Marvin Schulz: Der Allrounder

Marvin Schulz wechselte zu dieser Saison vom FC Luzern ins Storchennest – und wurde seinem Ruf als flexibel einsetzbarem Defensivspieler in den bisherigen Saisonspielen bereits gerecht

Nach fünf Jahren in der Schweiz ist Marvin Schulz zurück in Deutschland. Groß geworden in Mülheim an der Ruhr, wechselte der Rechtsfuß bereits als 8-Jähriger in die Nachwuchsabteilung von Borussia Mönchengladbach. 2014 schaffte er den Sprung zu den Profis, für die er acht Bundesligaspiele bestritt. 2017 wagte der Defensivspezialist schließlich den Schritt ins Ausland – und wurde anschließend beim Schweizer Klub FC Luzern zum unumstrittenen Stammspieler. Mit dem Wechsel zur KSV ging es für den 27-Jährigen nun zurück ins Heimatland, wo er mit den Störchen in Liga zwei erfolgreich sein will. In seinen fünf Pflichtspielen im Holstein-Trikot bewies der Blondschopf bereits, dass er dem Ruf des Allrounders gerecht wird, da er sowohl im defensiven Mittelfeld, als auch in der Abwehrkette eingesetzt werden kann. Im Folgenden spricht Marvin Schulz anhand der Buchstaben seines Namens unter anderem über die Nervosität vor dem ersten Bundesliga-Spiel, die Zeit in der Schweiz, den Umzug nach Kiel und seine Lieblingsmusik.

M wie Mülheim: Ich bin in Mülheim an der Ruhr geboren und habe dort bis zu meinem 16. Lebensjahr gelebt. Auch meine Familie und Freunde leben noch dort. Ich kehre immer gerne an meinen Heimatort zurück, wenn es die Zeit zulässt, und besuche dort meine Eltern, meine Schwester, meine Nichte sowie alte Schulfreunde.

A wie Adler: Der Adler ist eines meiner Lieblingstiere, weil er eine enorme Ausstrahlung besitzt. Ich habe auch schon einmal einen Adler in freier Wildbahn gesehen – wirklich ein sehr beeindruckendes Tier.

R wie Religion: Als ich mich in meiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach verletzt habe, hat mir unser Physiotherapeut Andreas Blum den Glauben nähergebracht. Das hat mir damals sehr geholfen – und tut es noch heute. Ich bin Andreas sehr dankbar dafür. Er ist nicht nur ein guter Physio, sondern auch ein toller Mensch, mit dem ich heute noch im regelmäßigen Austausch stehe. Ich kann aus meiner Religion viel Kraft schöpfen.

V wie Videospiele: Ab und an zocke ich ganz gerne. Seitdem ich bei Holstein bin, habe ich auch schon  einmal mit Finn Porath und Steven Skrzybski Call of Duty gespielt. Es hilft beim Entspannen und verbindet natürlich auch. Ich hatte auch das Gefühl, so noch schneller in die Mannschaft anzukommen.

I wie Insel: Meinen letzten Urlaub habe ich auf der griechischen Insel Zakynthos verbracht. Es war sehr erholsam. Ich konnte dort alles fallen lassen, nicht an Fußball denken und auch mal weniger am Handy sein. Ich habe die Zeit auch genutzt, um am Strand das Buch „Das Café am Rande der Welt“ zu lesen. Darüber hinaus haben wir die Insel erkundet und waren auch mit einem Quad unterwegs. Davor war ich in der Türkei im Urlaub, wo ich zufälligerweise PSG-Star Sergio Ramos getroffen habe.

N wie Nervosität: Ich werde nie vergessen, wie ich mein erstes Bundesligaspiel absolviert habe – mit Borussia Mönchengladbach vor 80.000 Zuschauern bei Borussia Dortmund. Ich war vor dem Spiel wirklich sehr nervös. Das hat sich erst gelegt, als ich im Spielertunnel stand. Wir haben dort zwar deutlich mit 0:4 verloren, ich habe den Tag aber dennoch sehr genossen und werde ihn immer in Erinnerung behalten.

S wie Schweiz: Ich bin 2017 von Borussia Mönchengladbach zum FC Luzern gewechselt und habe die letzten fünf Jahre in der Schweiz gelebt. Es ist ein unglaublich schönes und sehr abwechslungsreiches Land: Im Winter kann man Ski fahren, im Sommer Wandern gehen und darüber hinaus gibt es viele Seen, in denen man sehr gut baden kann. Für mich war es eine sehr prägende Zeit, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben von zuhause weg war und alleine zurechtkommen musste. Ich durfte dort erfolgreich Fußball spielen und konnte mich sehr gut weiterentwickeln, wofür ich dem FC Luzern sehr dankbar bin. Es gab Höhen und Tiefen, insgesamt war es aber einfach eine sehr schöne Zeit. Nur Schweizerdeutsch habe ich nicht gelernt. Ich kann es gut verstehen, aber nicht selber sprechen.

C wie Cup: Im Jahr 2021 haben wir mit dem FC Luzern zum ersten Mal seit fast 30 Jahren den Schweizer Pokal gewonnen. Leider musste das Spiel ohne Fans im Stadion stattfinden, dafür gab es anaschließend eine große Feier auf dem Messegelände vor über 10000 Luzern-Fans. Da konnte man die Sorgen der Corona-Zeit kurzzeitig vergessen. Wir hatten damals einen echten Lauf und eine sehr gute Mannschaft beisammen. Dass wir im Finale mit St. Gallen auch noch den Rivalen im Derby geschlagen haben, wann doppelt schön. Ich konnte zwar selbst nicht mitwirken, weil ich mich vor dem Finale verletzt habe, es war dennoch ein unvergessliches Erlebnis.

H wie Hund: Ich habe einen Pomsky, sprich einen Zwergspitz mit Husky-Mischung. Bereits als Kind wollten meine Schwester und ich immer einen Hund haben. Aber meine Eltern haben das nicht erlaubt – vermutlich, weil sie wussten, dass sie dann immer mit dem Hund rausgehen müssen (lacht). Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man nach Hause kommt und dort jemand auf einen wartet. Ich genieße es sehr, mit meinem Hund unterwegs zu sein und habe auch schon die Hundestrände in Laboe und Falckenstein abgecheckt. Ich will ihn nicht mehr missen, weil er mittlerweile zu einem echten Familienmitglied geworden ist.

U wie Umzug: Nach meinem Wechsel nach Kiel habe ich erst im Hotel und dann in einer AirBnB-Wohnung in Altenholz gewohnt. Mittlerweile habe ich eine schöne Wohnung am Kieler Stadtrand gefunden. Der Umzug aus Luzern war etwas stressig, weil ich eigentlich schon alles gepackt hatte, wir dann aber noch Relegation spielen mussten, was das Ganze natürlich etwas verzögert hat. In dieser Zeit habe ich quasi zwischen Kartons gelebt. Natürlich ist es mir schwergefallen, die Schweiz zu verlassen, weil ich dort in fünf Jahren viele Freunde gefunden habe, aber ich hatte auch Lust auf eine neue Herausforderung und die Rückkehr nach Deutschland, weil Fußball hier einfach noch einmal anders gelebt wird. Mittlerweile habe ich mich in Kiel auch gut eingelebt.

L wie Lieblingsmusik: Aktuell höre ich viel Deutschrap. Musik ist etwas Alltägliches, was mich begleitet – egal, ob im Auto oder vor dem Spiel. Gerade in der Kabine sorgt Musik noch einmal für einen extra Schub Motivation. Zurzeit höre ich viel Musik von Shindy. Das letzte Konzert, das ich besucht habe, war das der Schweizer Rapperin Loredana in Luzern.

Z wie Zoe: Meine Nichte heißt Zoe. Ich habe ihren sowie die Namen meiner weiteren Familienmitglieder tätowiert, sodass ich sie immer auf meinem Körper dabei habe. Mein erstes Tattoo habe ich mir im Alter von 17 Jahren stechen lassen – damals noch mit der offiziellen Erlaubnis meiner Eltern. Mag sagt ja, dass Tattoos wie eine Art Sucht sind. Das kann ich mittlerweile bestätigen.

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