Van den Bergh trifft auf Ex-Klub Fortuna

Seit 2017 trägt Johannes van den Bergh das KSV-Trikot. Von 2009 bis 2013 lief er für Holsteins nächsten Gegner Fortuna Düsseldorf auf

Johannes van den Bergh ist neben Fin Bartels der erfahrenste Spieler in Holsteins Kader. Am Sonntag trifft der Routinier mit der Fortuna auf einen Klub, der ebenso wie die Stadt Düsseldorf ehemalige Wirkungsstätte und ein Stück Heimat ist.

Es war der 1. September – und somit der letzte Tag der Transferperiode – an dem die KSV Holstein im Jahr 2017 noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wurde. Nachdem sich der damalige Außenverteidiger Christopher Lenz kurz zuvor verletzt hatte, verpflichteten die KSV-Verantwortlichen kurzfristig Johannes van den Bergh, der nur wenige Tage davor seinen Vertrag beim spanischen Erstligisten FC Getafe aufgelöst hatte. So ging es für den gebürtigen Rheinländer vom Vorort der spanischen Hauptstadt aus direkt in den hohen Norden Deutschlands nach Kiel, wo van den Bergh zunächst nur einen Vertrag bis Saisonende erhielt – und mittlerweile nach knapp viereinhalb Jahren im Storchennest nach Alexander Mühling zum dienstältesten Spieler des aktuellen Kaders geworden ist. Apropos Alter: Generell gibt es in der 2. Liga gerade einmal eine Handvoll Spieler, die älter als der am 21. November 1986 in Viersen geborene Blondschopf sind. Doch dass zunehmendes Alter nicht vor guter Leistung schützt, bewies van den Bergh in den vergangenen Spielzeiten zuhauf. Der 35-Jährige war und ist aus dem Kieler Aufgebot nicht wegzudenken und stand seit seinem Wechsel an die Förde in allen Spielzeiten stets regelmäßig auf dem Feld – und überzeugt auch weiterhin nicht nur mit seiner Routine und Ruhe am Ball, sondern auch immer wieder mit gefährlichen Vorstößen. Kurzum: „Jojo“ ist integraler Bestandteil des KSV-Aufgebots und wird im Holstein-Lager von Mitspielern, Verantwortlichen und Fans auf und neben dem Platz geschätzt. Da es am Sonntag gegen seine „alte Liebe“ geht, soll es im Folgenden noch einmal auf einen kurzen Streifzug durch die Karriere des KSV-Routiniers gehen, in der die Fortuna eine tragende Rolle einnimmt.

Aufstieg mit der Fortuna in die Bundesliga

Denn nachdem der junge Johannes mit Ausnahme einer kurzen Stippvisite in Leverkusen (1999 bis 2001) seit seinem zwölften Lebensjahr bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde und nach dem Übertritt in den Herrenbereich den Sprung in den Profikader der Fohlen schaffte, zog es ihn 2009 nach Düsseldorf, wo er vier Jahre lang bleiben sollte. „Als Jungprofi musste ich mich dort jede Woche neu beweisen“, erinnert sich van den Bergh an seine Anfänge. Die Zeit bei der Fortuna habe er fast ausschließlich positiv in Erinnerung, so der Linksfuß, für den das Highlight in seiner Düsseldorfer Zeit natürlich der Aufstieg in die Bundesliga in der Relegation gegen Hertha BSC am Ende der Saison 2011/12 war.  „Umso bitterer war es dann, in der Folgesaison direkt wieder abzusteigen, zumal wir am letzten Spieltag zum ersten Mal auf einem direkten Abstiegsplatz standen“, blickt der Außenverteidiger zurück auf die Spielzeit 2012/13, als der Traditionsverein nach einer starken Hinrunde mit 21 Punkten Tabellenplatz 13 belegte, doch ausgerechnet im Saisonfinale durch eine 0:3-Niederlage bei Hannover 96 noch vom rettenden 15. auf den 17. Rang rutschte und den bitteren Gang zurück in Liga zwei antreten musste. „Das war auf jeden Fall vermeidbar“, ist sich van den Bergh noch heute sicher. Anschließend wechselte der 1,83 Meter große Defensivspieler zu Hertha BSC und schloss sich wie eingangs erwähnt nach seiner Zeit in der Hauptstadt (2013 bis 2016), einem halbjährigen Abenteuer beim spanischen Zweitligisten FC Getafe in der Hinrunde der Saison 2016/17 sowie einer Leihe zur SpVgg Greuther Fürth in der Rückrunde derselben Spielzeit zur Saison 2017/18 den gerade in die zweite Liga aufgestiegenen Störchen an – und erlebte die Premiere der KSV in der eingleisigen zweiten Bundesliga von Beginn an mit.

Bei allen KSV-Highlights der letzten Jahre auf dem Platz

„Ich habe die Zeit hier bisher sehr genossen“, erklärt van den Bergh, der bei den zahlreichen Holstein-Highlights der vergangenen Jahre – Relegation gegen Wolfsburg 2018, Sieg im DFB-Pokal-Zweitrundenspiel der vergangenen Saison gegen den FC Bayern München, Relegation gegen Köln 2021 – auf dem Platz stand. „Sportlich gesehen war der missglückte Abschluss dieser Wahnsinnssaison natürlich eine große Enttäuschung. Dieses Gefühl haben wir wohl leider etwas mit in die neue Saison genommen, weil wir es über die kurze Sommerpause nicht ganz abschütteln konnten“, gibt „Jojo“ zu, betont aber gleichwohl, dass die Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren ohne Frage in eine sehr gute Richtung gegangen sei. „Und außerdem ist das Schöne im Fußball ja, dass es immer schnell weiter geht und man sich auf neue Dinge einlassen kann“, sagt van den Bergh fast schon etwas altersweise.

Sonntag geht’s gegen die „alte Liebe“

Auf lange Sicht sieht der Vater eines Sohnes seinen privaten Lebensmittelpunkt in Düsseldorf. Van den Berghs Frau stammt aus der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, die der erfahrene KSV-Profi als „sehr lebenswert“ beschreibt. Hinzu komme natürlich die Nähe zu seiner Familie. Doch bevor es so weit ist, sollen am Sonntag gegen die alte Liebe drei Punkte her. Und darüber hinaus hoffen natürlich alle, die es mit der KSV halten, dass zu van den Berghs bisher im Holstein-Trikot absolvierten 134 Pflichtspielen und 15 servierten Vorlagen noch einige hinzukommen – vielleicht ja schon direkt am Sonntag im Holstein-Stadion…

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