundesliga-Verein in der 1. DFB-Pokal-Runde.“

VfB-Coach Peter Schubert sagte enttäuscht: „Holstein hat es verstanden, sehr früh Ruhe in das Spiel zu bekommen. Wir waren immer einen Schritt zu spät. Mit dem 0:2 war das Spiel entschieden. Holstein hat uns am Ende ausgespielt.“

Mannschaft, Fans, Freunde, Sponsoren und die Redaktion der Störche-Webseite der KSV Holstein verabschieden sich nun in eine tolle Pokalnacht !!!!!!!

 

Holstein Kiel: Frech - Petersen, Steil, Jürgensen, Poggenberg - Schüßler (75. Sachs), Müller, Fischer, Lindner (86. Gutzeit) - Sykora – Heider (90. Wulff)

 

Tore: 0:1 Jürgensen (35.), 0:2 Gebers (67., Eigentor), 0:3 Lindner (79.)

 

Zuschauer: 6.768

 

Testspiel-Info: am heutigen Sonnabend um 19 Uhr tritt der frisch gebackenen Landespokalsieger Holstein Kiel beim SV Dobersdorf zum letzten Freundschaftsspiel der Saison 2010/11 an.

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