Zeitreise: Aufstieg am Sonnenhof

Nach 36 Jahren kehrten die Störche 2017 in die Zweitklassigkeit zurück. Hier feiert Kapitän Rafael Czichos mit den mitgereisten Fans

36 Jahre hatten sie darauf gewartet und dann wurde der große Traum der schleswig-holsteinischen Fußball-Fans endlich wahr: Holstein Kiel gelang am 13. Mai 2017 durch einen 1:0-Erfolg bei der SG Sonnenhof Großaspach der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nur zwei Jahre nach dem Relegations-Desaster in der Münchener Allianz-Arena gegen den TSV 1860 München meldete sich Holstein endgültig auf der großen Fußballbühne zurück. Bestimmten  2015 Drama, Fassungslosigkeit und emotionale Geisterstunde das Geschehen, so regierte in der Landeshauptstadt nach dem Aufstieg König Fußball und die freudetrunkene Anhängerschaft des Kieler Traditionsvereins.

Mit dem 1:0-Auswärtssieg bei der SG Sonnenhof Großaspach machte Holstein Kiel den Aufstieg in die 2. Bundesliga bereits einen Spieltag vor Saisonende perfekt. Der Jubel bei den rund 1800 mitgereisten KSV-Schlachtenbummlern kannte nach Spielende keine Grenzen mehr. „Die Stadt verdient das, die Fans verdienen das – und wir Jungs verdienen das auch“, so frohlockte Kapitän Rafael Czichos nach dem Schlusspfiff und fügte an: „Das ist heute einfach ein geiler Tag.“ Die letzte Niederlage der KSV datierte von Mitte März 2017, als sich die Störche Osnabrück mit 1:2 geschlagen geben mussten. „Danach haben wir uns zusammengesetzt, Tacheles geredet und kein Spiel mehr verloren – das sagt glaube ich alles“, so Czichos.

Für die beiden Hauptsponsoren Gerhard Lütje und Dr. Herrmann Langness ging mit dem Erreichen der 2. Bundesliga ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Beide engagieren sich seit 2000 bei Holstein. Ohne die beiden Gönner wäre Zweitligafußball in Kiel kaum realisierbar. Und ohne den Einfluss von Lütje und Langness wären die Herausforderungen der Zukunft kaum zu stemmen. Aufstiegstrainer Markus Anfang, genau wie sein Assistent Cichon aus der Jugendabteilung von Bayer Leverkusens gekommen und vom damaligen Sportchef Ralf Becker entgegen aller Skepsis verpflichtet, setzte sich in Kiel mit seinem attraktiven und erfolgreichen Ballbesitzfußball ein Fußball-Denkmal. Nicht zu vergessen blieb im Moment des Triumphes Präsident Roland Reime, der kurz vor dem Aufstieg verstorben war – menschlich unverzichtbar und für Holstein kaum zu ersetzen.

Stimmen zum Aufstieg:

„Das ist überragend, so ein Erlebnis. Es freut mich für Kiel und die ganze Region, für alle, die uns geholfen haben. Daran haben wir alle akribisch gearbeitet. Das ist der Lohn – und den haben wir uns redlich verdient.“

Wolfgang Schwenke, kfm. Geschäftsführer der KSV

„Ich bin fertig mit der Welt. Es waren ja doch ein paar schlaflose Nächte, die man wegen der Aufregung auf das Spiel hatte. Das ist alles nicht so einfach zu verarbeiten. Umso dankbarer und glücklicher bin ich, dass wir hier und heute alles klar gemacht haben.“

Dominic Peitz

„Egal, ob das Spiel eng war oder nicht – es hat gereicht. Wir sind jetzt in der 2. Liga, das hat sich die Mannschaft einfach verdient.“

Kenneth Kronholm

„Das ist ganz großartig, ein großer Tag für Kiel und die gesamte Umgebung. Das ist ein ganz tolles Gefühl. Schade, dass Roland Reime nicht dabei sein konnte. Ich habe nun zum zweiten Mal einen Zweitliga-Aufstieg mit den Störchen miterlebt und habe gerade schon Immo Stelzer die Hand gedrückt. Das ist einfach nur sensationell heute.“

Dr. Stefan Tholund, Aufsichtsratsvorsitzender

„Glückwunsch Holstein Kiel zum Aufstieg 2017. Freue mich mit euch.“

Angelique Kerber, Kieler Tennisprofi

„Kiel war noch vor zwei Jahren unglücklich in der Relegation an 1860 München gescheitert – jetzt ist der Aufstieg vollbracht und Kiel kehrt nach 36 Jahren in die 2. Liga zurück. Der verstorbene Kieler Präsident Roland Reime hätte diesen Aufstieg sicherlich als Vollendung seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit empfunden.“

Reinhard Grindel, damaliger DFB-Präsident

 „Glückwunsch an meinen Heimatverein Holstein Kiel, Ihr habt es absolut verdient. Ich wünsche Euch eine super Aufstiegsfeier und alles Gute für die 2. Liga!“

Andreas Köpke, Bundestorwarttrainer und ehemaliger KSV-Spieler

Impressionen vom Aufstieg 2017:

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