KSV kehrt ohne Punkte von der Ostalb zurück

Salih Özcan konnte mit den Störchen auch im dritten Auswärtsspiel der Saison beim 1. FC Heidenheim nicht punkten

Die KSV Holstein hat auch im dritten Auswärtsspiel der laufenden Spielzeit keine Punkte einfahren können. Die Störche verloren am Samstagnachmittag beim 1. FC Heidenheim vor 10.800 Zuschauern in der Voith-Arena mit 0:3.

Heidenheim mit Blitzstart

Die erste gute Möglichkeit für die Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten, als sie einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen bekamen, den Norman Theuerkauf aus 18 Metern knapp am rechten Winkel vorbeizirkelte (2.). Heidenheims erster echter Angriff führte dann direkt zum Erfolg: Nach einem Ballverlust im Kieler Aufbauspiel schaltete Robert Leipertz schnell um und zog aus 15 Metern ab. Da sein Schuss noch von Phil Neumann abgefälscht wurde, trudelte der Ball unhaltbar für KSV-Schlussmann Dominik Reimann ins rechte Eck (3.). Dem Klub aus Baden-Württemberg gehörte die Anfangsphase, ehe sich Holstein nach einer Viertelstunde ebenfalls im Spiel anmeldeten. Nach einem Freistoß von Alexander Mühling konnte Patrick Mainka für seinen geschlagenen Keeper Kevin Müller den Schuss von Jae Sung Lee gerade noch vor der Linie blocken. Der Nachschuss des Südkoreaners verfehlte dann sein Ziel. Die Störche arbeiten sich ins Spiel und schafften es, die Partie ausgeglichener zu gestalten. Die nächsten Gelegenheiten gehörten dennoch den Heidenheimern. Zunächst köpfte Tim Kleindienst aus kurzer Distanz über das Kieler Gehäuse (25.), ehe Leipertz den Abpraller eines Kleindienst-Schusses am rechten Pfosten vorbeischob (28.). Eine Minute später zielte Kleindienst präziser, als er von der linken Seite flach ins lange Eck zum 2:0 vollendete (29.). Dieser zusätzliche Rückschlag setzte der KSV merklich zu, sodass die Mannschaft von Trainer Andre Schubert einige Zeit brauchte, um der erneuten Heidenheimer Dominanz Herr zu werden. Erst Ende der ersten Hälfte gelang es Blau-Weiß-Rot, wieder gefährlich vors gegnerische Tor zu kommen, als zunächst Janni Serra einen Schuss von Salih Özcan in Müllers Arme verlängerte (43.) und kurz darauf Lees Freistoß vom FCH-Torwart per Faustabwehr entschärft wurde (45.).

Kleindienst sorgt für die Vorentscheidung

Schubert wechselte zur zweiten Hälfte doppelt und brachte Stefan Thesker und Salim Khelifi für Özcan und Serra. Thesker übernahm Hauke Wahls Platz in der Innenverteidigung, der KSV-Kapitän rückte ins defensive Mittelfeld vor und Khelifi rückte für Baku auf die Außenbahn, der mit Lee in die Spitze ging. Den ersten Abschluss nach dem Seitenwechsel verbuchte dann auch die KSV, als Mühling aus spitzem Winkel verzog (54.). Das nächste Tor fiel indes erneut auf der anderen Seite, als Kleindienst nach einer Ecke den Ball aus kurzer Distanz per Kopf in die Maschen wuchtete (55.). Die KSV mühte sich in der Folge um Torgefahr, es waren jedoch die Hausherren, die dem nächsten Tor näher waren. So zwang Maurice Multhaup kurz nach seiner Einwechslung mit einem Distanzschuss Reimann zur Glanztat (74.), und auch beim Abschluss von David Otto reagierte der Kieler Keeper stark (84.), sodass es beim 0:3 aus Kieler Sicht blieb.

Stimmen nach dem Spiel

Andre Schubert: Glückwunsch zum verdienten Sieg. Uns haben vor allem in den ersten 45 Minuten die Intensität und die Zweikampfstärke gefehlt, das ist nun einmal die Keimzelle des Fußballs. Nur spielerisch können wir in dieser Liga nicht bestehen, daran müssen wir ansetzen. Vielleicht habe ich die Jungs in den vergangenen Wochen zu viel gelobt und muss jetzt deutlich werden. Das 3:0 killt uns, sonst wären wir vielleicht noch einmal zurückgekommen, weil wir in der zweiten Halbzeit einen Tick besser aufgetreten sind.

Frank Schmidt, FCH-Trainer: Wir haben zwei sehr entschlossene Trainingswochen hinter uns, und genau so haben wir heute auch gespielt. Ich hatte auch in der zweiten Halbzeit, als Kiel mehr Ballbesitz hatte, nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel noch verlieren können. Wir haben heute den Fußball gespielt, den ich mir von meiner Mannschaft wünsche. Diese drei Punkte waren in der aktuellen Phase extrem wichtig. 

Fabian Wohlgemuth, Geschäftsführer Sport der KSV: Wir reden seit Wochen über die fehlende Effizienz in unserem Spiel, heute wurde deutlich, dass das nicht unser einziges Problem ist. Nach diesem Spiel ist es angedacht, über Grundsätzliches nachzudenken, so enttäuschend ist es verlaufen. Aber darüber sollten wir alle erst einmal eine Nacht schlafen. 

Jonas Meffert: Wir haben schlecht angefangen, viele leichte Fehler gemacht und direkt das 0:1 bekommen. Wir haben heute alle kein gutes Spiel gemacht, ich auch nicht.  Die Niederlage war verdient. 

Hauke Wahl: Diese Niederlage ist schwer zu erklären, wir haben viele Dinge vermissen lassen und müssen in den nächsten Tagen hart mit uns ins Gericht gehen. Wir hatten uns für die zweite Hälfte noch einmal viel vorgenommen, leider konnten wir es nicht umsetzen. 

Alex Mühling: Das war ein harter Schlag, wir haben zu wenig Härte an den Tag gelegt uns zu wenig gewehrt, so wird es gegen jeden Gegner schwer. Im Moment sind wir nicht gefestigt genug, um solche Rückstände aufzuholen. Nach einem solchen Spiel ist es gut, wenn das nächste schnell kommt. Deshalb ist es kein Nachteil, schon am Freitag gegen Hannover 96 anzutreten. Wir müssen einige Dinge aufarbeiten, dann aber auch abhaken und uns schnell auf den nächsten Gegner konzentrieren.  

Pressekonferenz nach dem Spiel

Statistik

Heidenheim: K. Müller – Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf – Dorsch, Griesbeck, Schnatterer, Kerschbaumer (65. Otto) – Leipertz (70 Multhaup), Kleindienst (77. Biankaki). Trainer: Schmidt.

KSV: Reimann – Ignjovski, Neumann, Wahl, Seo – Meffert, Özcan (46. Thesker), Mühling, Lee – Serra (46. Khelifi), Baku (78. Lauberbach). Trainer: Schubert.

Schiedsrichter: Winter (Düsseldorf) – Tore: 1:0 Leipertz (3.), 2:0 Kleindienst (29.), 3:0 Kleindienst (55.) – Zuschauer: 10800.

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