KSV verliert Schlammschlacht gegen Heidenheim

Darko Todorovic geht energisch in den Zweikampf mit Heidenheims Tobias Mohr.

Die Serie der KSV von sechs ungeschlagenen Spielen in Folge ist am Samstagnachmittag gerissen. Die Störche unterlagen in einer echten Schlammschlacht vor 9853 Zuschauern im Holstein-Stadion dem 1. FC Heidenheim mit 0:1 (0:0). Das Tor des Tages erzielte Norman Theuerkauf in der Schlussphase.

Den ersten Abschluss verbuchten die Gäste, als Tim Kleindienst nach sieben Minuten mit seinem satten Schuss Ioannis Gelios zu einer Flugeinlage zwang. 90 Sekunden später konnte sich der KSV-Schlussmann erneut auszeichnen, als er Marc Schnatterers Distanzschuss noch an die Latte lenkte (9.). Im Gegenzug wischte FCH-Keeper Kevin Müller den abgefälschten Schuss von Alexander Mühling gerade noch über den Querbalken hinweg (10.) und Janni Serra köpfte in Folge eines Eckballs knapp drüber (11.). Anschließend arbeiteten sich beide Seiten an Platz und Gegner ab, sodass sich die Partie im Mittelfeld abspielte. Nach einem starken Angriff hatte Salih Özcan die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber aus kurzer Distanz per Hacke an Müller, der im Nachfassen parierte (24.). Auf der anderen Seite packte Gelios bei Norman Theuerkaufs Distanzschuss sicher zu (26.). Die Partie blieb ausgeglichen, weil sowohl KSV als auch FCH die Bedingungen gut annahmen. Ruhende Bälle waren ein beliebtes Mittel, um ob des tiefen Bodens dem gegnerischen Gehäuse näherzukommen. So verfehlte Patrick Mainka nach einer Ecke nur um Zentimeter (31.). Das andere probate Mittel namens Distanzschüsse nutzte Schnatterer zwei weitere Male, allerdings jeweils deutlich am KSV-Kasten vorbei (41./44.).

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann endgültig eine Schlammschlacht, in der Kombinationsspiel nur noch sehr bedingt möglich war. Folglich blieben Torabschlüsse hüben wie drüben Mangelware. Die Gäste aus Baden-Württemberg erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht, ohne jedoch gefährlich vors Kieler Tor zu kommen. Mit zunehmender Spieldauer wechselten jedoch die Rollen: Holstein war nun dominanter, während Heidenheim auf Konter lauerte. Den Ball aufs gegnerische Tor bekamen allerdings auch die Hausherren nicht. Die erste echte Torchance ließ dementsprechend bis zur 75. Minute auf sich warten, als Kleindienst per Kopf deutlich zu hoch zielte. 120 Sekunden später lag der Ball dann im Kieler Tornetz: Maurice Multhaup zog im Strafraum ab, der Ball blieb auf dem durchweichten Boden liegen und Norman Theuerkauf grätschte das Leder aus kurzer Distanz über die Torlinie. Danach warfen die Störche alles nach vorne, beorderten Stefan Thesker von der Innenverteidigung in die Sturmspitze und versuchten es mit etlichen langen Bällen. Doch obwohl das Leder im Minutentakt in den Heidenheimer Strafraum segelte, kamen die Kieler nicht mehr zu einem ernsthaften Torabschluss, sodass die Süddeutschen den knappen Vorsprung über die Zeit retteten.

Statistik:

KSV: Gelios – Todorovic (82. Porath), Wahl, Thesker, van den Bergh – Ignjovski (82. Lauberbach) – Reese, Mühling, Özcan, Lee – Serra (72. Iyoha). Trainer: Werner.

Heidenheim: Müller – Busch, Mainka, Hüsing, Föhrenbach – Theuerkauf, Griesbeck, Schnatterer (72. Multhaup), Otto (60. Thomalla), Mohr (90. Kerschbaumer) – Kleindienst. Trainer: Schmidt.

Schiedsrichter: Kempter (Stockach) – Tor: 0:1 Theuerkauf (77.) – Gelb-Rote Karte: Kleindienst (90./wiederholtes Foulspiel) – Zuschauer: 9853.

Stimmen zum Spiel:

Frank Schmidt, Heidenheim-Trainer: Wir haben uns vor dem Spiel entschieden, die Grundordnung umzustellen. Wir wollten viel über zweite Bälle spielen und haben deshalb mit zwei Stürmern agiert. Es ging in der ersten Halbzeit hin und her. Trotz der schwierigen Bedingungen gab es vor der Pause viele Torchancen. Wir wollten nicht den einen Fehler machen, der womöglich spielentscheidend sein kann. Wir waren hochkonzentriert, haben sehr gut verteidigt und hatten das Quäntchen Glück. Mich freut es, dass wir ruhig geblieben sind und uns in den Sechzehner gespielt haben. In einem Spiel, wo Einsatz und Leidenschaft gefordert waren, einen Sieg einzufahren, freut mich sehr.

Ole Werner: Ich kann das Spiel kurz und knapp zusammenfassen. In der ersten Halbzeit war phasenweise noch Fußball möglich. Wir haben von der Struktur her eine gute erste Halbzeit gespielt. Nach der Pause war es schwierig, auf dem Platz Konstruktives zustande zu bringen. In einer Szene waren wir unaufmerksam und wurden mit dem Gegentor bestraft. In der ersten Halbzeit hatten wir eine ähnliche Szene, in der wir Pech hatten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe unter schwierigen Bedingungen. Wir haben in dieser Lotterie leider nicht das glückliche Los gezogen. Wir haben die Bedingungen gut angenommen, sodass es umso bitterer ist, nun mit leeren Händen dazustehen.

Uwe Stöver: Heidenheim hat das Momentum für sich nutzen können. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht und alles reingehauen. Es war nicht unser Tag und sicherlich auch nicht unser Boden. Auf diesem Platz kommen unsere Stärken einfach nicht zum Tragen. Unsere Mannschaft ist in einem hohen Maß spielerisch veranlagt, das konnten wir unter diesen Bedingungen heute aber leider nicht zeigen.

Alex Mühling: Wie soll man ein solches Spiel bewerten? Wir haben trotz dieses Platzes noch ganz gute Lösungen gefunden. Bei Heidenheim rutscht ein Ball durch, bei uns bleibt er in der Pfütze liegen – so verlieren wir zuhause am Ende unverdient.

Salih Özcan: Es war uns schon vor dem Anpfiff klar, dass es ein Kampfspiel werden und spielerisch wenig gehen wird. Wir haben die schwierigen Bodenverhältnisse über weite Strecken gut angenommen, aber dieses Ergebnis ist natürlich bitter.

Hauke Wahl zum Spiel gegen Heidenheim:

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Die Pressekonferenz zu #KSVFCH:

Impressionen vom Heimspiel gegen Heidenheim:

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