KSV beim Re-Start mit Remis in Regensburg

Regensburgs Oliver Hein grätscht Salih Özcan den Ball vom Fuß

Die KSV hat bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs am Samstagnachmittag einen Punkt vom SSV Jahn Regensburg mitgenommen. Dabei starteten die Störche in der Arena Regensburg durch ein frühes Tor von Jae Sung Lee optimal in die Begegnung, die wie alle weiteren noch ausstehenden Partien der laufenden Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Nach der Pause legte Finn Porath für die Kieler nach, ehe die Gastgeber durch zwei Tore in der Schlussphase noch ein Remis retteten.

Über zwei Monate war der Ball nicht gerollt – und dann dauerte es keine 180 Sekunden, bis er im Regensburger Netz lag: Kapitän Hauke Wahl verlängerte eine Ecke per Kopf in die Mitte, wo Jae Sung Lee aus drei Metern den Ball zur frühen Kieler Führung über die Linie drückte (3.). Nach dem frühen Rückstand bemühten sich die Gastgeber um Spielkontrolle, den nächsten Abschluss verzeichneten jedoch erneut die Störche, als Fabian Reese nach innen zog, aus knapp 20 Metern aber zu zentral zielte (12.). Die Hausherren tauchten erstmals nach 20 Minuten gefährlich vor dem KSV-Kasten auf, als Oliver Hein aus elf Metern am stark reagierenden Schlussmann Ioannis Gelios scheiterte. Die Partie war nun offener: Beide Seiten waren sichtlich engagiert, wenngleich es bisweilen nach über zweimonatiger Wettkampfpause noch hüben wie drüben an der Feinjustierung haperte. Den nächsten Hochkaräter verbuchten die Gäste, als Reese per Heber Alexander Mühling bediente, der Marcel Correia aussteigen ließ, dann aber von SSV-Torhüter Alexander Meyer gestoppt wurde, der per Fußabwehr parierte (34.). Kurz vor der Pause verpasste Lee nach einem Konter noch die Hereinhabe von Reese, sodass die Kieler die knappe Führung mit in die Kabine nahmen.

Joker Porath sticht, doch Regensburg kommt zurück

Auch nach dem Seitenwechsel gehörten die erste Abschlüsse den Norddeutschen: Zunächst zog Reese aus 14 Metern ab, konnte Meyer aber im kurzen Eck nicht überlisten (50.), ehe Johannes van den Bergh nach Doppelpass mit Reese den Ball aus aussichtsreicher Position nicht richtig traf (56.). Dann bewies KSV-Coach Ole Werner ein goldenes Händchen, als er Finn Porath einwechselte – denn der Joker stach mit dem ersten Ballkontakt! Nach einer schönen Kombination legte Lee auf Porath quer, der den Ball durch Correias Beine hindurch zum 2:0 einschob (58.). Die Störche waren das agilere Team, konnten jedoch keinen weiteren Treffer nachlegen. Stattdessen musste Gelios den Ball aus dem eigenen Gehäuse holen, nachdem ihm Sebastian Stolze diesen zuvor zum Anschlusstreffer durch die Beine geschoben hatte (75.). Doch Blau-Weiß-Rot schüttelte sich nur einmal kurz und hätte seinerseits den alten Abstand wieder herstellen können, als Mühling freistehend aus zehn Metern den Ball knapp über den Querbalken setzte (79.). Die Gastgeber investierten nun noch einmal mehr in die Offensive – und kamen tatsächlich noch zum Last-Minute-Ausgleich: Phil Neumann wollte in der Nachspielzeit den Ball aus dem eigenen Strafraum schlagen, traf aber Marc Lais, der vor dem Kieler Außenverteidiger am Ball war. Nach kurzer Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter trat der kurz zuvor eingewechselte Andreas Albers an und versenkte den Ball sicher im linken unteren Eck zum 2:2-Endstand.

Statistik:

Regensburg: Meyer – Hein (87. Heister), Nachreiner, Correia, Gimber (70. Lais) – Okoroji, Besuschkow (70. Geipl), Stolze, Wekesser (88. Derstroff) – Grüttner, Makridis (89. Albers). Trainer: Selimbegovic.

KSV: Gelios – Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh (72. Seo) – Mühling (81. Ignjovski), Meffert, Özcan – Reese (57. Atanga), Lee, Iyoha (57. Porath). Trainer: Werner.

Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart) – Tore: 0:1 Lee (3.), 0:2 Porath (58.), 1:2 Stolze (75.), 2:2 Albers (90.+2) – Zuschauer: keine.

Stimmen zum Spiel:

KSV-Kapitän Hauke Wahl zu:

  • Elfmetersituation: In der ersten Halbzeit gibt es eine Szene mit Salih Özcan, da hätten wir meiner Meinung nach einen Elfmeter bekommen müssen. Das pfeift der Schiedsrichter nicht. Dann am Ende pfeift er den gegen uns. Das ist schon mehr als bitter.
  • Chancenverwertung: Wir belohnen uns einfach nicht für den Aufwand, den wir das gesamte Spiel betreiben. Und das zieht sich irgendwie durch die ganze Saison. 14:6 Torschüsse und am Ende nehmen wir nur einen Punkt mit.
  • Geisterspielerfahrung: Das fängt schon an bei der Erwärmung an. Man läuft ins Stadion rein und man hört nichts. Die Atmosphäre ist schon komisch. Aber im Spiel ist man im Fokus, da blendet man das komplett aus.

Stefan Thesker: Alles in allem ist das Ergebnis enttäuschend, wie wir zwei Punkte verloren haben. Wir haben über weite Teile des Spiels gut gespielt und uns viele Chance erspielt. Dann hatten wir jedoch aus unerklärlichen Gründen keinen Zugriff und keine Ballpassagen mehr. Bei den Gegentoren standen wir jeweils nicht gut. Wir konnten nicht mehr für Entlastung sorgen und waren nicht mehr so agil und dominant wie in der vorherigen Spielzeit. Natürlich hätte uns gerade in der Schlussphase, als die Kräfte schwanden, die Unterstützung der Fans gut getan.

Die Pressekonferenz nach #SSVKSV:

Impressionen vom Remis der KSV bei Jahn Regensburg:

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