Holstein Kiel – 1. FC Saarbrücken 1:4 (0:2)

DFB-Pokal Achtelfinale der Frauen

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Das Pokal-Abenteuer der KSV Holstein endete vor der stimmungsvollen Kulisse von rund 700 Zuschauern im Achtelfinale gegen den 1. FC Saarbrücken. Die Siebolds-Elf unterlag dem Erstligisten aus dem Südwesten im Holstein-Stadion verdientermaßen mit 1:4 (0:2). Zur Matchwinnerin avancierte dabei die zweifache Torschützin Lisa Schwab, die mit ihrem direkt verwandelten Freistoß aus 33 Metern (66.) für die Entscheidung sorgte.

Der 1. FC Saarbrücken war mit sechs Junioren-Nationalspielerinnen an die Förde gereist. Mit Nadine Keßler (U20), Dzsenifer Maroszan (U17), Lisa Schwab (U19) und Selina Wagner (U19) standen vier von ihnen von Beginn an auf dem rutschigen Untergrund des Holstein-Stadions. Doch nicht nur die internationale Erfahrung der Gäste gab den Ausschlag für den Erfolg der Saarländerinnen, die am Tag zuvor nach neunstündiger Fahrt die Landeshauptstadt erreicht hatten. Die Mannschaft von Heinz Siebolds agierte von Beginn an einfach zu mutlos, um an diesem Tag für eine Überraschung sorgen zu können. Der Respekt vor dem Bundesligisten war Holstein deutlich anzumerken. Das Konzept, die Räume für den Gegner eng zu machen, ging nur bedingt auf. Spielanlage, Raumaufteilung und Schnelligkeit der Gäste machten an diesem Tag den Unterschied aus. Die KSV konnte sich vor allem im ersten Durchgang kaum eine zwingende Tormöglichkeit erarbeiten.

In der 23. Minute ging der 1. FC Saarbrücken in Führung. Im Anschluss an eine Ecke von Selina Wagner drückte U20-Nationalspielerin Nadine Keßler das Leder aus kurzer Distanz per Kopf in die Maschen. Eine Minute zuvor hatte Lisa Schwab aus spitzem Winkel die Gästeführung verpasst. In der Folgezeit neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Erst in der Schlussphase der 1. Halbzeit erhöhte Saarbrücken wieder das Tempo. Mit Erfolg. In der 43. Minute setzte FC-Kapitän Keßler ihre Teamkollegin Lisa Schwab nach einem unnötigen Ballverlust von Svenja Wölki gekonnt in Szene und es stand 2:0 für den Erstligisten.

Nach der Pause bäumte sich die Siebolds-Elf noch einmal auf. Doch die Gäste gaben die passende Antwort, kamen sofort wieder gefährlich vor das Tor der KSV. Bei eine Kopfball von Keßler aus elf Metern musste sich die prächtig reagierende Holstein-Torhüterin Fredericke Borreck mächtig strecken, um das Leder in höchster Gefahr mit den Fingerspitzen über die Querlatte zu „wischen“. Die Gastgeber hatten nun ihre stärkste Phase. In der 65. Minute schickte Stephanie Güldenzoph Sandra Bannas auf die Reise und die KSV-Stürmerin ließ Verena Wonn im Saarbrücker Tor keine Abwehrmöglichkeit. Flach und unhaltbar schlug der Ball zum Anschlusstreffer für Holstein im Gehäuse ein. Die aufkeimende Hoffnung der Kielerinnen wurde allerdings schon sechzig Sekunden später jäh im Keime erstickt. Per direkt verwandeltem 33-Meter-Freistoß von Schwab, bei der die in dieser Szene indisponierte Kieler Abwehr äußerst zögerlich reagierte, entschieden die Saarländerinnen das Pokal-Achtelfinale für sich. Den Schlusspunkt setzte Selina Wagner vier Minuten vor dem Ende. Der guten Stimmung auf der dichtbesetzten Haupttribüne des Holstein-Stadions tat die deutliche Niederlage jedoch keinen Abbruch.

„Wir sind erst nach der Halbzeit so aufgetreten, wie ich mir das vor dem Anpfiff für ein Pokalspiel erhofft habe“, so KSV-Coach Siebolds nach dem Spiel. Der Sportliche Leiter der Kielerinnen, Gerd Schildt, fand noch deutlichere Worte für das Hauptmanko seiner Mannschaft: „Wir hatten heute keinen Mut!“ Dennoch können die kämpferisch überzeugenden Zweitliga-Frauen der KSV Holstein mit stolz auf einen überaus erfolgreichen Pokal-Wettbewerb zurückblicken. Gerd Schildt bedankte sich auf der anschließenden Pressekonferenz des Achtelfinals ausdrücklich bei Holstein-Präsident Roland Reime, Vizepräsident Andreas Raddatz, Geschäftsführer Klaus Kuhn und Horst Kratzert für die hervorragende Organsisation des Pokalspiels im Kieler Holstein-Stadion. (Patrick Nawe)

Holstein Kiel: Borreck – Mohr (70. Pulkis), Schrum, Wölki, Oberst – Preiß, Pashley, Güldenzoph, Krohn (70. Nefen) – Stelck (41. Bannas) – Krause

1 .FC Saarbrücken: Wonn – Kaiser (68. Henning), Hinsberger, Blank, Schinkel (89. Skradde) – Wagner, Kraus (64. Dinger), Karnbach, Schwab – Keßler, Maroszan

Tore: 0:1 Keßler (22.), 0:2 Schwab (43.), 1:2 Preiß (65.), 1:3 Schwab (66.), 1:4 Wagner (86.)

Schiedsrichter: Ina Butzlaff (Wedel)

Zuschauer: 700 (davon 423 zahlende)

Foto: Kiels Julia Oberst setzt sich in dieser Szene gegen Stephanie Kaiser durch.

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