KSV-Nachwuchs und Women mit ausgeglichener Bilanz

Jean Francois de Chatrie Doegl konnte trotz seines gewonnenen Laufduells gemeinsam mit seinen Teamkollegen der U19 wenig gegen starke Herthaner ausrichten

Zwei Siege und zwei Niederlagen – das ist die Bilanz der Teams des KSV-Nachwuchsleistungszentrums sowie der Holstein Women an diesem Wochenende. Bereits am Freitagabend holte die U23 in ihrem ersten Spiel der Meisterrunde der Regionalliga Nord drei Punkte durch ihren 2:1-Auswärtssieg bei Hannover 96 II. Während die U17 ihre Partie am Samstag im CITTI FUSSBALL PARK gegen den FC Erzgebirge Aue knapp mit 0:1 verloren geben musste, unterlag auch die U19 am Sonntag an derselben Spielstätte in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost mit 1:4 gegen Hertha BSC. Ebenfalls am Sonntag legten die Holstein Women dann an der Waldwiese mit einem 3:1-Sieg über den TuS Büppel nach. 

HANNOVER 96 II – HOLSTEIN U23 1:2

Nur wenige Minuten brauchte die Mannschaft von Trainer Sebastian Gunkel, um bei auffrischendem Wind in die Partie bei Hannover 96 II zu kommen und die Spielkontrolle zu übernehmen. Wie aus dem Nichts fiel dementsprechend der Führungstreffer für die Gastgeber, die den Störchen das Spielgerät in der Vorwärtsbewegung abnahmen und ihre Kontersituation konsequent zu Ende spielten. Der Fernschuss von der Strafraumgrenze prallte vom Aluminium zunächst zurück auf den Rasen, wo Moussa Doumbouya schließlich für die Hausherren einschieben konnte (25.). Unbeeindruckt von dem Gegentreffer zeigten die Kieler, wieso sie als Sieger ihrer Staffel in die Meisterrunde starteten: Sie bewiesen die nötige Ruhe am Ball und wussten ihre Chancen eiskalt zu nutzen. Sieben Minuten nach dem Rückstand war es Phillip König, der noch vor dem Pausenpfiff den verdienten Ausgleich für die Gäste von der Kieler Förde erzielte. Vorausgegangen war eine schöne Passkombination, an dessen Ende Mika Wolf seinen Mannschaftskollegen im Strafraum bediente, der schließlich überlegt ins linke Eck einschieben konnte (32.). Mit diesem Zwischenstand beendete Schiedsrichter Theodor Potiyenko die erste Halbzeit der Partie.

Auch nach dem Wiederanpfiff waren es die Gäste, die das Spielgeschehen zu ihren Gunsten auf den Rasen brachten. Nur drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, bis erneut König das Leder in die Maschen der Niedersachsen befördern konnte. Nach einer Flanke verlängerte Jannic Ehlers die Kugel per Kopf in den Strafraum, wo Kiels Sturmspitze sehenswert per Direktabnahme zur Führung für die Jungstörche traf und das Spiel somit drehte (48.). In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der die 96er zwar bemüht ihre Angriffe in Richtung des Kieler Kastens von Torhüter Noah Oberbeck fuhren, die Gäste jedoch wenig zwingende Torgelegenheiten zuließen. Vor allem durch die fehlenden Routiniers im Kader wie Tim Siedschlag und Laurynas Kulikas war die Leistung der Jungstörche, die ihre ersten drei Punkte in der Meisterrunde sicherten, hoch zu bewerten.

Holstein U23: Oberbeck – Stöcker, Mai (65. Schwenk), Koulis, Frahm – Wolf, Voß, Ehlers (46. Ndure), Ghawilu (87. Schmidt), Gueye – König – Trainer: Gunkel.

Tore: 1:0 Doumbouya (25.), 1:1 König (32.), 1:2 König (48.).

HOLSTEIN U19 – HERTHA BSC BERLIN 1:4

Rund 200 Zuschauer wollten sich im CITTI FUSSBALL PARK das Topspiel der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost nicht entgehen lassen und sahen, wie die Jungstörche aus einer kompakten Defensive heraus ihr Aufbauspiel über ihre Außenspieler aufzogen. Zwar waren die Kieler ob der Spielstärke der Herthaner gewarnt, dennoch ging die Elf von Trainer Elard Ostermann ihr Heimspiel furchtlos an, verteidigte beherzt und ließ vor allem im letzten Drittel vor dem eigenen Tor wenig zu. Sie selbst münzten gleich ihre erste Tormöglichkeit in Zählbares um: Auf der rechten Seite setzte sich Tidiane Toure noch in der eigenen Hälfte gegen seinen Gegenspieler durch und flankte das Leder maßgenau auf KSV-Stürmer Niklas Niehoff, der zur 1:0-Führung traf (11.) Im weiteren Verlauf ging es vor allem darum, wachsam zu bleiben und die brandgefährlichen Angriffe über Herthas Kenan Hadziavdic zu unterbinden. Dies gelang vor allem dem formstarken Trio im Mittelfeld Jannic Ehlers, Melvin Zimmer und Pawel Erfmann. Letzterer vergab nach etwa einer halben Stunde aus spitzem Winkel die Möglichkeit, auf 2:0 zu stellen. So ging es mit der 1:0-Führung der Hausherren für beide Teams in die Kabinen.

Im zweiten Durchgang zeigten die Gäste wiederum, weshalb sie aktuell an der Tabellenspitze in Deutschlands höchster Jugendklasse stehen. Von Anfang an brachten die Berliner ein körperbetontes Spiel auf den Rasen und drückten auf den Ausgleichstreffer. Dieser gelang ihnen knapp 20 Minuten nach dem Wiederanpfiff durch Lukas Ullrich (64.). Bis dahin hielten die Jungstörche beherzt dagegen, machten sich jedoch das eigene Spiel durch leichte Ballverluste im Mittelfeld selbst schwer. Während es ihnen in der Folge leider nicht gelang, zwingende Chancen zu entwickeln, schlugen die Gäste innerhalb weniger Minuten gleich zwei Mal durch Luca Wollschläger zu (69./79.) zu. Selbiger war es schließlich, der kurz vor Spielende mit einem verwandelten Strafstoß den 1:4-Endstand aus Sicht der Kieler markierte (86.). 

Holstein U19: Freudenberg – Marten, Brodersen, Witt, Toure – Koc (60. Braunschweig), Erfmann (78. Kruse), Zimmer, Ehlers (81. de Chatrie Doegl) – Niehoff, Labes (70. Diezemann) – Trainer: Ostermann.

Tore: 1:0 Niehoff (11.), 1:1 Ullrich (64.), 1:2 Wollschläger (69.), 1:3 Wollschläger (78.), 1:4 Wollschläger (86. ST)

STIMMEN ZUM SPIEL

U19-Trainer Elard Ostermann: „Wir haben den großen Favoriten lange Zeit ärgern können, doch in der Schlussabrechnung war die Hertha heute einfach einen Tick besser.“

HOLSTEIN U17 – FC ERZGEBIRGE AUE 0:1

Wie es Trainer Freddy Kaps erwartet hatte, traf seine Mannschaft auf einen FC Erzgebirge Aue, der sich weit in die eigene Hälfte zurückzog, kompakt verteidigte und auf seine Umschaltmomente lauerte. Dementsprechend war es an den Hausherren gelegen, das eigene Spiel zu gestalten und Chancen zu kreieren. Doch gegen die tiefstehende Defensive fand der KSV-Nachwuchs an diesem Samstag nicht die passenden Mittel. Nach einer knappen Viertelstunde konnten die Sachsen hingegen durch einen von Moritz Ruprecht verwandelten Foulelfmeter in Führung gehen (14.). Auch wenn die Jungstörche in der Folge gute Ballbesitzphasen hatten, arbeiteten die Gäste aus dem Osten beherzt gegen den Ball und ließen wenig zu, sodass die Jungstörche nicht gefährlich vor das gegnerische Gehäuse kamen.

Mit schnellen Spielverlagerungen und dem Durchbrechen auf den Außenpositionen wollten die Kieler ihrem Gegner auch nach der Pause zusetzen. Leider fehlte bisweilen die Präzision im finalen Pass, hinzu kam, dass die energisch zu Werke gehenden Gäste immer wieder in den Zweikämpfen behaupten konnten. So ging ein chancenarmes Spiel in der B-Junioren Bundesliga Nord/Nordost zu Ende, aus dem die Erzgebirgler drei Punkte von der Förde entführten.

Holstein U17: Dogan – Rathmann, Schmitz, Hrnjicic, Steffen (68. Meyer) – Calikoglu, Jansa (59. Fobissié), Ugoh, Keskin – Freese (59. Gutovsky), Tunjic – Trainer: Kaps.

Tor: 0:1 Ruprecht (14./FE)

STIMMEN ZUM SPIEL

U17-Trainer Freddy Kaps: „Es war eine Partie, in der uns zu häufig die Durchschlagskraft und nötige Torgefahr fehlte. Von daher geht es leider auch in Ordnung, wenn wir so ein Spiel nicht gewinnen.“

HOLSTEIN WOMEN – TuS BÜPPEL 3:1

An der Waldwiese sahen knapp 200 Zuschauer, wie Holsteins Women nur schwer in die Partie fanden. Fehlpässe und die fehlende Agilität trugen zu einem Spielverlauf bei, den der TuS für sich zu nutzen wusste. Zu inkonsequent verteidigte die Elf von Trainer Bernd Begunk vor dem eigenen Strafraum, sodass die Niedersachsen nach rund einer Viertelstunde zur 1:0-Führung durch Charlotte von Osten einschieben konnten (13.). Noch vor dem Halbzeitpfiff entwickelte sich jedoch eine Partie, in der die Hausherrinnen sich Möglichkeiten erspielten, welche schließlich zum verdienten 1:1-Ausgleich durch Madita Thien führten (38.).

Zum zweiten Durchgang forderte Trainer Begunk seine Spielerinnen auf, Pass- und Laufbewegungen besser abzustimmen. Dies setzte das Team in der Folge erfolgreich um, sodass die Mannschaft ein weiteres Tor regelrecht erzwingen konnte: Aus halbrechter Position flankte Luiza Zimmermann den Ball in Richtung Strafraum, wo Alina Steiner in die Zange genommen und zu Fall gebracht wurde. Die Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte im Nachschuss zum 2:1 für die Kielerinnen (52.). Bis zum Abpfiff entwickelte sich eine Partie, in der die Hausherrinnen keine weiteren Möglichkeiten der Gegnerinnen zuließen. Angepeitscht von den rund 60 Holstein-Ultras, die ihre Mannschaft 90 Minuten lang anfeuerten, übernahmen die Women vollends die Spielkontrolle und erarbeiteten sich mit dem 3:1-Endstand durch Sarah Begunk (81.) einen auch in der Höhe verdienten Heimsieg.

Holstein Women: Paulsen – Ziegler (46. Meyer), Erbar, Grosnick, Krohn – Thien (81. Onderka), Zimmermann, Redant, Carone – Steiner – Begunk – Trainer: Bernd Begunk.

Tore: 0:1 von Osten (13.), 1:1 Thien (38.), 2:1 Steiner (52./FE), 3:1 Begunk (81.).

Holstein Women-Trainer Bernd Begunk: „Wir wollen uns spielerisch noch weiter verbessern, um die weiteren Spiele in der Liga so positiv wie heute gestalten zu können.“

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