Gegnercheck: SV Sandhausen

David Kinsombi damals noch im Trikot der KSV. Seit dieser Saison spielt Kinsombi für den SVS.

„Dann wirst du verrückt“, hielt sich Sandhausens Trainer Alois Schwartz mit kritischen Worten nicht zurück. Seine Mannschaft kassierte am vergangenen Wochenende eine bittere Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Wie schon in der Vorwoche beim Karlsruher SC gaben die Kurpfälzer erneut in den Schlussminuten ein Spiel aus der Hand. Noch bitterer, bereits im November 2021 unterlag der SVS dem Club durch einen Treffer in der 93. Spielminute. Bashkim Ajdini, der Sandhausen mit einem Traumtor in Führung gebracht hatte meinte genervt: „Da müssen wir abgezockter sein“. Möglichst schon am Sonntag im Kieler Holstein-Stadion. Andernfalls droht ein weiteres Abrutschen in Richtung Gefahrenzone der Liga.

Dass dem SVS genau das nicht passiert, dafür sollen auch die Brüder Kinsombi sorgen, die seit Sommer gemeinsam das schwarz-weiße Trikot tragen. Mit David wechselte nicht nur der ältere Bruder von Christian an den Hardtwald, sondern auch einer der Kieler, der 2018 mit den Störchen in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg scheiterte. Ein Jahr später war David Kinsombi dann für 3 Mio. Euro zum Hamburger SV gewechselt. Und nun der Wechsel in den Südwesten. „David ist genau der Spieler, den wir für unsere Zentrale gesucht haben“, meinte Sandhausens Sportchef Mikayil Kabaca nach dem Transfer-Coup. Die beiden Kinsombis sollen mithelfen, dass der SV seine Erfolgsstory in der 2. Bundesliga weiter fortsetzen kann.

Schon seit 2012 spielt Sandhausen im Bundesliga-Unterhaus. Inzwischen absolviert der SV seine elfte Zweitliga-Saison und rangiert in der Ewigen Tabelle der 2. Bundesliga auf dem 48. Rang, nur vier Punkte und einen Platz hinter den Kieler Störchen. Die Begegnung am Sonntag ist das 13. Aufeinandertreffen beider Mannschaften, zweimal davon in der 3. Liga. Das allererste Duell endete am 24. Oktober 2009 im Holstein-Stadion mit 0:0. Und die Bilanz der direkten Duelle ist bislang ausgeglichen. Den jeweils drei Siegen stehen sechs Unentschieden gegenüber. Aus Kieler Sicht unvergessen. Gegen Sandhausen erzielte Steven Lewerenz das erste Kieler Tor nach dem Zweitliga-Wiederaufstieg 2017 (Endstand 2:2).

Eingegangen in die Fußball-Geschichte ist der SV Sandhausen übrigens schon am 27. August 1995. An jenem Tag besiegten die Kurpfälzer, die damals noch in der drittklassigen Regionalliga kickten, den Bundesligisten VfB Stuttgart in der ersten Runde des DFB-Pokals im Elfmeterschießen mit 13:12 – das torreichste Ergebnis in der Geschichte des Wettbewerbs.

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