Es hat nicht gereicht: KSV verpasst den Aufstieg

Jonas Meffert im Duell mit dem zweifachen Torschützen Sebastian Andersson

Die große Überraschung ist ausgeblieben: Die KSV hat am Samstagabend den Aufstieg in die erste Bundesliga verpasst. Nach dem 1:0-Hinspielsieg verloren die Störche das Rückspiel der Relegation gegen den 1. FC Köln vor 2334 Zuschauern im heimischen Holstein-Stadion mit 1:5 (1:4).

KSV-Coach Ole Werner nahm im Vergleich zum 1:0-Hinspielsieg vier Veränderungen in der Startformation vor: Marco Komenda rückte für den gelbgesperrten Johannes van den Bergh von der Innen- auf die Außenverteidigerposition, dafür begann Simon Lorenz neben Abwehrchef Hauke Wahl. Im Mittelfeld kehrten die im Hinspiel gesperrten Alexander Mühling und Jonas Meffert zurück in die Anfangsformation und ersetzten Aleksandar Ignjovski und Niklas Hauptmann. In der Offensive startete Fabian Reese für den wegen einer Zerrung der Oberschenkelmuskulatur fehlenden Janni Serra.

Die Partie begann mit einer aberwitzigen Anfangsphase. Holstein erhielt direkt die kalte Dusche, als Jonas Hector eine Hereingabe unhaltbar für KSV-Torhüter Ioannis Gelios ins rechte obere Eck köpfte (3.). Die Störche antworteten mit einem wütenden Gegenangriff, der nur eine Minute später ebenfalls den Weg ins Netz fand: Fabian Reese legte den Ball an den Elfmeterpunkt zurück, von wo Finn Porath abschloss. FC-Keeper Timo Horn parierte stark, den Abpraller köpfte Jae-Sung Lee jedoch ins leere Tor. Doch auch der „Effzeh“ zeigte sich unbeeindruckt und kam seinerseits zurück: Sebastian Andersson kam nach einer Flanke zum Kopfball und brachte diesen gegen die Laufrichtung von Gelios im linken Eck unter (6.).  Wiederum suchten die Gastgeber ihr Heil in der Offensive, doch Alexander Mühling verzog aus 14 Metern haarscharf (7.). Die KSV wirkte anschließend dann aber doch geschockt vom abermaligen Rückstand – und kassierte wenig später erneut nach einer hohen Hereingabe ein Gegentor. Nach einer Ecke war es wieder Andersson, der am höchsten stieg. Gelios konnte den Kopfball parieren, ehe das Leder von Reeses Hüfte ins eigene Gehäuse prallte (13.). Danach beruhigte sich die Partie etwas. Kiel war bemüht, den Anschlusstreffer zu erzielen, während die Rheinländer tief standen und auf Konter lauerten – und sich dabei weiterhin maximal effektiv präsentierten, als der Ex-Storch Rafael Czichos einen Klärungsversuch der KSV-Abwehr von der Strafraumkante volley unter die Latte knallte (39.). Die Störche gaben nicht auf und verkürzten kurz vor der Pause fast noch, doch Lee konnte eine Mühling-Flanke frei vor dem FC-Kasten nicht kontrollieren (39.).

Das Wunder nach dem Seitenwechsel bleibt aus

Zur zweiten Hälfte waren die Vorzeichen klar: Holstein musste das Wunder vollbringen, drei Tore zu schießen, während Köln tief stehen und verwalten konnte. Die erste Gelegenheit köpfte Benjamin Girth aus vollem Lauf über das Tor hinweg (50.), ehe Gelios auf der anderen Seite die endgültige Entscheidung verhinderte, als er den Schuss von Florian Kainz und auch den Nachschuss von Ondrej Duda überragend hielt (52.). Fortan waren es die Gäste, die dem nächsten Treffer näher waren. Kainz‘ Schlenzer strich knapp am rechten Pfosten vorbei (56.) und Anderssons Schuss lenkte Gelios reaktionsschnell gegen die Latte (61.). Holstein wehrte sich nach Kräften und kam anschließend selbst wieder zu Gelegenheiten: Joshua Mees‘ Heber verfehlte den rechten Winkel um Zentimeter (65.) und Phil Neumanns  Kopfball strich nach einer Ecke rechts vorbei (70.). Mit zunehmender Spieldauer lief der KSV die Zeit davon, auch Glaube und Kräfte schwanden zusehends. So kam Köln zu weiteren Möglichkeiten: Max Meyers Schuss fischte Gelios aus dem rechten Eck (77.) und blieb auch im Eins gegen Eins gegen den ehemaligen Kieler Dominick Drexler Sieger (80.). Nach einem Konter zerstörte Ellyes Skhriri dann mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck die letzten Kieler Aufstiegsträume (84.). Gelios wehrte noch einen Schuss des eingewechselten Ismail Jakobs ab (88.), dann beendete Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie. Köln bleibt somit Erstligist.

Statistik:

KSV: Gelios – Neumann, Wahl, Lorenz (46. Mees), Komenda (63. Kirkeskov) – Porath (46. Girth), Meffert, Mühling – Bartels, Lee, Reese (80. Awuku). Trainer: Werner.

Köln: T. Horn – Ehizibue, Bornauw (46. Mere), Czichos, J. Horn (46. Jakobs) – Skhiri, Hector, M. Wolf (72. Thielmann), Duda (63. Meyer), Kainz – Andersson (76. Drexler). Trainer: Funkel.

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach) – Tore: 0:1 Hector (3.), 1:1 Lee (4.), 1:2 Andersson (6.), 1:3 Andersson (13.), 1:4 Czichos (39.), 1:5 Skhiri (84.) – Zuschauer: 2334.

Stimmen zum Spiel:

KSV-Geschäftsführer Sport Uwe Stöver: „Wir haben kein gutes Spiel geliefert. Der Gegner war uns in nahezu allen Belangen überlegen. Das muss man anerkennen, auch wenn es bitter ist und wehtut. Wir waren oft nicht präsent genug in den Zweikämpfen und haben defensiv kein gutes Spiel gemacht.“

Alexander Mühling: „Wir wollten Ruhe ins Spiel bringen, anstatt dass es eine wilde Partie wird. Das ist uns leider nicht gelungen. Wir haben zu viele Gegentore kassiert. Damit es zum Aufstieg reicht, hätten wir eine gute Verfassung zum Ende der Saison gebraucht. Die hatten wir leider nicht. Ich bin einfach nur traurig, dass wir uns nicht für eine tolle Saison belohnt haben.“

Jonas Meffert: „Wir haben verdient verloren. Köln war deutlich besser als wir. Wir haben trotzdem gekämpft. Man kann niemandem einen Vorwurf machen. Natürlich merkt man, dass wir vier Wochen in Quarantäne waren, aber wir wollen uns nicht als Opfer darstellen. Wir haben das Beste daraus gemacht.“

Fin Bartels: „Es war zu Beginn zu wild. Wir sind früh einem Rückstand hinterhergelaufen, sodass es dann fast unmöglich war, noch einmal zurückzukommen. Wir haben in Köln dagegenhalten. Das hatten wir uns für heute auch vorgenommen. Wir haben alles gegeben, es hat aber am Ende leider nicht gereicht.“

Die Pressekonferenz nach #KSVKOE:

Impressionen vom Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Köln:

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