Störche kassieren gegen Heidenheim späten Ausgleich

Fin Bartels (Mi.) und Alexander Mühling versuchen mit vereinten Kräften, Heidenheims Robert Leipertz vom Ball zu trennen

Die KSV hat am Samstagnachmittag einen Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim verpasst. Trotz starker Leistung und zwischenzeitlicher 2:0-Führung trennten sich die Kieler im Holstein-Stadion von den Süddeutschen 2:2-Unentschieden. Nach einem Eigentor kurz vor der Halbzeit erhöhte Alexander Mühling nach dem Seitenwechsel auf 2:0, ehe Christian Kühlwetter für die Gäste in der Schlussphase per Doppelpack noch einen Punkt rettete.

KSV-Trainer Ole Werner vertraute der Startelf vom letzten Heimspiel gegen den HSV – mit einer Ausnahme: Für Jae-Sung Lee, der nach der Länderspielpause am Mittwoch nach Kiel zurückkehrte und zunächst noch individuell trainiert hatte, begann Niklas Hauptmann.

Die Störche machten gleich zu Beginn deutlich, wer die Herren im Hause des Holstein-Stadions sind. Die Werner-Elf begann giftiger, gewann die ersten Zweikämpfe und ließ die Gäste bereits bei deren Aufbauspiel nicht aus der eigenen Hälfte kommen. Folgerichtig gelang Jannik Dehm der erste Torschuss der Spiels aus gut 20 Metern (6.). Auch eine Viertelstunde nach Anpfiff der Partie ließen die Störche nichts zu, fingen die Angriffsbemühungen der Gäste bereits kurz hinter der Mittellinie ab. Weiterhin ging das Spiel vornehmlich in die Richtung des Heidenheimer Schlussmanns Kevin Müller. Fin Bartels steckte auf den freilaufenden Janni Serra auf der linken Seite durch, der den Ball aus spitzem Winkel knapp über das Tor schoss. Zur Mitte der ersten Halbzeit hätte es zum ersten Mal auf Seiten der Störche klingeln können. Nachdem Alexander Mühling aus 16 Metern in den Strafraum flankte, tauchte Bartels völlig frei vor Müller auf, der den Schuss allerdings parierte (23.). Die KSV blieb weiterhin in Ballbesitz, woraufhin Fabian Reese aus es aus 20 Metern mit einem strammen Schuss versuchte, den der FCH-Keeper allerdings wegfausten konnte (24.). Auf der Gegenseite prüfte Christian Kühlwetter KSV-Keeper Ioannis Gelios aus 25 Metern (29.). Quasi mit dem Abpfiff der ersten Halbzeit kam die KSV zur Führung: Geburtstagskind Johannes van den Bergh flankte den Ball von der linken Seite in den Strafraum, wo Alexander Mühling und Jonas Föhrenbach zum Ball gingen, wobei der Heidenheimer das Leder ins eigene Tor bugsierte (45.).

Heidenheim kommt spät zurück

Nach dem Seitenwechsel blieben Hochkaräter zunächst Mangelware, wobei die Kieler die tonangebende Mannschaft blieben. Die erste Großchance hatte indes der FCH, als Gelios den Schuss von Kühlwetter aus 20 Metern stark um den Pfosten drehte (62.). Torgefahr auf der Gegenseite kam nach 65 Minuten auf: Serra legte per Hacke auf Bartels ab, der im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Nachdem Schiedsrichter Arne Aarnink zunächst auf Abseits von Serra entschied, korrigierte der Video-Schiedsrichter die Entscheidung auf Strafstoß, den Mühling sicher ins obere rechte Eck verwandelte (69.). In der Folge erspielten sich die Störche eine regelrechte Chancenflut. Van den Bergh hob den Ball butterweich auf den zweiten Pfosten, wo die Volleyabnahme des blank stehenden Mühling zur Ecke abgefälscht wurde (76.). Nach einer Ecke kam Jonas Meffert zum Kopfball, köpfte jedoch aus zwei Metern drüber (78.). Und auch in der Defensive ließen die Hausherren wenig zu – bis zur 83. Minute: Als eine Flanke der Gäste im den Strafraum an den Arm von Hauke Wahl sprang, entschied der Unparteiische nach Videobeweis nachträglich auf Strafstoß. Kühlwetter traf ähnlich souverän wie Mühling zum Anschlusstreffer (87.). In der Schlussphase des Spiels wurde es noch einmal hektisch. In der Nachspielzeit sah zunächst van den Bergh nach Foulspiel an Kühlwetter die Rote Karte (90.+2). Kühlwetter war es auch, der das letzte Wort hatte. Nach einem Einwurf landete der Klärungsversuch beim Stürmer, der mit seiner Volleyabnahme zum 2:2-Endstand ins untere rechte Eck Gelios keine Chance ließ (90.+4).

Statistik:

KSV: Gelios – Dehm, Wahl, Thesker, van den Bergh – Meffert, Mühling, Hauptmann (62. Lee) – Reese (90. Porath), Bartels (77. Mees) – Serra. Trainer: Werner.

Heidenheim: Müller – Mainka, Hüsing, Theuerkauf (77. Pick) – Busch (59. Burnic), Geipl (59. Mohr), Sessa, Föhrenbach (90. Schnatterer), Thomalla, Leipertz (77. Schimmer) – Kühlwetter. Trainer: Schmidt.

Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn) – Tore: 1:0 Föhrenbach (45./ET), 2:0 Mühling (69.), 2:1 Kühlwetter (87.), Kühlwetter 2:2 (90.+4) – Rote Karte: van den Bergh (grobes Foulspiel/90.+2).

Stimmen zum Spiel:

Ole Werner: Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, es gab auf beiden Seiten kaum klare Torchancen. Wir sind nach der Pause mit dem Rückenwind der Führung ins Spiel gegangen und haben eine gute zweite Hälfte gespielt. Wir haben es leider versäumt, nach dem 2:0 das Spiel zu entscheiden. Wir hatten genügend Chancen für ein drittes Tor. Da dieses Tor nicht gefallen ist, war jeder Ball in unseren Strafraum gefährlich. Der Spielverlauf ist sehr bitter, weil wir das, was wir uns vorgenommen haben, über weite Strecken auch auf den Platz bekommen haben.

Frank Schmidt, Trainer 1. FC Heidenheim: Wir haben es anfangs nicht geschafft, ins Pressing zu kommen, und haben erst nach einiger Zeit besser ins Spiel gefunden. Die erste Halbzeit war komplett ausgeglichen, sodass nichts auf das Gegentor vor der Pause hingedeutet hat. Dadurch war es ein anderes Spiel in der zweiten Halbzeit. Wir hatten nach der Pause die erste gute Chance, haben dann aber per Elfmeter den zweiten Gegentreffer kassiert. Dass Kiel danach seine Chancen nicht genutzt hat, war der Grund, weshalb wir nochmal zurückkommen können. Wir sind mehr Risiko gegangen und haben mit der letzten Aktion den Ausgleich erzielt. Ich bin froh, dass wir auf die lange Heimreise einen Punkt mitnehmen können.

Fabian Reese: Wir hatten es selbst in der Hand und müssen eigentlich das 3:0 und 4:0 machen. Stattdessen bekommen wir durch einen Elfmeter den Anschlusstreffer und mit dem Schlusspfiff sogar den Ausgleich. Wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht und stehen am Ende mit einem Punkt da anstatt mit drei, die mehr als verdient gewesen wären.

Jannik Dehm: Wir hatten in der zweiten Hälfte genügend Chancen, den Sack zuzumachen, haben das aber leider nicht geschafft, sondern noch zwei Gegentore kassiert. Wir sind sehr enttäuscht über das Ergebnis.

Uwe Stöver, KSV-Geschäftsführer Sport: Es war ein gutes Heimspiel, das wir nicht gewonnen haben. Am Ende verlieren wir zwei Punkte, die wir eigentlich schon auf der Habenseite hatten. Das ist sehr ärgerlich.

Alexander Mühling: Es war eine sehr vernünftige Leistung von uns. Gerade in der zweiten Halbzeit müssen wir den Sack zumachen und das dritte und vierte Tor nachlegen. Wenn man fünf Minuten vor Spielende mit 2:0 führt, darf man sich das nicht mehr nehmen lassen. Deshalb sind wir sehr enttäuscht.

Die PK nach #KSVFCH:

Wir bitten die technischen Probleme bei der Aufzeichnung zu entschuldigen.

Interview mit Alexander Mühling

Impressionen vom Unentschieden gegen Heidenheim:

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