Fortuna Fan-Odyssee nach Kiel

FORTUNA-FAN MEIK GAHLMANN IN KIEL –

1000 Kilometer für ein Heimspiel

Düsseldorf (RP). Lediglich 150 Fortuna-Fans waren am Freitagabend in Kiel Augenzeuge des grandiosen Auftritts der Düsseldorfer Fußballer, die beim Spitzenreiter ein 3:3 erkämpften. Einige kamen erst in der zweiten Halbzeit an, weil sie stundenlang im Schneechaos rund um Osnabrück fest steckten. Meik Gahlmann hatte Glück: Er kam durch.

Hier sein Bericht: “Für viele Fans ist es mit Sicherheit schon normal 1000 Kilometer für ein Auswärtsspiel abzureißen. Ich habe aber an diesem Wochenende bewiesen, dass es möglich ist, diese Kilometerzahl auch für ein Heimspiel aufzubringen. Ich fuhr also erst mal von Hamburg (da wohne ich seit vergangenem Jahr) nach Düsseldorf. Ich verbrachte einen schönen Tag mit meinen Kindern in der guten alten Heimat.

Am nächsten Tag sollte es dann mit dem Auto gegen zwölf Uhr zurück nach Kiel gehen. Da ich vor dem Spiel aber noch was essen wollte(wer mich kennt weiß das essen für mich wichtig ist), bestand ich darauf das wir schon um elf losfahren. Um elf Uhr traf ich mich mit Christoph, Mattn, Steve und Jenny bei einem Burger Tempel am Bahnhof. Ein Cheesburger später ging die Fahrt dann los. Fünf Personen in einem Auto. Naja ich saß vorne, deshalb fand ich das schon sehr lustig, wenn ich mit ansehen durfte, dass die Knie vom Mattn aus Platzgründen neben seinen Ohren waren.

Nach knapp 15 Metern fragte unser Fahrer mal ob denn jemand wüsste, wie es nach Kiel geht. Auf jeden Fall wussten Christoph und der Mattn schon mal, dass wir in den Norden müssen. Nach kurzen Diskussionen auf welche Autobahn wir müssen, fuhren wir erst mal eine halbe Stunde durch Düsseldorf. Nach knapp zwei Stunden waren wir in Münster.

Von jetzt an wurde es von Minute zu Minute immer schlimmer. Frau Holle schien extra motiviert zu sein und sie schenkte uns jede Menge Schnee. Christoph wurde langsam nervös. Er hatte Angst dass wir es nicht rechtzeitig schaffen. So ein Quatsch. Wir sind doch schon ne Stunde eher losgefahren und werden so um 17 Uhr in Kiel sein. Hey, ich war fest davon überzeugt!

Zwei Stunden auf der Autobahn geparkt

Als wir dann knapp zwei Stunden auf der Autobahn in Osnabrück geparkt haben mussten wir erst mal einen Parkplatz ansteuern um unsere Blasen zu entleeren. Auf der Toilette traf ich dann erst mal Janus unseren Vielschreiber, der ein wenig verwirrt war, mich den Hamburger auf einer Raststätte in Münster zu treffen. Nach zwei Stunden Fahrt, in denen wir geschätzte fünf Meter weiter gekommen sind, fing dann unser Mattn an zu weinen. Er muss eine Rauchen und sein Hintern tut weh und so weiter.

Wir hatten ein Ziel vor Augen. Drei Punkte in Kiel holen und mehr als 45 Minuten vom Spiel sehen. Der Stau war plötzlich weg und wir fuhren mit 120 kmh Richtung Kiel. Vielleicht sollte ich erwähnen dass unser Fahrer gar nicht mehr sehen konnte wohin er fährt weil der Schnee immer dichter wurde. Da ich auf der Beifahrerseite saß, gab ich das Kommando wenn er über den Seitenstreifen fuhr. Da er sich aber nur an den roten Lampen vom Vordermann orientierte schrie ich alle zwanzig Sekunden, dass er drüber ist und nach links fahren soll. Ich hatte Panik.

Da wir uns nicht sicher waren ob das Spiel statt findet, kam ich auf die glorreiche Idee, dem Chef-Paparazzo von Kiel ne SMS zu schreiben. Seine Antwort war, dass das Wetter in Kiel super ist. ,Ein echter Pansensommer.“ Keiner von uns wusste was ein Pansensommer ist und so ging es weiter. Zwischenzeitlich rief uns Frank an. Wir dürfen nicht vergessen Buletten zu essen. Mattn’s selbst gemachte Buletten sind nämlich der Grund, warum wir seit Wochen ungeschlagen sind. Wer aber hat natürlich keine gemacht ????

So mussten wir an einer Raststätte halten um welche zu holen. Als ich die Klötze in der Theke liegen sah, bekam ich Angst. Ich mach ja einiges, vor allem wenn es sich um einen guten Zweck handelt. Aber das ging zu weit. Ich schnappte mir schnell nen Schokoriegel und dann ab ins Auto bevor mir die Buletten hinterher kamen.

Ich telefonierte noch mal mit Kiel und erfuhr dass es im Presseraum was leckeres zu essen gibt. Na geht doch!! Ich hatte tierisch Hunger. Um 19:25 kamen wir endlich am Stadion an. Wir waren grade im Stadion da ging der Schnee wieder los. So macht das Fotografieren ne Menge Spaß. Mattn und ich sind dann erst mal in den Presseraum. Dann der nächste Schock. Nichts mehr zu essen da.

Das Spiel ging los. Unsere Jungs haben gut gespielt. Dem Schiri hat dass auch so gut gefallen, dass er erst mal 7 Minuten nachspielen ließ. Das Ergebnis ist ja bekannt. Nach dem Spiel rief meine Freundin an. Sie war mit Ihrem HSV beim AS Monaco. Kurz vor Hamburg hat sie sich mit Ihrem Auto auf der Autobahn gedreht und ab in die Leitplanke. Ihr ist zum Glück nichts passiert, aber der Wagen ist schrott. Christoph war dann noch so nett und hat mich nach Hause gefahren.

So ich fasse zusammen: Für eine Strecke die man sonst in vier Stunden schafft, haben wir bei dem Wetter acht Stunden gebraucht. Drei Punkte die man sicher im Sack hat, werden einem in der achtundneunzigsten Minute entrissen. Ich habe nichts zu essen bekommen. Mattn hat keine Buletten gemacht. Meine Freundin hat Ihr Auto zerlegt.

(Quelle: Rheinische Post)

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