Serra: Der Turm in der Störche-Offensive

Holsteins Mittelstürmer erzielte bisher in 59 Zweitligaspielen 20 Tore für die KSV

Auszug aus dem Holstein Magazin: Zur Saison 2018/19 wechselte Janni Serra vom VfL Bochum zur KSV Holstein. Nachdem der gebürtige Hannoveraner dreieinhalb Jahre in der Jugend sowie anschließend in der U23 von Borussia Dortmund gespielt hatte, wechselte er innerhalb des Ruhrgebiets zum VfL, für den er von Januar bis Juni 2018 seine ersten zwölf Zweitliga-Spiele absolvierte. Nach seinem Wechsel an die Förde wurde Bochum Serras Lieblingsgegner. Jedes Mal, wenn der 22-Jährige gegen seinen Ex-Klub auflief, trug er sich auch in die Torschützenliste ein: Im September 2018 erzielte der 1,93 Meter große Stürmer in der Nachspielzeit seinen ersten Pflichtspieltreffer im KSV-Trikot zum 2:2-Endstand, im Februar 2019 traf er beim 3:1-Auswärtssieg zum zwischenzeitlichen 2:0 und im Oktober 2019 erzielte er zuhause im Holstein-Stadion den 2:1-Siegtreffer. Als die Störche in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit Ende Mai dieses Jahres die erste Niederlage gegen die Bochumer in der zweiten Liga hinnehmen mussten (1:2), fehlte der Linksfuß aufgrund einer Oberschenkelverletzung. Oder anders formuliert: Wenn Serra gegen den VfL auf dem Feld stand, erzielte er stets einen Treffer – nur beim letzten Aufeinandertreffen am 4. Dezember ging Janni leer aus, freute sich aber ebenso sehr über die drei Zähler gegen den VfL. Janni Serra stand dem Holstein-Magazin Rede und Antwort – und berichtete unter anderem über Urlaub in Frankreich, Länderspiele in Israel und ehemalige Ferienjobs in der Heimat.

J wie Jugend: Ich bin in Bredenbeck bei Hannover groß geworden. Mit 16 bin ich von Hannover 96 in die Jugend von Borussia Dortmund gewechselt. Das war eine spannende Zeit: Ich war das erste Mal in meinem Leben weg von zuhause und habe mit zwölf Jungs im Internat gewohnt. Das hat echt Spaß gemacht und es haben sich zu der Zeit viele Freundschaften entwickelt. Neben Dominik Reimann sind zu der Zeit auch Jacob Bruun Larsen, Pascal Stenzel oder Etienne Amenyido dort gewesen. Anschließend habe ich in der U23 des BVB gespielt und bin von dort aus nach Bochum gewechselt. Der VfL war also quasi meine erste Profi-Station.

A wie Atlantik: In meiner Kindheit bin ich im Sommer öfter mit meinen Eltern und meinen beiden Brüdern in Frankreich gewesen. Wir haben die Fahrräder mitgenommen und sind an die Atlantikküste nach Soustons-Plage gefahren, südlich von Bordeaux. Ich habe es damals geliebt, ins Meer zu gehen. Ich möchte dort eines Tages auf jeden Fall wieder hin, weil es ein schönes Urlaubs­ziel ist.

N wie NBA: Ich bin ein großer Basketball-Fan, insbesondere von LeBron James, weshalb ich auch die Nummer 23 trage. Soweit es mir möglich ist, schaue ich möglichst viele Spiele und habe dementsprechend auch einen NBA League Pass. Nach wichtigen Spielen geht morgens mein erster Blick aufs Handy, um zu schauen, wie die Partien ausgegangen sind. Auch die Spiele mit deutscher Beteiligung, wie zum Beispiel mit Dennis Schröder, verfolge ich. Der Sport ist einfach super. Ich spiele auch selbst gerne Basketball, komme aber leider viel zu selten Zeit dazu. Ein großes Ziel von mir ist es auch, ein Spiel in den USA live zu sehen. Es muss einfach eine geile Atmosphäre sein, ein Spiel der Los Angeles Lakers im Staples Center zu sehen oder auch in New York im Madison Square Garden einmal live dabei zu sein. In Deutschland war ich bisher lediglich bei Phönix Hagen. Ich interessiere mich für Basketball, seitdem ich im Alter von 13 Jahren Spiele von Kobe Bryant, Kevin Garnett und Dirk Nowitzki gesehen habe.

N wie Nudeln: Seit der Corona-Pandemie koche ich deutlich häufiger und habe insbesondere Pasta für mich entdeckt. Es sind so viele Variationen möglich. Nach dem letzten Spiel habe ich mir zum Beispiel Nudeln mit Sahne-Sauce, Scampi und Trüffelpaste gegönnt. Nudeln sind generell einfach praktisch, weil sie fix gehen und meistens gut schmecken.

I wie Israel: Ich habe schon einmal mit der U21-Nationalmannschaft in Israel gespielt. Wir waren zuerst in Baku in Aserbaidschan und sind von dort nach Tel Aviv gereist. Unser Hotel war in Jaffa. Mir hat es dort sehr gut gefallen, weil es dort angenehm warm war, die Menschen draußen waren und die Stadt einen Strand hat, an dem es viele Sportmöglichkeiten gab. Auch wenn ich letztlich nicht im Kader war, denke ich gerne an diese Erfahrung zurück, zumal das Essen dort sehr lecker war und ich viel Hummus und Salat gegessen habe (lacht). Da wir am Ende auch noch das Spiel gewonnen haben, war es eine rundum gelungene Reise.

S wie Serra: Ich werde oft gefragt, ob ich italienische oder spanische Vorfahren habe. Ich weiß nur, dass der Name ursprünglich aus dem Sardischen kommt. Meine Eltern wurden beide in Deutschland geboren, aber irgendein Vorfahre scheint aus Sardinien zu stammen. Ich habe folglich allerdings keinen besonderen Bezug zu Italien.

E wie Erholung: Ich lege viel Wert auf Erholung und habe in den letzten Jahren festgestellt, dass es sehr wichtig ist, seinen Körper zu regenerieren und zu pflegen. Dementsprechend gehe ich gerne in die Sauna und bin auch öfter im Mare in Schönkirchen. Mir ist es wichtig, regelmäßig zu entspannen. Ich bin außerdem ein Mensch, der auch gut für sich alleine sein kann. Das macht mir nichts aus.

R wie Rap: Wenn wir im Kraftraum trainieren, läuft vornehmlich Rap, gerade wenn Phil Neumann die Kontrolle über die Musik hat. Ich schaue gerne Rap am Mittwoch. Ich finde es bewundernswert, wie spontan und schlagfertig die Rapper dort beim Freestyle sind. Man braucht schon Mut, um sich auf solch eine Bühne zu stellen. Interessant finde ich auch neue Formate wie das von Ssynic, der Battles analysiert.

R wie Reha: 2016 bin ich insgesamt vier Mal operiert worden, nachdem ich mir beim Spiel in der U19-Nationalmannschaft gegen die Niederlande einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Es war das letzte Spiel der Saison vor der Sommerpause. Nach der Verletzung lag ich wegen eines komplizierten Heilungsverlaufes fast einen ganzen Monat im Krankenhaus. Die Zeit in der Reha war sehr lehrreich. Ich habe sehr viel über meinen Körper erfahren und mich bewusster mit diesem Thema auseinandergesetzt. Mir ist bewusst geworden, dass man auf seinen Körper aufpassen, ihn pflegen und immer wieder in sich reinhorchen muss.

A wie Arbeit: Mein erstes eigenes Geld habe ich mit 14 Jahren mit einem Ferienjob verdient. Ich habe im Baumarkt gearbeitet und dort zum Beispiel Holz sortiert und Zäune gestrichen. Nachdem ich meinen Lohn bekommen hatte, bin ich direkt zu McDonalds gefahren (lacht).

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