Holstein erwartet Pokalschreck

Regionalliga Nord

Im Storchennest wird hart gearbeitet, um in den kommenden Wochen die ausgezeichnete Tabellensituation zu verteidigen. Am Sonnabend um 14.00 Uhr wartet im Holstein-Stadion mit dem FC Oberneuland erneut eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel auf das Team von Falko Götz.

Schon bevor der Ball in der neuen Regionalliga Nord zum ersten Mal rollte, war der FC Oberneuland in aller Munde. Die Bremer Vorstädter sorgten eine Woche vor dem Liga-Start in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals für die große Überraschung. Mit 5:4 nach Elfmeterschießen wurde der Zweitligist TuS Koblenz aus dem Wettbewerb geworfen.

In der Saison machte der FCO dann nur noch selten positiv von sich reden. Frühzeitig rutschte Oberneuland in der Liga in die Grauzone des Mittelfeldes ab und auch im DFB-Pokal wurde dem Viertligisten bereits in der nächsten Runde die Grenzen deutlich aufgezeigt. Der niedersächsische Nachbar vom VfL Wolfsburg entledigte sich beim 7:0 locker der Pflichtaufgabe in Oberneuland.

Für Aufstiegs-Trainer Mike Barten bedeuteten die durchwachsenen Vorstellungen seiner Mannschaft – darunter auch die Heimniederlage gegen Holstein Kiel – und das Ende aller Pokal-Träume frühzeitig das Aus. Er wurde Mitte November wegen Erfolglosigkeit entlassen. Nach der kurzen Episode von Wolfgang Sidka, der fünf Punkte aus sechs Spielen holte und wegen unterschiedlicher Auffassungen über den Trainingsumfang sein Amt zur Verfügung stellte, versucht der FCO nun mit internen Lösungen die Saison zu Ende zu bringen.

Der langjährige Co-Trainer Werner Böhm, der sich in der Wintervorbereitung engagierte, wird zunächst nicht weiter machen können. Er lässt sich wegen gesundheitlicher Probleme von seinen Spielern Wojciech Bobrowski und Yusuf-Muri Adewunmi vertreten. An ihnen liegt es nun, die Saison zumindest mit dem Mindestziel Klassenerhalt abzuschließen. „Ich bin von der Mannschaft überzeugt. Sie hat genug Qualität, um auch für das nächste Jahr den Regionalliga-Fußball in Oberneuland zu sichern“, sagt Adewunmi. Unterstützt werden die beiden Jung-Trainer nun von Andreas Milski, der sich um das Torwart- und Reha-Training der verletzten Akteure kümmert.

Viel Arbeit darf Milski im Schlussspurt der Saison aber nicht bekommen, zumal der Terminplan des FCO wegen der zahlreichen Absagen schon eng genug ist. „Es warten harte Wochen auf uns. Wir haben zwar nur einen kleinen, aber dafür einen sehr ausgeglichen besetzten Kader. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Partie gegen die direkte Konkurrenz zu gewinnen und so unseren Vorsprung nach unten zu behalten“, erläutert Adewunmi.

Neben dem Regionalliga-Alltag wollen die FCO-Kicker ihren Traum von der erneuten Teilnahme am DFB-Pokal erfüllen. Im Viertelfinale treten die Bremer Vorstädter Anfang April bei OT Bremen ab. „Wir wollen uns wieder für die erste Hauptrunde qualifizieren“, sagte Adewunmi, der neben dem eigenen sportlichen Erfolg auch das Wohl des Vereins im Auge behält. „Die Einnahmen, die mit dem Erreichen der ersten Runde dem Verein garantiert werden, sind für einen Club aus den unteren Ligen enorm wichtig.“

Heute Nachmittag um 16 Uhr musste Oberneuland im Nachholspiel gegen Türkiyemspor Berlin antreten, eine Partie auf Augenhöhe. Am Ende trennten sich beide Teams 2:2-Unentschieden. Der FCO lag bereits nach 30 Minuten durch die Tore von Dario Fossi und Francky Sembolo mit 2:0 in Führung und gab am Ende doch noch den Sieg aus den Händen.

Am Sonnabend gegen Holstein ist der FCO jedoch krasser Außenseiter. Aber ohne Gegenwehr werden sich die Bremer an der Förde sicherlich nicht geschlagen geben. Bei den Störchen gibt es wenige Tage vor dem Spiel positive Nachrichten zur Personalsituation zu vermelden. Holstein-Torhüter Michael Frech, der beim Auswärtsspiel gegen Türkiyemspor Berlin zur Pause ausscheiden musste, ist heute wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Hendrik Großöhmichen, der in den vergangenen Wochen aufgrund einer Oberschenkel-Zerrung pausieren musste, steht wieder voll im Training der Liga-Mannschaft. Der Genesungsprozess von Kapitän Sven Boy, der zuletzt an einer Nervenwurzel-Entzündung im Rückenbereich laborierte, macht weiter gute Fortschritte.

Foto: Im Hinspiel feierte Holstein einen Auswärtssieg beim FC Oberneuland.

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