90.+1: Störche holen späten Punkt gegen den HSV

Joker Joshua Mees grätscht den Ball vorbei an HSV-Keeper Sven Ulreich zum Ausgleich ins Netz. Foto: Fishing4 / Thorge Huter

Die KSV Holstein hat im Nordduell gegen den Hamburger SV ein Last-Minute-Remis geholt. Die Störche trennten sich am Montagabend vom Tabellenführer im Holstein-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit 1:1-Unentschieden. Kurz vor der Pause brachte Moritz Heyer die Gäste in Führung, die der eingewechselte Joshua Mees in der Nachspielzeit ausglich.

KSV-Trainer Ole Werner veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:1-Remis bei Erzgebirge Aue auf zwei Positionen. Johannes van den Bergh lief anstelle des rotgesperrten Phil Neumann auf und Fabian Reese begann nach abgesessener Sperre für Finn Porath.

Die Hamburger hatten in der Anfangsphase mehr vom Spiel, die erste Chance verbuchten indes die Kieler, als Alexander Mühling auf Janni Serra durchsteckte, der aus der Drehung knapp am langen Pfosten vorbeischoss, bei seinem Abschluss jedoch knapp im Abseits stand (7.). Den ersten Torschuss verbuchten die Gäste nach einer Viertelstunde eher zufällig, als Moritz Heyers scharfe Flanke zum Schuss wurde, den KSV-Keeper Ioannis Gelios festhielt. Die erste echte Gelegenheit verbuchte die KSV nach 26 Minuten, als Fin Bartels aus der Distanz abziehen konnte. Seinen satten Schuss ließ HSV-Keeper Sven Ulreich prallen, eher er vor dem heraneilenden Serra zupackte. Der HSV blieb das tonangebende Team mit mehr Ballbesitz und Spielanteilen, tat sich im Erarbeiten von Großchancen jedoch schwer. So verwunderte es nicht, dass die Führung kurz vor der Pause nach einem ruhenden Ball fiel. Jeremy Dudziak lupfte den Ball in Folge einer Ecke nochmal auf den langen Pfosten, wo Heyer aus kurzer Distanz einnicken konnte (43.).

Störche drehen nach der Pause auf

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Partie grundlegend. Die Hausherren präsentierten sich deutlich agiler und spielten nun mutiger nach vorne, wodurch sie zu guten Möglichkeiten kamen. Fin Bartels‘ Volleyabnahme aus Rücklage ging knapp am rechten Winkel vorbei (48.), Jannik Dehms Distanzschuss hielt Ulreich fest (51.) und Bartels‘ Kopfball geriet ebenfalls zu zentral (55.). Es spielte fast ausschließlich die Heimmannschaft, während die Hamburger nur selten für Entlastung sorgen konnten. Lediglich ein Kopfball von Toni Leistner in Folge einer Ecke sorgte für Gefahr, strich letztlich aber knapp am langen Pfosten vorbei (81.). Kiel musste das Risiko erhöhen, was den Gästen Raum zum Kontern bescherte. Die beste Gelegenheit hatte in Zuge dessen Khaled Narey, dessen Schuss Gelios stark zur Ecke parierte (86.). Holstein drückte und drückte – und belohnte sich in der Nachspielzeit tatsächlich noch mit dem Ausgleich: Ein langer Ball rutschte zum eingewechselten Joshua Mees durch, der die Kugel aus fünf Metern ins kurze Eck bugsierte (90.+1). Um ein Haar hätte die KSV die Partie gar noch gedreht: Mees steckte zu Serra durch, der aus spitzem Winkel Ulreich nicht im kurzen Eck überlisten konnte, sodass es beim leistungsgerechten Unentschieden blieb.

Statistik:

Kiel: Gelios – Dehm, Wahl, Thesker (88. Mees), van den Bergh – Meffert (88. Hauptmann), Mühling, Lee – Reese (72. Porath), Serra, Bartels (77. Girth). Trainer: Werner.

HSV: Ulreich – Leistner, Ambrosius, Heyer – Gyamerah (88. Hunt), Onana (64. Kinsombi), Dudziak (77. Vagnoman), Leibold, Narey, Kittel (77. Wintzheimer) – Terodde (88. Wood). Trainer: Thioune.

Schiedsrichter: Storks (Velen) – Tore: 0:1 Heyer (43.), 1:1 Mees (90.+1) – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

Ole Werner: In der ersten Halbzeit hatte der HSV deutlich mehr Ballbesitz und ein gutes Gegenpressing. Nach der Pause war es ein anderes Bild. Wir waren mehr am Ball und konnten unsere Stärken mehr einbringen, ohne aber klare Abschlüsse zu haben. Wir haben am Ende alles nach vorne geworfen und wurden für eine couragierte Leistung spät mit einem Punkt belohnt. Das Unentschieden ist das gerechte Ergebnis, mit dem wir ganz gut leben können.

HSV-Trainer Daniel Thioune: Es war ein Spiel mit vielen Facetten. Wir sind gut in die Partie gekommen und haben dem Gegner wenig Ballbesitz zugestanden, hatten aber auch kaum klare Chancen. Nach der Pause haben wir die Räume nicht mehr verteidigt bekommen und sind häufig hintergelaufen. Wir haben die Konter nicht gut zuende gespielt und haben den späten Ausgleich bekommen. Das Ergebnis ist leistungsgerecht, wenngleich es natürlich ärgerlich ist, dass wir die letzten beiden Minuten nicht auch noch überstanden haben.

Fabian Reese: Wir haben in der ersten Halbzeit zu passiv verteidigt, haben uns zu weit hinten reindrängen lassen und mussten deshalb viel ohne Ball laufen. In Halbzeit zwei haben wir mit mehr Mut gespielt und konnten den HSV hinten reinpressen. Sie konnten sich keine klaren Chancen mehr erspielen und wir haben uns einen verdienten Punkt, am Ende hätten es fast noch drei sein können, gesichert. Für die Moral war das sicher sehr wichtig.

KSV-Sportchef Uwe Stöver: In der ersten Halbzeit haben wir es nahezu über die kompletten 45 Minuten, mit Ausnahme des Gegentors, gegen den Ball sehr gut gemacht, was das taktische Verhalten und das unterbinden des gegnerischen Spiels betrifft. Mit dem Ball hatten wir allerdings zu wenig Mut und Überzeugung. In der zweiten Halbzeit haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Viel Ballbesitz, den Ball gut zirkulieren lassen und vieles bis zum Strafraum gut vorgetragen. Aufgrund einer engagierten zweiten Halbzeit geht der Punktgewinn auch absolut in Ordnung.

Alexander Mühling: Wir haben heute zwei gespiegelte Halbzeiten gesehen: in der ersten Halbzeit mit kleinen Vorteilen und Spielanteilen für den HSV und hinten heraus durch eine Chance ein Tor – und in der zweiten Halbzeit war das genau umgekehrt. Von daher geht der Punkt absolut in Ordnung. Das ist absolut leistungsgerecht. Wir können mit dem Saisonstart zufrieden sein und natürlich freut es uns auch sehr, dass wir erneut keine Niederlage gegen den HSV eingefahren haben.

Joshua Mees: Das war ein super Gefühl. In den letzten Wochen konnten wir uns ein Selbstverständnis aufbauen, dass wir, selbst wenn es in den ersten 90 Minuten nicht geklappt hat, auch am Schluss noch die Bude machen können. Wir haben die zweite Hälfte auf unsere Seite gezogen und es macht einfach Spaß, mit den Jungs zu kicken und wir hoffen, dass wir so weiter machen können. Jetzt kommt die Länderspielpause und wenn man davor ein Last-Minute-Tor gegen den Tabellenführer macht, geht man mit einem sehr guten Gefühl in die Pause. Das ist natürlich besser, als wenn man zuvor eine Niederlage kassiert. Das Unentschieden ist gerecht.

Die Pressekonferenz nach #KSVHSV:

Kurzinterview mit Joshua Mees

Bildergalerie zu Holstein Kiel – Hamburger SV

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