Glücklose Störche verlieren bei Hannover 96

Benedikt Pichler ist nach Abpfiff enttäuscht über die 0:2-Auswärtsniederlage

Die KSV hat am Freitagabend eine Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Bei Hannover 96 verloren die Störche vor 9200 Zuschauern in der HDI Arena mit 0:2 (0:0). Trotz guter Möglichkeiten geriet Holstein durch Sebastian Kerk in Rückstand, wenig später legte Niklas Hult zum Endstand nach.

Vor Anpfiff gab es eine Schweigeminute, in der all den Menschen in der Ukraine gedacht wurde, die vom Krieg, den Russland gegen sie führt, betroffen sind. Anschließend begannen die Störche auf dem Platz direkt sehr engagiert und kamen prompt zur ersten Gelegenheit, als 96-Keeper Ron-Robert Zieler den satten Distanzschuss von Fabian Reese nach nur wenigen Sekunden mit beiden Fäusten abwehrte (1.). Holstein legte auch danach in der Anfangsphase ein hohes Tempo an den Tag und erspielte sich weitere Gelegenheiten, doch Kwasi Wriedts Direktabnahme bei dessen Startelfdebüt geriet zu hoch (5.) und Benedikt Pichlers Drehschuss wischte Zieler mit einer Hand noch um den Pfosten (16.). Eine Minute später setzte Reese eine Direktabnahme über die Latte hinweg. Die Störche gingen weiterhin auf die Führung, Wriedts Heber verfehlte das lange Eck aber knapp (33.). Im Gegenzug wäre Hannover plötzlich fast in Front gegangen, als Thomas Dähne zunächst stark gegen Sebastian Stolze parierte, ehe Phil Neumann gleich zwei Mal für seinen geschlagenen Keeper gegen Sebastian Kerk und Maximilian Beier blockte (35.). Nach dieser Triple-Chance ging es vor der Pause noch einmal hin und her: Kerk konnte Dähne per Freistoß-Aufsetzer im kurzen Eck nicht überlisten (37.), auf der anderen Seite zielte Finn Porath zu hoch (41.), Wriedt verpasste Reeses Schuss nur knapp (42.) und Philipp Sander scheiterte freistehend per Flugkopfball an Zieler (45.). Trotz des Kieler Chancenplus ging es somit torlos in die Kabinen.

Auch die Anfangsphase des zweiten Durchgangs gehörte der KSV, als Julian Korb aus wenigen Metern Mühlings Flanke per Volleyabnahme über den Querbalken hinwegdrosch (47.). Doch auch Hannover blieb gefährlich, als Cedric Teuchert den Ball eroberte, unter Bedrängnis aber knapp verzog (51.). Holstein mühte sich auch im weiteren Verlauf, doch Pichler tauchte knapp unter einer scharfen Mühling-Flanke hindurch (62.). Stattdessen kam 96 zum ersten Tor des Tages, als Kerk aus kurzer Distanz abziehen konnte und Neumann den Schuss noch entscheidend über den machtlosen Dähne hinweg ins eigene Netz abfälschte (66.). Holstein zeigte sich nicht geschockt vom Rückstand, sondern spielte weiterhin mutig nach vorne. Allein die Fortune fehlte, sodass Pichlers Kopfball am langen Pfosten vorbeisegelte (69.) und Stefan Thesker nach einer Ecke aus spitzem Winkel Zieler nicht überwinden konnte (70.). Dann kam es noch dicker für die KSV, als Hult aus kurzer Distanz Mark Diemers‘ Schuss ins Tor ablenkte (72.). Der Treffer zählte, weil Mühling nach vorherigem Klärungsversuch das Abseits aufhob. In der Schlussphase rannten die Störche nochmals an, kamen aber zu keinen weiteren Hochkarätern. Weil die Hausherren die sich bietenden Konterchancen nicht ausnutzten, blieb es bei Holsteins 0:2-Auswärtsniederlage.

Statistik:

Hannover: Zieler – Dehm, Franke, Börner – Stolze (61. Maina), Kaiser (77. Muroya), Diemers, Hult (77. Ondoua), Kerk (85. Kranj) – Teuchert (61. Hinterseer), Beier – Trainer: Dabrowski.

Holstein: Dähne – Neumann, Thesker, Komenda (67. Lorenz) – Korb, Mühling, Sander (77. Arslan), Porath (59. Holtby), Reese (77. Mees) – Wriedt (59. Arp), Pichler – Trainer: Rapp.

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen) – Tore: 1:0 Kerk (66.), 2:0 Hult (72.)– Zuschauer: 9200.

Stimmen zum Spiel:

Julian Korb: „Wir wollten hier heute unbedingt gewinnen. Wir sind gut reingekommen, haben wenig zugelassen, immer wieder nach vorne angetrieben und mehrere Chancen gehabt. Wir sind auf die Führung gegangen, haben unsere Gelegenheiten aber leider nicht genutzt. Es war ein Spiel, in dem derjenige, der das erste Tor macht, das Spiel auf seine Seite ziehen kann. Demzufolge ärgern wir uns sehr darüber. Wir haben bis zum Schluss alles versucht. Jetzt heißt es: Aufstehen, eine gute Trainingswoche hinlegen und am kommenden Freitag versuchen, die Punkte in Kiel zu behalten.“

Ahmet Arslan: „Wenn man sich ein Comeback ausmalen darf, dann natürlich lieber mit einem Sieg. Aber es waren viele Monate Leidenszeit und ein harter Weg, auf dem ich nicht aufgegeben und mich wieder rangekämpft habe. Darüber, dass ich heute gespielt habe, bin ich froh, aber nichts ersetzt Siege. Von daher ist die Freude sehr eingegrenzt. Das Spiel hätte auch anders verlaufen können. Wir werden unsere Fehler jetzt analysieren.“

Die Pressekonferenz nach #H96KSV:

Thomas Dähne zum Auswärtsspiel in Hannover:

Das Spiel in Bildern:

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