Im Gegnercheck: 1. FC Magdeburg

In den 1970er Jahren wurde der Oberliga-Fußball der DDR in erster Linie von den Mannschaften des 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden geprägt. Diese Erfolge hat der FCM seinem Trainer Heinz Krügel zu verdanken, unter dessen Regie der FCM zwischen 1969 und 1974 neun DDR-Nationalspieler hervorbrachte, von denen vier im Aufgebot für die WM 1974 standen. Die sportlich erfolgreichsten Jahre des Magdeburger Fußballs begannen 1972, als der FCM mit der bis zu diesem Zeitpunkt jüngsten Meistermannschaft, das Durchschnittsalter betrug 22,5 Jahre, zum ersten Mal den DDR-Meister-Titel errang.

Im Sommer 2022 konnte der ruhmreiche FCM den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga feiern. Der wohl größte Sohn der Vereinsgeschichte, Joachim Streich, durfte diesen Erfolg leider nicht mehr miterleben. Die DDR-Fußball-Legende verstarb am 16. April 2022. Streich stellte in seiner Karriere Rekorde für die Ewigkeit auf. Er wurde zweimal zum DDR-Fußballer des Jahres ernannt (1979 und 1983), feierte allein mit dem 1. FC Magdeburg drei FDGB-Pokalsiege. Zudem ist und bleibt der Stürmer mit 229 Toren Oberliga-Rekordtorschütze, mit 98 A-Länderspielen Rekordnationalspieler und mit 53 Treffern A-Länderspiel-Rekordschütze. Nicht ohne Grund nannte man ihn den „Gerd Müller des Ostens“.

Streichs Erben versuchen nun, die Club-Legende am Leben zu halten. Der 1. FC Magdeburg plant, sich in der 2. Bundesliga fest zu etablieren. Einen verheißungsvollen Anfang schaffte die Mannschaft von Aufstiegstrainer Christian Titz. Zwar unterlag man am 1. Spieltag vor über 22.000 Zuschauern dem Aufstiegsanwärter Fortuna Düsseldorf mit 1:2, doch schon in Karlsruhe zeigten die Bördestädter ihr wahres Gesicht. Mit 3:2 entführte man alle drei Zähler aus dem Wildparkstadion und begeisterte die 1000 mitgereisten Schlachtenbummler. Nun will man gegen Holstein Kiel den Sieg veredeln und den ersten Heimsieg einfahren.

Reimann hält den Laden dicht

Einer, der beide Mannschaften besonders gut kennt, ist FCM-Keeper Dominik Reimann. Der 25-Jährige trug von 2018 bis 2021 das Kieler Zweitliga-Trikot, eroberte nach seinem Wechsel zu den Blau-Weißen den Stammplatz zwischen den Pfosten und feierte auf Anhieb den Aufstieg mit dem 1. FC Magdeburg. Doch alte Freundschaften dürften in den anstehenden 90 Minuten in der MDCC-Arena vergessen sein. Dominik Reimann will seinen Kasten gegen die Störche unbedingt sauber halten.

Insgesamt 16 Mal trafen beide Teams in der Regionalliga Nord, 3. Liga und 2. Bundesliga aufeinander und mit sechs Siegen haben die Kieler Störche noch leicht die Nase vorn. Die letzte Begegnung fand am 10. Februar 2019 beim 1:1 in Magdeburg statt.

Heute FCM, damals KSV: Torhüter Dominik Reimann

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