Holstein Kiel – Eintracht Braunschweig 1:1 (1:0)

3. Liga / Fotos im Bildarchiv online!

Holstein Kiel besitzt in der 3. Liga nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang reichte es für die Mannschaft von Trainer Christian Wück nach einem 0:1-Pausenrückstand gegen Eintracht Braunschweig am Ende nur zu einem Remis. Damit beträgt der Abstand zum rettenden Ufer für die KSV inzwischen neun Zähler. 3880 Zuschauer verfolgten das traditionsreiche Nordderby im Holstein-Stadion.

Die Störche lieferten eine sehr schwache erste Halbzeit ab. Die Gäste auf Niedersachsen kontrollierten das Geschehen nach Belieben und spielten sich zahlreiche Torchancen heraus. Mirko Boland aus kurzer Distanz (12.), ein abgefälschter Schuss von Marc Calamita (25.), Tim Danneberg frei vor dem Kieler Gehäuse (32.) sowie erneut Danneberg nach einem scharfen Eckball von Damir Vrancic (33.) scheiterten an ihren Nerven oder am bärenstarken Kieler Schlussmann Mchael Frech. Doch in der 44. Minute fiel dann doch der überfällige Führungstreffer für die Gäste. Danneberg wuchtete einen 25-m-Freistoß von Vrancic per Kopf in die Maschen und ließ die rund 800 mitgereisten BTSV-Fans jubeln.

Nach dem Seitenwechsel drehte die KSV auf, agierte endlich cleverer und druckvoller. Der Aufstiegsanwärter reagierte nur noch und ermöglichte den Störchen gefährliche Vorstöße. Michael Holt prüfte Eintracht-Schlussmann Marjan Petkovic in der 50. Spielminute aus 12 Metern mit einem wuchtigen Schuss und 12 Minuten später konnte Petkovic einen scharf getretenen Holt-Freistoß aus 22 Metern in höchster Not aus dem Winkel boxen. Ein Lebenszeichen der Löwen dann in der 69. Minute als Calamita aus fünf Metern nur knapp den zweiten Treffer für die Eintracht verpasste. Pech für Holstein 60 Sekunden später, ein 30-Meter-Freistoß von Tim Siedschlag klatschte an den rechten Torpfosten. In der 75. Minute musste BTSV-Keeper Petkovic erneut bei einem Holt-Freistoß aus 20 Metern eingreifen. Verpasste Tim Wulff in der 84. Minute eine scharfe Hereinhgabe von Florian Meyer noch knapp, so durfte der Ex-Büdelsdorfer kurze Zeit später jubeln. Wulff drückte einen erneut stark getretenen Holt-Freistoß per Kopf zum Ausgleich in die Maschen (87.). Riesenjubel bei den Kieler Fans, aber auf den erlösenden Siegtreffer warteten die KSV-Anhänger in der Schlussphase trotzdem vergeblich.

“Es wird selbst mit einer Leistung wie in der 2. Halbzeit schwer, den Klassenerhalt zu schaffen”, schätzte KSV-Coach Wück nach 13 sieglosen Spielen in Folge die Situation seiner Mannschaft im Tabellenkeller realistisch ein. “Wir müssen mit diesem einen Zähler gegen starke Braunschweiger leben, auch wenn das für uns zu wenig ist”, so Wück. Holstein-Keeper Michael Frech, gegen die Löwen stärkster Kieler auf dem Rasen, meinte: “Der Ausgleich war nach unserer starken 2. Halbzeit sicherlich nicht unverdient. Leider hat es nicht für einen Sieg gereicht.”

BTSV-Kapitän Dennis Kruppke zeigte sich angesichts des späten Ausgleichs enttäuscht: “Wir standen uns selbst im Weg, haben das zweite Tor nicht gemacht. Nach der Pause haben wir damit aufgehört, Fußball zu spielen. Dann passiert so etwas wie in der 87. Minute eben.” Trainer Torsten Lieberknecht kommentierte das Remis in Kiel wie folgt: “Wir haben kurz vor dem Ende verdientermaßen den Ausgleich kassiert. Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen. Holstein kann sich heute bei dem überragenden Torhüter Michael Frech bedanken. Wir sind traurig über das Ergebnis, aber für uns ist noch alles drin im Aufstiegsrennen.”

Bereits am kommenden Sonnabend geht es für die Kieler Störche weiter. Dann heißt der Gegner um 14 Uhr im Holstein-Stadion Rot Weiß Erfurt.

Holstein Kiel: Frech – Siedschlag, Schyrba, Rohwer (63. Meyer), Schulz – Holt, Bruns (46. Wulff), Müller, Heider – Cannizzaro (46. Jerat), Sembolo

Eintracht Braunschweig: Petkovic – Fuchs, Henn, Dogan, Reichel – Kruppke, Danneberg, Vrancic, Boland – Morabit (73. Banser), Calamita (85. Washausen)

Tore: 0:1 Danneberg (44.), 1:1 Wulff (87.)

Schiedsrichter: Dittrich

Zuschauer: 3880

Foto: Massimo Cannizzaro im Zweikampf mit dem Braunschweiger Deniz Dogan.

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