KSV holt dank Lee-Doppelpack ersten Saisonsieg

Die Störche bedanken sich nach dem 2:1-Sieg bei ihren Fans für den tollen Support

Die KSV hat am Sonntagnachmittag den ersten Dreier in der laufenden Saison eingefahren. Die Störche besiegten in einem packenden Spiel vor 11.758 Zuschauern im Holstein-Stadion den mit zwei Siegen gestarteten Aufsteiger Karlsruher SC mit 2:1 (1:1). Beide Kieler Tore erzielte Jae Sung Lee.

KSV-Ausgleich mit dem Halbzeitpfiff

Bei feinstem norddeutschem Schietwetter entwickelte sich ob des nassen Geläufs eine von Beginn an temporeiche Partie, in der die Gäste den ersten Abschluss verbuchten, als Philipp Hofmann einen Kopfball ans Außennetz setzte (4.). Auf der Gegenseite war es Startelf-Debütant Philipp Sander, der sich aus der Distanz ein Herz fasste und Benjamin Uphoff zur ersten Parade zwang, als der KSC-Torwart im Nachfassen zupackte (10.). Beide Seiten setzten auf kontrolliertes Kurzpassspiel – und Karlsruhe kam damit zum Erfolg: Im Zuge eines Konters kam Lukas Grozurek an den Ball und setzte seinen Flachschuss von der Strafraumkante zielgenau ins rechte untere Eck (17.). Zwei Minuten später tauchte Marvin Pourié vor dem Kieler Gehäuse auf, dessen Schuss KSV-Schlussmann Dominik Reimann aber im Nachfassen parieren konnte. Die Hausherren hatten fortan mehr Ballbesitz, fanden aber kaum Lücken in der nun sehr tief stehenden Karlsruher Defensive. Die Badener lauerten ihrerseits auf weitere Kontergelegenheiten, spielten dieses aber nicht derart abgezockt wie beim Führungstreffer aus. Einzig Marvin Wanitzek tankte sich einmal durch, spielte dann aber dem freistehenden Pourié den Ball in den Rücken (37.). Kurz darauf landete ein Querpass von Jae Sung Lee bei Alexander Mühling, dessen Torschuss in letzter Sekunde von David Pisot zur Ecke geblockt wurde (41.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff besorgte Lee dann mit einer überragenden Einzelleistung doch noch den Ausgleich für die KSV, als er sich an der Grundlinie durchsetzte und aus spitzem Winkel den Ball in den linken Giebel zirkelte (45.).

Packendes Match im zweiten Durchgang

Blau-Weiß-Rot war nun zurück im Spiel und kam demensprechend aus den Kabinen. Der starke Lee steckte auf Makana Baku durch, dessen Schuss jedoch zu zentral geriet und Uphoff folglich vor keinerlei Probleme stellte (49.). Die Partie war nun eine andere: Der KSC musste wieder mehr mitspielen, was den Störchen in der Offensive Räume verschaffte. So hatte Lee die Führung auf dem Fuß, als er nach einer feinen Kombination von Johannes van den Bergh freigespielt wurde, aus acht Metern aber nur den linken Außenpfosten traf (54.). Der Tabellenführer meldete sich mit einer Doppelchance zurück: Erst scheitert Grozurek im Fünfmeterraum (62.), kurz darauf Marc Lorenz (64.) – beide knallten den Ball freistehend vor Reimann über die Latte. Stattdessen drehte Holstein die Partie: Baku brachte die Kugel von der rechten Grundlinie scharf vors KSC-Tor, wo Lee eingeflogen kam und den Ball mit der Fußspitze ins lange Eck bugsierte (65.). Keine 120 Sekunden später hätte der Doppeltorschütze gar seinen dritten Treffer folgen lassen können, scheiterte aber frei vor dem gegnerischen Kasten an Uphoff. Es ging nun hin und her: Bakus Schuss wurde abgefälscht und landete dadurch in Uphoffs Fängen (71.), auf der Gegenseite setzte Hofmann einen Kopfball aus elf Metern über den KSV-Kasten (73.), ehe der eingewechselte Lion Lauberbach aus spitzem Winkel an Uphoff scheiterte (75.). Wiederum drei Minuten später verlängerte Baku eine Ecke per Kopf haarscharf am zweiten Pfosten vorbei. Die Gäste bliesen zur Schlussoffensive, in Zuge derer ein Schuss des eingewechselten Marco Djuricin gerade noch von van den Bergh geklärt wurde (86.). Im Gegenzug hielt Uphoff den Distanzschuss von Baku (87.). Kurz vor Ende der regulären Spielzeit dezimierten sich die Gastgeber selbst, als Jonas Meffert nach einem Foul an Wanitzek unweit der Mittellinie ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub die Rote Karte sah (88.). Doch die KSV ließ in Unterzahl keine Großchance mehr zu und brachte den knappen Vorsprung mit vollem Einsatz über die Zeit.

Statistik

KSV: Reimann – Schmidt, Neumann, Wahl – Sander, Mühling, Meffert, Baku (88. Thesker), van den Bergh – Lee (90. Iyoha), Atanga (46. Lauberbach).

KSC: Uphoff – Thiede, Gordon (84. Fink), Pisot, Roßbach (84. Choi) – Fröde, Wanitzek, Grozurek, Lorenz (76. Djuricin) – Hofmann, Pourié.

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel) – Tore: 0:1 Grozurek (17.), 1:1 Lee (45.), 2:1 Lee (65.) – Rote Karte: Meffert (88./grobes Foulspiel) – Zuschauer: 11758.

Stimmen zum Spiel:

KSC-Trainer Alois Schwartz: Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Dass wir dennoch mit leeren Händen dastehen, ist sehr bitter. Wir haben im ersten Durchgang gut gestanden, haben das Tor gemacht, hätten aber auch eines nachlegen müssen. Aber das haben wir nicht gemacht und wurden dafür bestraft. Mich ärgert, dass wir in der Schlussminute einer Halbzeit zum wiederholten Male ein Gegentor kassiert haben. Nach der Halbzeit hatten wir bei einem Pfostentreffer Glück. Danach hätten wir selber auch in Führung gehen können. Wenn das geschieht, geht das Spiel vielleicht anders aus. Stattdessen hat Kiel das Tor gemacht. Wir haben dann nochmal offensiv gewechselt, aber hatten das nötige Glück nicht mehr.

KSV-Coach Andre Schubert: Wir haben das gesamte Spiel über deutlich mehr investiert, hatten mehr Ballbesitz und haben den Gegner oft gut beherrscht. Der Gegner ist wenig in unsere Hälfte gekommen. Dennoch haben wir mit der ersten Chance das Gegentor bekommen. Insgesamt haben wir ordentlich verteidigt. Mit der veränderten Aufstellung hat es etwas gedauert, bis wir zielgerichteter geworden sind. In der zweiten Halbzeit haben wir viele Chancen herausgespielt und zwei schöne Tore erzielt. Ich bin ein wenig traurig über die Rote Karte für Jonas Meffert. Das ist bitter für uns. Wir haben uns in den Schlussminuten toll dagegen gestemmt, gut verteidigt und dann auch verdient gewonnen.

Alexander Mühling: Das tut sehr gut! Das war ein Sieg der Leidenschaft. Wir haben das Spiel zwar dominiert, haben aber nicht so flüssig kombiniert, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wir haben gut verteidigt, uns noch weitere Chancen herausgespielt und am Ende verdient gewonnen. 

Hauke Wahl: Wir wollten unbedingt den ersten Dreier holen, jetzt hat es geklappt. Wir wussten, dass wir auch körperlich dagegenhalten müssen, um gegen diese Mannschaft etwas mitzunehmen, das ist uns gelungen. Die Fans haben uns unfassbar unterstützt, in den letzten Minuten waren wir zwar in Unterzahl, aber mit dieser Unterstützung im Rücken tatsächlich keinen Mann weniger. 

Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer: Das war eine tolle Kulisse heute, mit der neuen Osttribüne springt der Funke richtig über. Wir haben ein tolles Spiel gesehen, die Mannschaft hat sich stark präsentiert und sich den Sieg verdient. 

Fabian Wohlgemuth, Geschäftsführer Sport: Wir sind unverdient in Rückstand geraten, kommen aber ganz anders aus der Pause und verdienen uns das 2:1. Vielen Dank an die Fans, ohne sie wäre diese Erfolg heute nicht möglich gewesen. Sie waren unser 12. Mann.  

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