Es geht wieder los: Störche fliegen nach Regensburg

Die KSV um Alexander Mühling (re.) ist am Samstag beim SSV Jahn Regensburg zu Gast

Am 8. März absolvierte die KSV Holstein (1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth) ihr bis daton letztes Pflichtspiel in der laufenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga, anschließlich setzte die Corona-Pandemie einen vorläufigen Schlusspunkt. Tatsächlich war die Mannschaft von Ole Werner bereits nach Bayern geflogen, um am Tag vor dem Anpfiff der Partie gegen den SSV Jahn Regensburg zu erfahren, dass die Saison vor dem 26. Spieltag erst einmal ausgesetzt wird. Nun, mehr als zwei Monate später, geht es auch für die Störche wieder los – mit der erneuten Reise ins rund 800 Kilometer entfernte Regensburg und der Partie gegen den SSV Jahn (Samstag, 13 Uhr). Es wird das erste Spiel in der langen Geschichte der KSV Holstein sein, zu dem die Öffentlichkeit nicht zugelassen sein wird.

Zum Sportlichen: Das Team von Mersad Selimbegovic spielte eine gute Hinrunde, verlor aber fünf der vergangenen sechs Partien und liegt mit aktuell 32 Punkten auf Rang zehn. Die KSV belegt nach drei Spielen ohne Sieg Rang sieben (34). Im Hinspiel kassierten die Störche eine unglückliche 1:2-Niederlage, Andreas Albers traf seinerzeit in der 88. Minute für die Bayern, die in der Saison 2016/17 gemeinsam mit der KSV in die 2. Liga aufstiegen. Kiel als Zweiter direkt, der drittplatzierte Jahn als Relegationssieger gegen den TSV 1860 München. Nach einem 1:1 im Heimspiel gewann das seinerzeit noch von Heiko Herrlich trainierte Team vor 60.000 Zuschauern in der Allianz-Arena der Münchner mit 2:0.

Ole Werner über den SSV Jahn Regensburg: Beide Mannschaften sind auf Augenhöhe, auch wenn die Spielsysteme unterschiedlich sind. Die Regensburger kommen mit viel Wucht in den gegnerischen Strafraum und sind dabei sehr zielstrebig. Es wird also für uns darum gehen, diese Intensität anzunehmen und spielerische Lösungen zu finden. In der Vorbereitung haben wir uns natürlich auch auf das Videomaterial gestützt, mit dem wir uns auch schon auf das abgesetzte Regensburg-Spiel vorbereitet haben. Grundsätzlich wird sich das Spielsystem durch die Unterbrechung nicht geändert haben. Da uns viele Spiele innerhalb kurzer Zeit erwarten, wird es in erster Linie auch darum gehen, auf die eigenen Stärken zu setzen.

Werner zur KSV Holstein: Es stimmt, wir haben im leeren Holstein-Stadion im Training auch schon eine Spielsituation simuliert, aber das ist am Ende mit einem Pflichtspiel nicht vergleichbar. Den Funken, der von den Rängen auf den Rasen überspringt, wird es nicht geben, wir müssen das Feuer schon selbst entfachen. Aber da bin ich guter Hoffnung, die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen, auch in den mittlerweile drei Quarantäne-Wochen, das Bestmögliche aus der aktuellen Situation gemacht. Die Jungs haben ein gutes Tempo im Training, unsere beiden Athletiktrainer haben unter diesen Umständen einen tollen Job gemacht. Aber es ist auch klar, dass die Mannschaft noch nicht auf dem Niveau vor der Unterbrechung sein kann. Aber das ist sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal der KSV, so geht es aktuell auch allen anderen Vereinen. Es wird anfangs noch Sand im Getriebe sein, aber das wird sicherlich von Spiel zu Spiel weniger werden.

und den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Spiel: Einige Regeländerungen sind schon gewöhnungsbedürftig, so wie der stark eingeschränkte Jubel nach einem Tor. Aber wir haben uns im Training erst einmal auf den erfolgreichen Torabschluss konzentriert und nicht das korrekte Jubeln geprobt. Taktisch ist es für den Trainer auch keine Hilfe, dass jetzt ein vierter und fünfter Wechsel pro Spiel erlaubt ist. Aber bei der Belastung, die auf die Spieler in den kommenden Wochen zukommen wird, ist es eine gute Möglichkeit, entsprechend vorausschauend zu reagieren. Grundsätzlich ist das Wechselkontingent mit drei Optionen meiner Meinung nach gut geregelt.

Personelle Situation: Außer Janni Serra (Oberschenkel-OP) stand der gesamte Kader am Donnerstag auf dem Platz.

Hinspiel: Am 11. Spieltag unterlag die KSV äußerst unglücklich nach 1:0-Führung vor knapp 10.000 Zuschauern mit 1:2. In der 88. Minute nutzte Andreas Albers ein Missverständnis in der Kieler Hintermannschaft und schob den Ball ins leere Tor. Makana Baku (18.) hatte die Störche in Führung gebracht, trotz zahlreicher Gelegenheiten gelang dem Team von Ole Werner der erlösende zweite Treffer nicht, stattdessen glich Jann George (30.) überraschend zum 1:1 ein. Auch in der zweiten Halbzeit verdienten sich die Hausherren ein Chancenplus, Salim Khelifi (75., 90.) und Dominik Schmidt (83./Schuss an die Querlatte) hatten das 2:1 auf dem Fuß, aber den Siegtreffer machte schließlich der Jahn.  

Die Bilanz: Denken Holstein-Fans an den SSV Jahn Regensburg, wird ihnen warm ums Herz. Ein starkes 2:1 in Oberfranken in der Hinrunde der Saison 2017/18 und ein fast schon legendäres 3:0 im sensationellen Saisonfinale 2016/17, an dessen Ende der Aufstieg in die 2. Liga stand, sind an der Förde bestens in Erinnerung geblieben. Gut ist der KSV auch der vorletzte Besuch der Regensburger in Erinnerung geblieben. Im Februar vergangenen Jahres gewann Kiel mit 2:0. Doch am 11. Spieltag dieser Saison gelang den Bayern, die zuletzt im November 2013 (1:0), damals noch in der 3. Liga, gegen die Kieler siegen konnten, der erste Dreier gegen die KSV seit fast sieben Jahren (2:1). Es war auch gleichzeitig der erste Erfolg des SSV im Holstein-Stadion. Grundsätzlich liegen die Regensburger den Störchen, von den 13 bisherigen Spielen gewann die KSV sieben, der SSV drei. Auch im Torverhältnis (15:8) haben die Störche die Nase vorne.

Medieninfo: Sky überträgt live, der Multimedialiveticker der KSV (liveticker.holstein-kiel.de) liefert ab 12.30 Uhr alles Wissenswerte rund um das Spiel, ab 13 Uhr dann aktuelle Zwischenstände, Fotos und Interviews. Medienpartner R.SH berichtet live von der ersten Partie der Störche nach dem Re-Start.

Die (erste virtuelle) Pressekonferenz vor dem Spiel #SSVKSV

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