KSV teilt zum Jahresauftakt mit Darmstadt die Punkte

Ex-Storch trifft Neu-Storch: Darmstadts Patrick Herrmann (li.) im Duell mit Holsteins Rückkehrer Fabian Reese

Die KSV hat im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres einen Punkt geholt. Die Störche trennten sich am Mittwochabend vor 9600 Zuschauern im Holstein-Stadion vom SV Darmstadt 98 1:1-Unentschieden. Stefan Thesker brachte die Kieler nach einer halben Stunde in Führung, die Serdar Dursun unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff ausglich.

Den Hausherren war direkt anzumerken, dass sie ihren Heimauftakt ins neue Jahr erfolgreich gestalten wollten. Sie ergriffen umgehend die Initiative und kamen erstmals nach elf Minuten gefährlich vors Darmstädter Gehäuse, wo Emmanuel Iyoha die scharfe Hereingabe von Salih Özcan jedoch aus kurzer Distanz unfreiwillig vom Tor weg beförderte. Die Störche blieben das agilere Team und ließen die nächsten Möglichkeiten folgen: Alexander Mühling zielte von der Strafraumkante knapp zu hoch (16.) und Fabian Reese konnte bei seinem Startelfdebüt im KSV-Trikot weder per Abschluss aufs kurze Eck (17.), noch per trockenem Distanzschuss in Folge einer Ecke SVD-Keeper Marcel Schuhen überlisten (21.). Am dichtesten kam der Führung dann Jae Sung Lee, dessen sattes Pfund aus 25 Metern an den rechten Pfosten klatschte (23.). Den Nachschuss setzte Iyoha ans Außennetz. Nach einer halben Stunde belohnte sich Blau-Weiß-Rot schließlich für den betriebenen Aufwand: Nach einer Ecke hob Lee den Ball gefühlvoll auf den zweiten Pfosten, von wo der heranrauschende Stefan Thesker ins rechte untere Eck einnickte. Vier Minuten später hätte Iyoha für den schnellen Doppelschlag sorgen können, bugsierte die Flanke von Johannes van den Bergh aber haarscharf links am Pfosten vorbei. Unmittelbar vor der Pause kam Darmstadt erstmals vors Kieler Tor – und dann auch direkt zum Ausgleich: Nach einem lang geschlagenen Standard zog Serdar Dursun aus der Drehung ab und erzielte mit dem ersten Schuss auf den KSV-Kasten den überraschenden 1:1-Halbzeitstand (45.).

Störche dominieren auch nach der Pause

Doch die Gastgeber zeigten sich nach Wiederanpfiff nicht geschockt von dem unnötigen Ausgleich – im Gegenteil: Zunächst legte Mühling einen hohen Ball per Kopf im Strafraum quer, den Lee aus vollem Lauf knapp drüberköpfte (48.), ehe Reese SVD-Torwart Schuhen mit seinem Schlenzer aufs lange Eck zu einer Glanztat zwang (55.). Die Hessen konnten die Partie nun ausgeglichener gestalten, Chancen hatten aber weiterhin nur die Hausherren. So setzte Mühling einen Freistoß rechts am 98-Gehäuse vorbei (63.) und Reeses Schuss zischte über den Querbalken hinweg (69.). Auf einmal hatten die Lilien wie schon im ersten Durchgang wie aus dem Nichts einen echten Hochkaräter: Plötzlich tauchte Marvin Mehlem frei vor KSV-Schlussmann Ioannis Gelios auf, setzte den Ball jedoch aus zehn Metern haarscharf drüber (76.). Auf der Gegenseite verzog Mühling per Volleyabnahme (81.). Die KSV drängte auch in der Schlussphase weiterhin auf den Siegtreffer, während Darmstadt weiterhin vorrangig leidenschaftlich verteidigte und auf Konter lauerte. Der eingewechselte Aleksandar Ignjovski kam nach einer schönen Kombination am Strafraum zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig, wodurch Schuhen keinerlei Probleme hatte (84.). Die KSV blieb offensiv – und hatte noch einen letzten Hochkaräter: Mühling steckte durch auf Baku, der aus spitzem Winkel an Schuhen scheiterte (90.), sodass es bei der Punkteteilung blieb.

Statistik:

KSV: Gelios – van den Bergh, Thesker, Wahl, Neumann – Meffert – Iyoha (64. Baku), Mühling, Özcan (81. Ignjovski), Reese – Lee (87. Lauberbach). Trainer: Werner.

Darmstadt: Schuhen – Herrmann, Dumic, Höhn, Holland – Palsson, Paik (38. Schnellhardt), Skarke (65. Stark), Kempe, Mehlem – Dursun (85. Platte). Trainer: Grammozis.

Schiedsrichter: Heft (Neuenkirchen) – Tore: 1:0 Thesker (30.), 1:1 Dursun (45.) – Zuschauer: 9600.

Stimmen zum Spiel:

Darmstadt-Coach Dimitrios Grammozis: Wir haben ein sehr umkämpftes Spiel gesehen. Es war auf tiefem Boden sehr intensiv. Wir waren anfangs gut im Spiel und haben versucht, den Gegner unter Druck zu setzen, um ihn von unserem Tor wegzuhalten. Wir wurden zunehmend passiver und Kiel hatte gute Chancen. Nach dem Gegentor, was verdient war, haben wir umgestellt, Gas gegeben und sind nach einer Standardsituation zum Ausgleich gekommen. Wir wollten danach aktiver sein und haben das dann auch besser gemacht. Wir hatten die größte Chance durch Marvin Mehlem. Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, in der zweiten gab es aber eine Leistungssteigerung, sodass wir froh sind, hier gegen einen sehr guten Gegner einen Punkt entführt zu haben.

KSV-Trainer Ole Werner: Vom Spielverlauf ist alles gesagt. Wir haben eine erste Halbzeit gespielt, in der ich wenig bis nichts bemängeln konnte. Wir haben uns zahlreiche Chancen erspielt und sind endlich auch einmal nach einer Standardsituation in Führung gegangen. Was wir uns ankreiden müssen, ist, dass wir einmal nicht aufgepasst haben und das Gegentor bekommen haben. Das müssen wir besser verteidigen. In der zweiten Halbzeit war das Spiel ausgeglichener, wir hatten aber ein Chancenplus, auch wenn Darmstadt die größte Chance hatte. Wir haben über 90 Minuten eine gute Leistung gezeigt. Es bleibt das alte Leid bei Heimspielen, dass wir zu wenig Punkte nach guten Leistungen holen. Wir hatten viele Chancen und haben kaum etwas zugelassen, aber das Ergebnis ist im Verhältnis zu unseren Leistungen zu wenig.

Stefan Thesker: Es ist mir egal, wer die Tore schießt. Wichtig ist, dass wir in Führung gehen, das machen wir. Wir dürfen dieses Ausgleichstor nicht kassieren. Das war eine Standardsituation, da geht es nur um Wille. Aber da waren wir offenbar schon in der Halbzeit.

Fabian Reese: Das war ein schönes Gefühl für mich, dieses erste Pflichtspiel für die KSV. Wir haben verdient geführt und dann mit einer Unachtsamkeit den Spielstand auf den Kopf gestellt. In der zweiten Halbzeit hatten wir viele Abschlüsse, waren aber leider nicht gefährlich genug. Unser Ziel muss sein, solche Spiele zu Hause zu gewinnen.

Uwe Stöver: Wir haben es nicht geschafft, den Ball noch einmal über die Linie zu drücken. Es ist sehr ärgerlich, dass wir heute nur einen Punkt geholt haben. Wir haben gut gespielt, leider hat die letzte Konsequenz gefehlt. Beim Gegentor. Und bei unseren Möglichkeiten. Das Spiel war gut, der Ertrag war es leider nicht. Daran müssen wir arbeiten. 

Patrick Herrmann: Wir sind in der ersten Halbzeit der Musik hinterhergelaufen, das 1:1 war doch eher glücklich. Aber aufgrund der zweiten Halbzeit geht das Ergebnis in Ordnung. Es war ein schönes Gefühl für mich, wieder einmal nach Kiel zurückzukehren.

Fabian Reese zu seinem Pflichtspieldebüt im KSV-Trikot:

Die Pressekonferenz nach #KSVSVD:

Impressionen vom Jahresauftakt gegen den SV Darmstadt 98:

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