NLZ-Workshops: Für Respekt und ein friedliches Miteinander

Eric Mbarga im Vortrag mit der U23

Welche Privilegien genießt man im täglichen Leben? Wie räumt man mit seinen eigenen Vorurteilen auf? Was bedeutet Rassismus – und in welchen Formen zeigt er sich? Mit Fragen wie diesen haben sich die Mannschaften und Trainer unseres Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) Ende November auseinandergesetzt. Dazu fand bei uns in Projensdorf der Workshop von Eric Mbarga, dem Kinderschutz- und Präventionsbeauftragen beim FC Bayern München, statt.

Weltoffenheit, Toleranz und Respekt gegenüber allen Mitmenschen – das sind Werte, für die nicht nur alle Spielerinnen und Spieler sowie Mitarbeitenden der KSV Holstein einstehen, sondern die auch allen Nachwuchstalenten tagtäglich durch die Trainerinnen und Trainer des Vereins vorgelebt und vermittelt werden. Darüber hinaus bietet die KSV ihrem Nachwuchs immer wieder die Möglichkeit, sich auch abseits des Platzes mit diesen elementaren Bausteinen des täglichen Zusammenlebens auseinanderzusetzen. So nahmen in der vergangenen Woche die U23-, U17- und U19-Mannschaft aus dem NLZ der KSV am Workshop zum Thema „Anti-Rassismus“ teil.

Hierbei brachte Eric Mbarga den jungen Fußballern zunächst die weitreichende Problematik anhand von spezifischen Beispielen näher. So diskutierten die Gruppen unter anderen über Christopher Kolumbus, die Entwicklung des Central Parks in New York und unterschiedliche Hierarchien zwischen Kulturen. „In den meisten Diskussionen über Rassismus wird erstmal nur von dem eigenen Standpunkt ausgegangen und dementsprechend keine Brücke zum anderen Menschen gebaut,“ erklärt Mbarga, der durch seine Arbeit die gelebte Gleichberechtigung aller in den Köpfen verankern möchte.

Im weiteren Verlauf erarbeiteten die Nachwuchsspieler die unterschiedlichen Rollen im Rassismusdiskurs und ordneten mithilfe von Fallbeispielen verschiedenen Protagonisten einer bestimmten Position zu. Zum Abschluss wurden gemeinsam Denkanstöße, Interventionstipps für faires Handeln und Verhaltenstipps für den Alltag erarbeitet. „Trotz der Tiefe und Komplexität der Themen hat man anhand der Lösungen der Aufgaben gesehen, dass die Jugendlichen viele Ansätze und Anstöße aufgenommen haben und es in ihnen arbeitet. Am Ende des Tages haben alle einen Impuls bekommen, das war mir besonders wichtig,“ zeigte sich Mbarga nach dem Auftakt mit der U23 sehr zufrieden.

„Thematiken wie Diskriminierung und Rassismus sind leider nach wie vor präsent im Fußball und begegnen unseren Nachwuchsteams in ihrer Rolle als Spieler der KSV Holstein immer wieder. Die Auseinandersetzung innerhalb der Mannschaften im Rahmen der Workshops hat das Ziel, dass unsere Jungs sich diesen Themen in einem geschützten Rahmen annähern können, von eigenen Erfahrungen berichten und sich mit der Idee eines diskriminierungsfreien Fußballs auseinandersetzen können“, sagte Holsteins pädagogischer Leiter Max Demmer, der den insgesamt dreistündigen Workshop initiiert hatte.

Die Umsetzung der Workshops wurde durch Fördergelder des Landes ermöglicht.

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