Fortuna Düsseldorf – Holstein Kiel 2:0 (0:0)

Regionalliga Nord (18. Spieltag)

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Starke Störche ohne Torriecher

Vor über 10.000 Zuschauern in der Düsseldorfer LTU-Arena kassierten die Kieler „Störche“ eine 0:2-Niederlage. Für die Tore in der LTU Arena sorgten Markus Anfang (54.) nach einer Hereingabe von Guiseppe Canale sowie Marcel Podszus in der 82. Minute nach einem Sololauf von Andreas Lambertz . Die Formkurve der Kieler deutet unter Stefan Böger trotz der Niederlage weiter nach oben. Die spielerischen Fortschritte sind unverkennbar. Allerdings wird sich an der Punktausbeute bei einer mangelhaften Chancenverwertung wie gegen die Fortuna nur schwer etwas ändern lassen. Holstein rangiert weiter auf Platz 15 der Regionalliga Nord und steht jetzt in den beiden Heimspielen gegen Erfurt und Dresden erneut erheblich unter Druck.

Die Böger-Elf begann druckvoll und zeigte sich von der ersten Minute an engagiert und aggressiv. Bereits in der fünften Spielminute hatte Bartels nach einer Gemeinschaftsproduktion von Frank Paulus und Pavel Dobry die Chance zur Führung, aber bei der scharfen Hereingabe bekam der Youngster den Fuß nicht richtig hinter den Ball und verzog. Zwei Minute später sorgte Jörg „Ali“ Albertz nach einem von Michael Niedrig an Denis Wolf verursachten Freistoß aus 20 Metern für Gefahr, setzte den Ball jedoch über das Gehäuse von KSV-Schlussmann Simon Henzler. Dann waren wieder die „Störche“ an der Reihe. Pavel Dobry scheiterte in der neunten Minute per Kopf aus zehn Metern nach Hereingabe von Bartels nur knapp. Drei Minuten später war es dann erneut Pavel Dobry, der aus acht Metern die Vorarbeit von Bartels – Paulus hatte sich zuvor ausgezeichnet gegen seinen Bewacher Henri Heeren durchgesetzt – nicht verwerten konnte. Nun verflachte die Partie etwas, beide Mannschaften leisteten sich immer wieder Fehler im Spielaufbau. Strafraumszenen waren in dieser Phase Mangelware vor den 10.000 Zuschauern in der LTU-Arena. Die Kieler Abwehr stand bis dahin recht kompakt und die Weidemann-Elf fand keinen richtigen Ansatzpunkt für zwingende Offensivaktionen. Die erste Kieler Unsicherheit dann allerdings in der 35. Minute. Spasskov und Niedrig konnten den vorpreschenden Anfang nicht stoppen, der Düsseldorfer legte quer auf den aufgerückten Guiseppe Canale, aber der setzte das Leder aus guter Schussposition neben das Tor. Vier Minuten später gewann Wolf ein Laufduell gegen Jürgensen, aber auch er konnte das Leder aus 13 Metern nicht im Holstein-Gehäuse unterbringen.

Nach der Pause machte Düsseldorf dann mächtig Dampf und hatte nach einem Foul von Hummel an Wolf Glück beim anschließenden 22-m-Freistoß von Albertz, denn das Leder strich knapp über die Torlatte hinweg. Im Gegenzug zwang Rafael Kazior aus 13 Metern halblinker Position Fortuna-Keeper Deuß zu einer Parade.

Das angesichts der Düsseldorfer Drangphase nicht unverdiente 1:0 in der 54. Minute war dann der Türöffner für den Erfolg der Fortuna. Kiels Alexej Spasskov hatte das Leder an der Seitenaußenlinie gegen Guiseppe Canale verloren und die mustergültige Hereingabe des Düsseldorfers verwertete der Ex-Profi Markus Anfang per Sonntagsschuss aus 22 Metern in das linke Toreck zur Führung. Die Gastgeber zeigten nun flüssige Kombinationen und hatten etwas mehr vom Spiel. Doch Holstein hielt weiter dagegen. In der 71. Minute konnte sich Dobry von seinem Bewacher Lambertz lösen, aber der Tscheche scheiterte aus 18 Metern erneut an seinen Nerven. Und auch Hummel hatte fünf Minuten später kein Glück bei seinem Hammer aus 25 Metern Torentfernung. Scheiterte der bärenstarke Anfang in der 78. Minute noch mit seinem Heber, so machte es Teamkollege Podszus kurz darauf besser. Nach einem Sololauf von Lambertz (82.) stand der Düsseldorfer Stürmer goldrichtig, nahm die mustergültige Vorlage in halblinker Position auf und verwandelte eiskalt aus zehn Metern zur Entscheidung.

Stimmen zum Spiel:

Stefan Böger (Trainer Holstein Kiel): Wir konnten in Düsseldorf nahtlos an die Leistung der Vorwoche anschließen, das läuferische, spielerische und kämpferische Element war voll zufrieden stellend. Aber wir haben es versäumt, die Tore zu machen. Aber es ist klar zu erkennen, dass die Mannschaft intakt ist. Wir gehen unseren Weg konsequent weiter, auch mit den jungen Leuten. Wir wissen selber, dass der Blick auf die Tabelle momentan alles andere als erfreulich ist, aber die Grundtendenz ist absolut positiv.

Markus Anfang (Fortuna Düsseldorf): Wir haben über den Kampf zum Spiel gefunden. Kiel hatte gute Möglichkeiten am Anfang, das war mitunter sehr brenzlig. Wir haben bei der stickigen Luft in der Arena viel investiert und viel gearbeitet und sind mit zunehmender Spieldauer immer stärker geworden.

Peter Vollmann (Sportdirektor Holstein Kiel): Jeder bei uns hat verstanden um was es geht. Wir waren heute auf Augenhöhe mit Fortuna Düsseldorf, letztlich aber nicht clever genug. Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft und spielerisch an die letzte Woche angeknüpft. Ich sehe keinen Grund zum Meckern. Kopfzerbrechen bereitet mir allerdings weiterhin die personelle Situation.

Simon Henzler (Holstein Kiel): Wenn man verliert dann kann man nicht zufrieden sein, auch wenn man gut gespielt hat. Aber wir haben die Begegnung lange Zeit offen gehalten und uns erneut gut präsentiert. Mit einem Tor wäre es sicherlich anders gelaufen, ein Unentschieden hätten wir uns verdient gehabt. Wir haben uns wacker geschlagen.

Fortuna Düsseldorf: Deuß – Krecidlo, Langeneke, Palikuca (18. Eraslan / 46. Kruse), Heeren – Anfang – Albertz, Canale, Lambertz – Podszus, Wolf – Trainer: Weidemann.

Holstein Kiel: Henzler – Spasskov (70. Heithölter), Petersen, Boy, Jürgensen – Paulus, Hummel, Niedrig, Kazior (78. Wulff) – Bartels, Dobry – Trainer: Böger.

Tore: 1:0 Anfang (54.), 2:0 Podzus (82.)

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 10.157 (in der LTU Arena)

(Aus der LTU-Arena in Düsseldorf berichtet Patrick Nawe)

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