Keine Punkte im Derby: U23 unterliegt in Lübeck

Holsteins Johann Berger (re.) gegen die Lübecker Dongsu Kim und Patrick Hobsch (v. li.)

Die U23 der KSV ist am Samstagnachmittag mit einer Niederlage ins Pflichtspieljahr 2020 gestartet. Die Jungstörche verloren in der Regionalliga Nord das Landesderby beim VfB Lübeck vor 2649 Zuschauern mit 0:4 (0:3).

Auf extrem tiefem Geläuf entwickelte sich von Beginn an eine packende Partie, die gerade in der Anfangsphase viele Chancen bot. So verpasste Ahmet Arslan bereits nach drei Minuten die frühe Führung für die Hausherren, als er den Pfosten traf. Doch auch die Kieler meldeten sich an, als Tom Ballers Abschluss gerade noch zur Ecke geblockt wurde (5.). Wiederum zwei Minuten später lag der Ball dann zum ersten Mal im Kieler Netz, nachdem Arslan eine Flanke per Volleyabnahme direkt versenkt hatte. „Wir kamen eigentlich gut ins Spiel, haben da aber nicht gut verteidigt“, ärgerte sich U23-Coach Nicola Soranno später. Sein Team blieb jedoch bissig und kam durch Laurynas Kulikas zur nächsten guten Gelegenheit, der nach einer hohen Hereingabe knapp verpasste (10.). Im Gegenzug schlug es jedoch erneut im KSV-Gehäuse ein, als abermals Arslan vor dem Tor auftauchte und KSV-Keeper Timon Weiner mit einem überlegten Schuss ins lange Eck keine Chance ließ (11.). In der Folge hätten die Gastgeber den Sack frühzeitig zumachen können, doch Marvin Thiel (14.) und Patrick Hobsch (18.) ließen gute Möglichkeiten aus. Die gegen den starken Wind anspielenden Jungstörche konnten sich zunächst keine weiteren Abschlussmöglichkeiten erspielen, sodass der VfB letztlich doch zur Vorentscheidung kam: Morten Rüdiger stieg nach einem hohen Ball am höchsten und köpfte zum 3:0-Halbzeitstand ein (31.).

Obwohl der Boden immer schwieriger zu bespielen und gepflegter Kombinationsfußball nicht wirklich mehr möglich war, steckte der KSV-Nachwuchs nach dem Seitenwechsel nicht auf. So verpasste der eingewechselte Phillip König aus aussichtsreicher Position den Anschlusstreffer (57.). Anschließend dezimierten sich die Lübecker selbst, als Ryan Malone nach einem Ellenbogenschlag gegen Barne Pernot die Rote Karte sah (61.). Die Gäste hatten nun mehr Kontrolle übers Spiel, weiterhin aber kein Fortune im Abschluss. Liga-Leihgabe Philipp Sander traf nur den Pfosten (64.) und König zielte erneut nicht genau genug (71.). Zuvor hatte Weiner mit einer starken Parade gegen Arslan einen weiteren Gegentreffer verhindert (68.). Mit zunehmender Spieldauer schwanden hüben wie drüben ob des schlammigen Geläufs mehr und mehr die Kräfte, sodass beide Seiten kaum noch gefährlich vors gegnerische Gehäuse kamen. In der Schlussphase verpasste U23-Kapitän Tjorve Mohr den Ehrentreffer, als er VfB-Torwart Lukas Raeder aus fünf Metern anköpfte (89.). Stattdessen setzte Elsamed Ramaj auf der anderen Seite den Schlusspunkt zum 4:0-Endstand (90.).

„Es war kaum möglich, bei diesen Bodenverhältnissen Fußball zu spielen“, sagte Soranno nach der Partie. „Nichtsdestotrotz haben wir zu einfache Gegentore bekommen“, wollte der U23-Coach die Platzbedingungen nicht als Ausrede für das Ergebnis heranziehen. „Mit welchem Engagement und Willen die Mannschaft allerdings nach dem 0:3-Rückstand in der zweiten Hälfte aufgetreten ist, war schon aller Ehren wert“, lobte Soranno trotz der deutlichen Derby-Niederlage die Leistung seines Teams im zweiten Spielabschnitt.

Statistik:

Lübeck: Raeder – Malone, Grupe, Kim – Riedel, Mende, Deichmann, Arslan (71. Ramaj), Thiel (64. Lippert) – Hobsch, Rüdiger (81. Bombek).

U23: Weiner – Mohr, Pernot, Coffie – Niebergall (78. Möller), Berger, Sander, Griese (46. Njinmah), Baller – Kulikas, Alt (46. König).

Schiedsrichter: Duschner (Bremen) – Tore: 1:0 Arslan (7.), 2:0 Arslan (11.), 3:0 Rüdiger (31.), 4:0 Ramaj (90.) – Rote Karte: Malone (61./Tätlichkeit) – Zuschauer: 2649.

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