80 Minuten in Unterzahl: KSV verliert Nordduell gegen Hannover

Die KSV um Alexander Mühling erwischte gegen Hannover einen gebrauchten Tag

Die KSV Holstein hat am Samstagnachmittag eine Heimniederlage hinnehmen müssen. Die Störche unterlagen Hannover 96 am siebten Spieltag vor 8165 Zuschauern im Holstein-Stadion mit 0:3 (0:3). KSV-Torwart Ioannis Gelios sah früh die Rote Karte, anschließend erzielten die Gäste im ersten Durchgang drei Tore.

Die Störche ergriffen von Beginn an die Initiative und erspielten sich sogleich die ersten guten Gelegenheiten: Fabian Reeses Schlenzer strich rechts am 96-Gehäuse vorbei (3.) und Phil Neumanns Kopfball aus spitzem Winkel landete am Außennetz (6.), ehe eine Szene in der zehnten Spielminute das Spielgeschehen grundlegend verändern sollte: Bei einem langen Ball kam KSV-Torwart Ioannis Gelios aus seinem Tor, schoss bei seinem Klärungsversuch Lukas Hinterseer an und stoppte den davoneilenden 96-Stürmer anschließend per Trikotzupfer, sodass Schiedsrichter Timo Gerach den Keeper wegen dessen Notbremse vom Platz stellte. KSV-Trainer Ole Werner brachte Torwart Thomas Dähne, Flügelspieler Joshua Mees musste dafür weichen. Fortan übernahmen die Gäste das Kommando. Nachdem Sebastian Kerks Flachschuss noch knapp am linken Pfosten vorbei gegangen war (14.), schlug der abgefälschte Distanzschuss von Sebastian Ernst wenig später unhaltbar für Dähne im linken Winkel ein (18.). 96 blieb dran und legte mit der nächsten Möglichkeit direkt nach, als Ernst auf Kerk querlegte, der per Schlenzer ins linke Eck traf (25.). Holstein war der Schock über den Platzverweis und den Rückstand anzumerken, dennoch versuchten sich die Hausherren aufzubäumen. Doch unmittelbar nach der Großchance von Startelfdebütant Benedikt Pichler, dessen Kopfball 96-Keeper Ron-Robert Zieler parieren konnte (33.), lag der Ball ein drittes Mal im Kieler Netz. Hannover konterte über Linton Maina, Marcel Benger rutschte im Laufduell weg und Maina schob in der Folge frei vor Dähne links unten ein (34.). Kurz vor der Pause hätte Maximilian Beier die endgültige Vorentscheidung für die nun extrem dominanten Niedersachsen herbeiführen können, setzte den Ball aus spitzem Winkel jedoch ans Außennetz (38.).

Nach dem Seitenwechsel hatte die KSV mehr Ballbesitz und zeigte sich sehr engagiert, während Hannover mehr und mehr in den Verwaltungsmodus schaltete und auf Konter lauerte. Den ersten nutzte Beier nicht zu einem weiteren Treffer, sondern scheiterte im Eins gegen Eins an Dähne (49.). Der Wille und Einsatz war den Störchen in der Folge nicht abzusprechen, sie taten sich jedoch mit der Hypothek des Drei-Tore-Rückstandes in Unterzahl schwer. Auch per ruhendem Ball kamen sie nicht zum Erfolg, weil Zieler einen stark getretenen Freistoß von Fiete Arp aus dem linken Giebel kratzte (66.). In der Schlussphase mühten sich die Kieler weiterhin, hatten bei den letzten beiden Gelegenheiten aber erneut nicht die nötige Fortune: Fin Bartels eroberte stark den Ball, nach  seinem Pressschlag mit Zieler konnte Luka Krajnc jedoch gerade noch klären (78.), und Arp vergab schließlich die letzte Chance des Spiels, als sein Flugkopfball knapp rechts am Hannoveraner Kasten vorbeistrich (85.). So stand nach einem aus KSV-Sicht gebrauchten Tag die dritte Heimniederlage der laufenden Saison zu Buche.

Statistik:

Holstein: Gelios – Neumann, Wahl, Lorenz, van den Bergh – Mühling, Benger (46. Erras), Bartels (88. Sander) – Mees (12. Dähne), Pichler (64. Arp), Reese (46. Porath). Trainer: Werner.

Hannover: Zieler – Dehm (64. Muroya), Krajnc, Börner, Hult – Ondoua, S. Ernst, Kerk (86. Muslija), Beier (80. Ochs), Maina (70. Stolze) – Hinterseer (86. Weydandt). Trainer: Zimmermann.

Schiedsrichter: Bacher (Landau) – Tore: 0:1 Ernst (18.), 0:2 Kerk (25.), 0:3 Maina (34.) – Rote Karte: Gelios (10./Notbremse) – Zuschauer: 8165.

Stimmen zum Spiel:

KSV-Geschäftsführer Sport Uwe Stöver: „All das, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir in den ersten zehn Minuten umgesetzt. Dann haben wir uns selbst dezimiert und sind unglücklich in Rückstand geraten. Es war ein Tag zum Vergessen. Wir hätten den Zuschauern natürlich gerne ein Spiel mit entsprechendem Ergebnis geboten.“

Alexander Mühling: „Auch wenn es nur zehn Minuten waren, sind wir eigentlich gut ins Spiel gekommen. Dann hat eine Aktion das Spiel in eine andere Richtung gelenkt. Danach war gefühlt fast jeder Schuss ein Tor. Mehr kann ein Spiel nicht gegen dich laufen. Manchmal ist Fußball brutal.“

Simon Lorenz: „Wir haben uns zu Beginn gute Chancen erspielt. Dann kam die Rote Karte, die ein Knick im Spiel war. Wir brauchten eine Weile, um uns zu sortieren, und haben in dieser Phase direkt das erste Gegentor kassiert. Danach direkt einen weiteren Gegentreffer zu kassieren, darf nicht passieren. Dennoch finde ich, dass es nach der Pause von der Reaktion und Mentalität her in Ordnung war. Aber über allem steht, dass es enttäuschend ist, in der Deutlichkeit zuhause zu verlieren.“

Hauke Wahl: „Es ist maximal bitter gelaufen. Zwar waren wir anfangs gut im Spiel, dennoch müssen wir die Dinge ansprechen, die wir aktuell nicht gut machen.“

Die Pressekonferenz nach #KSVH96:

Simon Lorenz zum Heimspiel gegen Hannover:

Impressionen von der Heimniederlage gegen Hannover 96:

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