Holstein Kiel – 1. FC Magdeburg 1:1 (0:0)

Regionalliga Nord

Das Gipfeltreffen im Kieler Holstein-Stadion zwischen Holstein Kiel und dem direkten Verfolger 1. FC Magdeburg fand beim 1:1-Unentschieden keinen Sieger. Die Störche konnten mit dem Remis den ersten Tabellenplatz in der Regionalliga Nord verteidigen. Die 8250 Zuschauer sahen über weite Strecken eine begeisternde Partie, die eines Spitzenspiels würdig war. „Das war Werbung für den Fußball“, schwärmte SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer nach dem Schlusspfiff.

„Wir haben alles getan, damit die Partie stattfinden kann und heute haben die Zuschauer auch gesehen warum wir unbedingt spielen wollten. Die Mannschaft ist gut drauf“, erklärte KSV-Trainer Falko Götz und meinte, dass beide Teams mit dem Punkt gut leben könnten. FCM-Coach Paul Linz sagte: „Am Ende der Saison werden wir sehen, was der Punkt wert ist.“

Die prächtige Kulisse sorgte für eine tolle Atmosphäre, Die Fans sahen von Beginn an zwei ebenbürtige Mannschaften, die engagiert zu Werke gingen. „Der tiefe Boden war nach den zahlreichen Trainingseinheiten auf dem Kunstrasenplatz etwas ungewohnt, deshalb kamen wir erst nach zehn Minuten so richtig in Schwung“, resümierte Christian Jürgensen, der zusammen mit Tim Siedschlag, Peter Schyrba und Jan Sandmann die Viererabwehrkette bildete. Sven Boy stand aufgrund einer starken Erkältung nicht zur Verfügung.

Nach einem Stier-Freistoß konnte FCM-Keeper Christian Beer den Ball nicht richtig klären und Siedschlag setzte die Kugel im Nachschuss knapp neben das Gehäuse (20.). Die größte Chance für die Gäste resultierte aus einem Rückpass von Stephan Vujcic zu Schlussmann Michael Frech. Den daraus resultierenden indirekten Freistoß hämmerte Radovan Vujanovic auf das Kieler Tor, aber Frech parierte den Ball trotz eingeschränkter Sicht herausragend (44.). Kurz vor der Pause knickte dann Abwehrchef Sandmann unglücklich bei einem Zweikampf um und musste ausgewechselt werden. Der Kieler Defensivspezialist zog sich einen Innenknöchelbruch am rechten Fußgelenk zu und wird bereits am kommenden Dienstag operiert. Insgesamt hatte Holstein in der ersten Hälfte mehr Spielanteile, die Magdeburger agierten jedoch sehr kompakt und zweikampfstark. Neuzugang Velimir Grgic beschäftigte die Gäste-Abwehr mit Kraft und Leidenschaft – es fehlte jedoch das Quentchen Glück im Torabschluss.

In der zweiten Hälfte versuchten die Kieler bissig, direkt und noch schneller zu Werke zu gehen. Eine Hereingabe von Stier köpfte Mohammed Lartey knapp über das Tor (57.). Danach lenkte Beer einen Nouri-Kracher aus 25 Metern gerade noch zur Ecke (58.). Dann die kalte Dusche für Holstein. Eine Watzka-Ecke köpfte Najeh Braham völlig unbedrängt ins Tor zum 0:1 (74.). Die Gastgeber zeigten sich aber nicht geschockt, drängten mit der Unterstützung der Zuschauer weiter Richtung FCM-Gehäuse. Doch immer wieder fehlte den Störchen das nötige Glück. Lartey setzte sich auf der Außenbahn durch und seine Hereingabe köpfte Stier aus kurzer Distanz direkt in die Arme von Torwart Beer (76.). Doch dann folgte der große Auftritt des gerade erst eingewechselten Routiniers Dmitrijus Guscinas. Der Litauer nutzte das Durcheinander im gegnerischen Strafraum, tankte sich nach feiner Vorarbeit von Velimir Grgic durch die gesamte FCM-Abwehr und vollstreckte eiskalt zum vielumjubelten Anschlusstreffer (85.). Der Jubel im Holstein-Stadion kannte keine Grenzen. Nun hofften die Störche-Fans sogar noch auf den Siegtreffer, doch aufgrund der Tatsache, dass die Gäste in der Schlussphase noch zwei brenzlige Situationen mit Maximilian Gewelke (90.) und Braham (91.) im Kieler Strafraum initiieren konnten, zeigten sich auch die Kieler Spieler am Ende mit der Punkteteilung zufrieden.

„Wir haben eine tolle Moral bewiesen, die mit dem Treffer von Dimi belohnt wurde“, freute sich Michael Frech. Marco Stier ergänzte: „Am Ende hatten beide Teams auch noch den Siegtreffer auf dem Fuß, aber insgesamt war das Remis gerecht. Wir haben den Zuschauern nach der Pause guten Fußball geboten.“ Auch Falko Götz zeigte sich mit dem Unentschieden zufrieden: „Meine Mannschaft hat den taktischen Faden nie verloren und ist nach dem Rückstand zurückgekommen. Vor der Einstellung meiner Jungs kann man den Hut ziehen“ (Hornung/Nawe)

Holstein Kiel: Frech – Siedschlag, Sandmann (44. Hasse), Schyrba, Jürgensen – Lartey, Vujcic (83. Guscinas), Nouri, Stier – Wulff (76. Holt), Grgic

1. FC Magdeburg: Beer – Rosin, Wejsfelt, Bankert, Dragusha – Gewelke, Bauer, Matthias (59. Probst), Watzka – Vujanovic, Braham

Tore: 0:1 Braham (72.), 1:1 Guscinas (85.)

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer: 8250

Foto: Beide Teams gingen engagiert zu Werke. In dieser Szene behauptet Marco Stier den Ball gegen Marcel Probst.

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