KSV beendet Saison mit Remis gegen Nürnberg

Emmanuel Iyoha verpasste in der Nachspielzeit den Siegtreffer für die Störche

Die KSV Holstein hat die Saison 2019/20 am Sonntagnachmittag mit einem Unentschieden beendet. Die Störche teilten am 34. Spieltag im Holstein-Stadion beim 1:1 (0:1) mit dem 1. FC Nürnberg die Punkte. Patrick Erras brachte den Bundesliga-Absteiger früh in Führung, die die Störche nach der Pause durch Lion Lauberbach zum 1:1-Endstand ausglichen. Die KSV schließt die dritte Zweitliga-Spielzeit in Folge durch den Punktgewinn als Tabellenelfter ab.

Die Partie war kaum angepfiffen, da lagen die Gäste bereits vorne: Johannes Geis brachte einen Freistoß von der linken Seite in die Mitte, wo der aufgerückte Patrick Erras aus kurzer Distanz einköpfen konnte (3.). Den Nürnbergern war anzumerken, dass es für sie noch um den Klassenerhalt ging. Sie feuerten sich lautstark an und gingen von Beginn an aggressiv zu Werke. Doch die Störche ließen sich davon und auch vom frühen Rückstand nicht beirren, sondern arbeiteten sich mit der Zeit ins Spiel. Stefan Thesker verpasste nach einer Ecke nur knapp (7.) und Lion Lauberbach traf mit seiner Direktabnahme das Außennetz (8.). Auf der Gegenseite zischte Nikola Dovedans Flachschuss aus 22 Metern am rechten Pfosten vorbei (9.). Die Begegnung blieb temporeich, weil beide Seiten viel investierten. Der KSV gelang es mit zunehmender Spieldauer, mehr Kontrolle und Ballbesitz zu generieren, was sich um ein Haar ausgezahlt hätte: Jannik Dehm drang in den Strafraum ein und legte vor dem Tor quer, doch Lauberbach scheiterte aus fünf Metern an FCN-Keeper Christian Mathenia (18.). Auch die nächsten Abschlüsse gehörten den Hausherren, als zunächst Emmanuel Iyoha nach einer halben Stunde aus der zweiten Reihe abzog und in Mathenia seinen Meister fand, ehe Finn Poraths abgefälschter Distanzschuss knapp sein Ziel verfehlte (35.). Der Club meldete sich in Person von Dovedan zurück, dessen Volleyschuss am rechten Winkel vorbeisegelte (38.). Kurz vor der Pause hatte Blau-Weiß-Rot Glück, als Geis‘ Freistoß an die Latte klatschte (45.), sodass der FCN mit dem knappen Vorsprung in die Kabinen ging.

Lauberbach gleicht aus – Eberwein und Khelifi verpassen Siegtreffer

Aus diesen kamen die Kieler schwungvoll und verzeichneten 50 Sekunden nach Wiederanpfiff die erste Möglichkeit, als Iyoha in die Mitte zog, dann aber zu zentral zielte. Doch die Störche blieben dran: Nachdem Mathenia die Flanke von Iyoha hatte prallen lassen, wurde für Porath der Winkel zu spitz, wodurch der Ball am Außennetz landete (51.). Holsteins Außenspieler hatte danach zwei weitere gute Chancen: Einen Freistoß aus 18 Metern wischte Mathenia über den Querbalken (54.), ein Flugkopfball strich Zentimeter rechts vorbei (61.). Nürnberg wurde erstmals nach 67 Minuten gefährlich, als Hanno Behrens einen Konter neben den linken Pfosten setzte. Stattdessen kamen die Gastgeber zum verdienten Ausgleich: Johannes van den Bergh fand mit seiner Flanke den Kopf von Lauberbach, von wo der Ball über Mathenia hinweg im Nürnberger Netz landete (67.). Durch diesen Treffer rutschten die Franken in der Blitztabelle auf den Relegationsplatz, sodass sie nun merklich den Druck erhöhten – ohne jedoch zu ernsthaften Torgelegenheiten zu kommen. Vielmehr setzten die Kieler immer wieder Offensivakzente, doch Salim Khelifis Schuss aus 23 Metern landete lediglich an der Stange hinter dem Tor (82.). In der 90. Minute war der Jubel kurzzeitig groß, als ausgerechnet der eingewechselte Dominik Schmidt in seinem letzten Spiel einen Freistoß von Salih Özcan ins Tor verlängerte, der Treffer fand aber wegen einer Abseitsstellung des Routiniers keine Anerkennung. In der fünfminütigen Nachspielzeit ging es wild hin und her: Hauke Wahl klärte für den geschlagenen KSV-Torwart Ioannis Gelios auf der Linie (90.+3), im Gegenzug scheiterte Iyoha im Eins gegen Eins an Mathenia, mit dem Nachschuss traf der eingewechselte Michael Eberwein aus spitzem Winkel den Pfosten (90.+4). Der Club warf weiterhin alles nach vorne, doch die leidenschaftlich verteidigenden Kieler blockten alle Schussversuche – und setzten zum letzten Konter an, den Khelifi freistehend an den linken Pfosten setzte (90.+5), sodass es beim Remis blieb. Die Störche beenden die Saison 2019/20 als Tabellenelfter, Nürnberg muss in die Relegation.

Statistik:

KSV: Gelios – Dehm, Wahl, Thesker (70. Schmidt), van den Bergh – Porath (85. Eberwein), Ignjovski (70. Khelifi), Meffert, Özcan – Iyoha, Lauberbach. Trainer: Werner.

Nürnberg: Mathenia – Sorg (74. Valentini), Sörensen, Mühl, Handwerker – Erras, Geis (84. Ishak), Dovedan (84. Heise), Behrens (69. Schleusener), Hack – Frey (69. Zrelak). Trainer: Keller.

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) – Tore: 0:1 Erras (3.), 1:1 Lauberbach (67.) – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

Ole Werner: Viel schlechter hätte die Partie für uns mit dem frühen Gegentor gar nicht beginnen können. Aber meine Mannschaft hat sich nicht hängen lassen, obwohl es für sie in diesem letzten Saisonspiel nicht mehr um alles ging. Aber wir waren uns unserer Rolle, die wir angesichts dieser Tabellenkonstellation hatten, sehr bewusst. Und außerdem wollten wir uns mit einer ordentlichen Leistung in die Sommerpause verabschieden. Das ist uns gelungen. Am Ende hätten beide Mannschaften die Partie gewinnen können.

Jens Keller, Trainer des 1. FC Nürnberg: Das ist für uns natürlich ein sehr bitteres Ergebnis! Wir waren über die Zwischenstände in Karlsruhe natürlich auf dem Laufenden, haben diese aber nicht an die Mannschaft weitergegeben, um sie nicht nervös zu machen. Spätestens mit den Wechseln in der zweiten Halbzeit war aber auch unseren Spielern klar, dass die Partie des KSC in Fürth nicht wunschgemäß verläuft.

Stefan Thesker: Wir haben nochmal alles rausgeholt. Ich bin stolz auf die Mannschaft und die Art und Weise, wie wir gespielt haben, zumal wir gegen einen Gegner gespielt haben, der alles reingeworfen hat. Normalerweise müssen wir als Sieger vom Feld gehen. Aber wie wir bis zur letzten Minute verteidigt haben – darauf bin ich sehr stolz. Jetzt können wir verdient in den Urlaub gehen, weil wir unseren Job erledigt haben. Auf diesen Ereignissen bauen wir auf, lernen daraus und werden in der kommenden Saison stärker zurückkommen.

Hauke Wahl: Wir sind nicht gut in die Partie gekommen, haben aber von Anfang an gezeigt, dass wir etwas holen wollen und eine Mentalität haben. Es war erneut mehr drin. Wir haben eine ordentliche Partie gemacht, müssen aber in Zukunft vorne und hinten konsequenter werden. Mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, können wir zufrieden sein. Wir haben die Charakterfrage deutlich beantwortet. Nichtsdestotrotz hätte ich mir zum Saisonabschluss einen Dreier gewünscht. In dieser Saison ist viel auf uns eingeprasselt. Wir können mit dem Klassenerhalt als Minimalziel, den wir vorzeitig erreicht haben, zufrieden sein. Nächste Saison greifen wir neu an.

Die Pressekonferenz zu #KSVFCN:

Impressionen vom Saisonfinale gegen Nürnberg:

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