Holstein Kiel – FC Oberneuland 1:1 (1:1)

Regionalliga Nord (23. Spieltag)

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Holstein Kiel hat im Kampf um den Drittliga-Aufstieg zwei wertvolle Zähler eingebüßt. Gegen den FC Oberneuland reichte es für den Spitzenreiter vor knapp 3000 Zuschauern nur zu einem 1:1-Unentschieden. Aufgrund einiger brenzliger Situationen im Kieler Strafraum, der zaghaften Aktionen in des Gegners Strafraum sowie eines zähflüssigen Spielaufbaus im zweiten Durchgang sagte KSV-Coach Falko Götz nach dem Abpfiff: „Ich bin froh, dass wir wenigstens den einen Punkt geholt haben, denn wir haben uns das Leben heute sehr schwer gemacht.“

Wieder einmal begannen die Störche wie die Feuerwehr und hätten bereits in der dritten Minute in Führung gehen können, doch ein 10-Meter-Kracher von Christian Jürgensen prallte gegen die Unterkante des von Mansur Fagiryar gehüteten Gästetores. Doch nach neun Minuten war es dann doch soweit. Michael Holt nutzte eine Unaufmerksamkeit der Bremer Innenverteidigung und tunnelte Fagiryar zum 1:0 für Holstein. Unverständlicherweise geriet der Kieler Motor nach dem Führungstreffer immer mehr ins Stocken, Unaufmerksamkeiten schlichen sich ein. Oberneuland legte nun die Nervosität ab und gab die passende Antwort auf den Kieler Torerfolg. In der 30. Minute tanzte Francky Sembolo die gesamte Kieler Deckung gekonnt aus und traf aus vierzehn Metern flach ins rechte untere Eck. Holstein-Keeper Michael Frech hatte in dieser Szene keine Abwehrchance. Nur fünf Minuten später hätte Marco Stier seine Störche erneut in Front schießen können, doch zögerte der Ex-Münchener aus sieben Metern spitzen Winkels viel zu lange.

Nach der Pause hielten die Gäste noch besser mit, profitierten dabei immer wieder von Kieler Fehlern und nutzten die Schwächen der ersatzgeschwächten Platzherren zu ihren Gunsten. Zu allem Überfluss musste Holstein-Kapitän Holger Hasse zur Pause angeschlagen (Prellung nach Pressschlag) in der Kabine bleiben. Für ihn rückte Dmitrijus Guscinas in die Formation, um der Offensive neuen Schwung zu verleihen. Doch den erhofften Angriffswirbel konnte die KSV diesmal nicht entfalten. Glück für Holstein dann in der 78. Minute, als Schiedsrichter Norbert Grudzinski aus Hamburg einem Treffer von Sembolo aufgrund einer vermuteten Abseitsstellung die Anerkennung versagte. „Da hat der Unparteiische uns richtig schlecht erwischt“, ärgerte sich FCO-Kapitän Wojciech Bobrowski nach dem Schlusspfiff über die Szene, die Oberneuland beinahe auf die Siegerstraße geführt hätte. Holstein besaß während des Endspurts nur noch eine gute Tormöglichkeit. Nach einer scharfen Hereingabe des eingewechselten Stephen Famewo setzte Michael Holt das Leder volley aus sechs Metern neben das linke obere Toreck ins Aus (83.).

„Ich habe sicherlich keinen ausschließlich geraden Weg nach oben erwartet“, ordnete Holstein-Trainer das Remis gegen den FC Oberneuland in die Kategorie „ärgerlich“ ein und sah das Hauptmanko seiner Mannschaft ganz deutlich in der mangelnden Ruhe im Spielaufbau und den wenig zwingenden Tormöglichkeiten. Ferner zeigte sich Götz nachdenklich angesichts der Ausfälle zahlreicher Routiniers: „Es ist zwar ansehnlich, frischen und jugendlichen Offensivfußball zu spielen, aber in einigen Situationen hat uns heute einfach die Erfahrung einiger Führungsspieler gefehlt.“

Holstein bleibt trotz des Remis weiter Tabellenführer der Regionalliga Nord und reist am kommenden Sonntag zum Chemnitzer FC. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, denn beim CFC wird es nicht einfacher als heute“, so Götz, der elf Spiele vor dem Ende der Saison vor allem auf die baldige Rückkehr seiner angeschlagenen Leitwölfe hofft. (nawe)

Holstein Kiel: Frech – Schulz, Hasse (46. Guscinas), Schyrba, Jürgensen – Vujcic – Meyer (79. Famewo), Stier, Siedschlag – Holt, Wulff (70. Zmijak)

FC Oberneuland: Fargiryar – Pekrul, Mouaya, Muzzicato, Fossi, Bobrowski, Cornelius, Muzzicato, Yücel, Sembolo, Kilicaslan (65. Wemmer)

Tore: 1:0 Holt (10.), 1:1 Sembolo (30.)

Schiedsrichter: Grudzinski (Hamburg)

Zuschauer: 3000

Foto: Tim Wulff und die Kieler Offensive ließen gegen Oberneuland die nötige Durchschlagkraft vermissen.

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