0:2 – Störche im Hitzekessel kalt erwischt

Festgerannt: So wie hier Jae Sung Lee gegen Marcel Heller erging es den Störchen über die gesamte Spielzeit.

Die KSV hat am zweiten Spieltag ihre erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Die Störche verloren am Sonntagnachmittag beim SV Darmstadt 98 vor 13.065 Zuschauern im Merck-Stadion am Böllenfalltor mit 2:0 (1:0). Die Tore für die Lilien, bei denen die beiden Ex-Kieler Patrick Herrmann und Mathias Honsak zum Einsatz kamen, erzielten Tim Skarke und Serdar Dursun.

Den Gastgebern war von Beginn an anzumerken, dass sie ihren Heimauftakt unbedingt erfolgreich gestalten wollten. Sie starteten bei Temperaturen um die 30° C feurig und sehr engagiert, indem sie die Störche direkt unter Druck setzten. Den ersten Warnschuss gab Tim Skarke nach sieben Minuten ab, Holsteins Keeper Dominik Reimann packte jedoch im Nachfassen zu. Doch nur kurze Zeit später wurden die Lilien für ihre frühe Offensive belohnt: Skarke tauchte sträflich frei vor Reimann auf und schob dem KSV-Torhüter den Ball zur Führung durch die Beine (11.). Die Kieler konnten fortan ihre Spielanteile erhöhen, während Darmstadt in der komfortablen Situation war, tief stehen und auf Konter lauern zu können. So gehörte auch der nächste Abschluss den Hessen: Der Ex-Kieler Patrick Herrmann verlagerte im Zuge eines schnellen Gegenstoßes auf die linke Seite zu Fabian Holland, dessen Flachschuss von der Strafraumkante von Reimann festgehalten wurde (24.). Die komplett in Rot gehüllten Gäste mühten sich weiterhin um Torchancen, aktiv werden musste indes weiterhin nur der eigene Torwart. So parierte Reimann nach einer halben Stunde einen satten Schuss von Serdar Dursun sicher. Der erste gefährliche Abschluss hätte dann um ein Haar für den Ausgleich gesorgt, als 98-Schlussmann Florian Stritzel einen fein gezirkelten Distanzschuss von Jae Sung Lee aus dem linken Giebel kratzte (34.), sodass es bei der knappen Darmstädter Pausenführung blieb.

Nach der Pause unterstrich die KSV ihre Ausgleichsambitionen, als der zur Halbzeit eingewechselte Phil Neumann den Ball nur knapp über den Querbalken hinwegköpfte (47.). In der Folge gelang es aber beiden Seiten nicht, sich weitere Hochkaräter zu erarbeiten – bis zur 62. Minute, als Dursun nur um Zentimeter verfehlte. Keine 60 Sekunden später tauchte der Stürmer erneut vor dem Kieler Gehäuse auf, wo er von Aleksandar Ignjovski zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dursun sicher ins linke Eck (64.). KSV-Trainer André Schubert verstärkte anschließend mit Makana Baku und David Atanga zusätzlich die Offensive. Fast mit Erfolg: Über Umwege landete eine Hereingabe bei Johannes van den Bergh, der das Leder am rechten Pfosten vorbeischlenzte (74.). Holstein läutete die Schlussoffensive ein, doch Lees Schuss aus kurzer Distanz wurde gerade noch zur Ecke geblockt (79.) und Jonas Mefferts Kopfball strich am langen Pfosten vorbei (80.). Den Schlusspunkt setzte ebenfalls Meffert, dessen Schuss in der Schlussminute wie viele, viele Flankenbälle zuvor in Stritzels Armen landete.

Darmstadt: Stritzel – Herrmann, Dumic, Höhn, Holland – Stark, Palsson, Heller (77. Egbo), Skarke (62. Honsak), Mehlem (82. Wittek) – Dursun.

Kiel: Reimann – Todorovic (46. Neumann), Schmidt (70. Minute), Wahl, van den Bergh – Ignjovski, Mühling, Meffert – Lee, Serra (70. Baku), Iyoha.

Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn) – Tore: 1:0 Skarke (11.), 2:0 Dursun (64. FE) – Zuschauer: 13065.

Stimmen zum Spiel:

Andre Schubert: Wir haben über weite Strecke im Spielaufbau gravierende Fehler gemacht, die dürfen auf diesem Niveau nicht passieren. So hat sich das Spiel schon früh in eine bestimmte Richtung gedreht. Wir hatten zwar 70 Prozent Ballbesitz, aber dafür können wir am Ende auch nichts kaufen.

Dimitrios Grammozis, SVD-Trainer: Uns war klar, dass wir auf einen spielstarken Gegner treffen. Wir wollten die Räume dicht machen, damit Kiel nicht im letzten Drittel kombinieren kann. Das ist uns gut gelungen, der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist der, dass wir unsere Konter nicht sauber ausgespielt haben.

Hauke Wahl: Wir waren vor allem im ersten Durchgang zu ungenau, sind in viele Konter gelaufen, die uns viel Kraft gekostet haben. Wir haben uns die Dinger mal wieder selbst reingeschossen.

Alex Mühling: Wir haben uns heute selbst geschlagen. Uns sind einfach zu viele Fehler unterlaufen, damit haben wir Darmstadt in die Karten gespielt. Nach dem 0:1 konnten sie sich früh hinten einigeln und immer schnell nach vorne spielen.

Fabian Wohlgemuth, Geschäftsführer Sport der KSV: Wir haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht. Es hat heute auch die Robustheit und der letzte Wille gefehlt, hier gewinnen zu wollen. Mit zwei Tempospielern haben wir am Ende noch einmal alles versucht, aber unter dem Strich geht diese Niederlage in Ordnung.

Für die KSV geht es am kommenden Sonntag weiter, wenn sie um 15.30 Uhr in der ersten Runde des DFB-Pokals beim FSV Salmrohr zu Gast ist.

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