FC St. Pauli: Kult-Klub vom Kiez in sechs Fakten

Michael Lorkowski ist nur einer der Unvergessenen, der für Holstein Kiel und den FC St. Pauli gearbeitet hat.

Gründungsgeschichte: Der FC St. Pauli war bis ins Jahr 1924 die Fußballabteilung (Spiel- und Sportabteilung) des Hamburg-St. Pauli Turnvereins 1862. Offiziell gegründet wurde der FC St. Pauli am 15. Mai 1910, aber erst 1924 im Zuge der Trennung zwischen Turn- und Sportverein als selbständiger Klub in das Vereinsregister eingetragen. Lange vor der Gründung der Spiel-Abteilung des Hamburg-St. Pauli TV wurde „auf“ St. Pauli bereits Fußball gespielt. Die Vereinsfarben sind Braun und Weiß. Die Mitgliederzahl liegt heute bei rund 27.000.

Die Freibeuter: Freibeuter der Liga, Kultverein, FC Alternativ oder einfach nur „der etwas andere Fußballklub“ – viele Namen stehen für den FC St. Pauli und machen eines klar: „Anders sein“ ist Programm bei den Braun-Weißen vom Kiez und die Abgrenzung von anderen Profivereinen gehört zum Selbstverständnis des Stadtteilklubs. Die Revolution begann Anfang der 80er Jahre. In den alternativen Stadtvierteln des Bezirks Altona wächst die Punk-Generation heran, in den maroden Häusern am Hafenrand etabliert sich eine Hausbesetzer-Szene und im damaligen Wilhelm-Koch-Stadion wehten plötzlich Totenkopf-Fahnen.

Erfolge: Von 1947 bis 1963 spielte St. Pauli durchgängig in der erstklassigen Oberliga Nord und erreichte viermal (1948, 1949, 1959 und 1951) die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft). Nach Einführung der Bundesliga 1963 absolvierte St. Pauli bei vier Aufstiegen insgesamt acht Spielzeiten in der Erstklassigkeit (1977/78, 1988–91, 1995–97, 2001/02, 2010/11). Der FC St. Pauli rangiert in der Ewigen Bundesliga-Tabelle auf Rang 32. In der Ewigen Zweitliga-Tabelle belegen die St. Paulianer hinter Fürth und Aachen immerhin Platz drei. Den höchsten Sieg feierte St. Pauli am 21. Dezember 1974 im Heimspiel der 2. Liga Nord gegen den VfL Wolfsburg (10:2). Die höchste Niederlage musste man am 7. Mai 2011 daheim gegen den FC Bayern München (1:8) hinnehmen. Doch es gab auch Siege gegen die großen Bayern. Der 2:1-Sieg am 6. Februar 2002 gegen den Weltpokalsieger war sicherlich eines der am häufigsten genannten Spieler der Vereinsgeschichte.

Der ewige Rivale: In der ersten gemeinsamen Zweitliga-Saison 2018/19 hatte der HSV (0:0 im Volkspark und 4:0 am Millerntor) die Nase vorne. Doch am 16. September schlug der FC St. Pauli zurück, wies den Lokalrivalen am Kiez mit 2:0 in die Schranken. Das Rückspiel im Volkspark ist für den 22. Februar terminiert worden.

Störche und Paulianer: Alle Spieler, Trainer und Funktionäre aufzuzählen, die in ihrer Laufbahn sowohl am Millerntor als auch im Storchennest tätig waren, würde zu weit führen. Aber einige sollen an dieser Stelle genannt werden. Natürlich erinnert man sich an Trainer Michael Lorkowski, der St. Pauli 1984 in die 2. Bundesliga zurückführte und von 1986–1988 sowie 1999/2000 bei Holstein auf der Trainerbank saß. Oder auch Stürmer Carsten Nemitz, der 1984 mit Lorkowski aufstieg und von 1986 bis 1990 im Sturm der Störche gesetzt war (72 Ligatreffer in 125 Spielen). Aber auch Pauli-Legende Fabian Boll, der von 2002 bis 2014 über 300 Pflichtspiele für die Hamburger absolvierte und seit Sommer 2019 als Trainerassistent bei Holstein tätig ist. Andreas Bornemann, von 2010 bis 2014 Sportchef in Kiel, ist seit dem 1. Juli 2019 Geschäftsführer Sport am Kiez und folgte damit auf St. Pauli dem inzwischen erneut in Kiel inthronisierten Geschäftsführer Sport Uwe Stöver. Und natürlich auch der am 26. November im Alter von 73 Jahren in Hamburg leider verstorbene Uli Schulz, der in seinen 85 Ligaspielen von 1968 bis 1971 stolze 34 Mal für Holstein ins Schwarze traf. Mit 20 Treffern wurde er 1971 sogar Torschützenkönig der damals zweitklassigen Regionalliga Nord. Von 1971 bis 1974 spielte Schulz dann für den FC St. Pauli.

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