Salmrohr-Held Toppmöller: Wir brennen ohne Ende

Mit seinem Tor gegen die TuS Koblenz schoss Nico Toppmöller den FSV Salmrohr in die erste Runde um den DFB-Pokal. Foto Schwarz

Mit dem 6:5-Erfolg im Elfmeterschießen des Rheinland-Pokalfinals 2019 gegen die TuS Koblenz sorgte der FSV Salmrohr im Mai für eine faustdicke Überraschung. Der Pokalschreck aus der sechstklassigen Rheinland-Liga zog erstmals seit 2015 wieder in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals ein und ist der unterklassigste Club im Wettbewerb. Den alles entscheidenden Treffer gegen Koblenz erzielte der 29-jährige Nico Toppmöller. Wir sprachen vor dem Duell mit den Kieler Störchen (Sonntag um 15.30 Uhr im Salmtalstadion) mit dem Pokalhelden.

Herr Toppmöller, können Sie vor dem Pokalspiel noch vernünftig schlafen?

Nico Toppmöller: Klar! Aber auf jeden Fall ist die Vorfreude riesengroß, so etwas habe ich hier noch nie erlebt. Überall gibt es derzeit nur ein Thema, unser Spiel gegen Holstein Kiel im DFB-Pokal. Für unseren kleinen 1200-Einwohner-Ort ist hier grad richtig Auftrieb. Und auch in den Zeitungen wird getrommelt. Ein tolles Gefühl.

Nach dem gelungenen Saisonstart mit den beiden Siegen im Landespokal gegen Bitburg und im 1. Heimspiel gegen Kirchberg geht der FSV mit breiter Brust in die Partie am Sonntag. Was erhoffen sich die Überflieger aus dem Salmtal gegen den Zweitligisten?

Nico Toppmöller: Uns ist der spielerische Unterschied natürlich bewusst. Daher ist es erst einmal wichtig, dass wir defensiv gut stehen. Und wir haben einige lange Kerle in unserer Truppe. Vielleicht geht ja gegen Kiel etwas über die Standards.

Es heißt ja, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat…

Nico Toppmöller: Keiner betritt den Rasen am Sonntag ohne ein Fünkchen Hoffnung. Gegen Koblenz haben wir auch das Unmögliche geschafft. Allerdings sind vier Spielklassen Unterschied zu Holstein Kiel schon recht krass. Aber noch hat keiner ein Tor geschossen!

Die Toppmöllers haben den Verein in der Vergangenheit geprägt. Mit ihrem Siegtreffer im Endspiel des Rheinland-Pokals knüpfen Sie an eine alte Familientradition an, oder?

Nico Toppmöller: Das stimmt, auch wenn ich erst vor einem Jahr zum FSV gewechselt bin. Mein Vater Heinz und auch mein Onkel Klaus haben hier in den erfolgreiche 80er-Jahren zusammen gespielt, sind bis in die 2. Bundesliga marschiert. Aber auch meine Brüder Timo und Marco sowie meine Cousins Tommy und Dino hatten mit dem Verein ihre Erfolgserlebnisse. Und mein Vater mäht immer noch den Rasen im Salmtalstadion. 

Ihr Onkel Klaus Toppmöller war im Trikot des 1. FC Kaiserslautern einer der erfolgreichsten Bundesliga-Torjäger der 70er Jahre und führte Bayer Leverkusen 2002 als Trainer ins Champions-League-Finale und zur Vize-Meisterschaft. Holen Sie sich vor dem Spiel gegen die Störche noch ein paar Tipps bei ihm ab?

Nico Toppmöller: Ich glaube, dass es vor solchen Ereignissen außer ein paar Fußball-Floskeln nicht mehr viel zu sagen gibt. Wir brennen sowieso ohne Ende. Aber mal schauen, wer von meiner Familie und meinen Freunden am Sonntag alles im Stadion dabei sein wird. Das ist Unterstützung genug!

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Toppmöller! 

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