Holstein Kiel – SG Wattenscheid 1:3 (1:2)

2. Frauen-Bundesliga Nord

Kiel ist ein gutes Pflaster! Für Gäste-Teams! Im dritten Heimspiel gab es die dritte Schlappe für die Truppe von Neutrainer Guido Gehrke. Verlor Holstein vor zwei Wochen gegen dem Tabellenletzten FSV Gütersloh, hatten die Kielerinnen erneut gegen das Schlusslicht das Nachsehen. Die KSV unterlag auf dem Kilia-Platz mit einer erneut schwachen Vorstellung vor den eigenen Fans mit 1:3 der SG Wattenscheid 09.

Ganz klar und deutlich: Mit so einer Leistung sind die Frauen von Holstein Kiel eine der heissesten Abstiegsanwärter. Die drei Bewerbungsunterlagen abgegeben in Kiel sprechen da eine klare Sprache. Nur Schildt erreichte Normalform und war somit die beste Holstein-Akteurin auf dem Platz. Mit Abstrichen gefielen Pulkis und Pérez Traulsen. Und die übrigen Spielerinnen? Viele weit neben sich. Lauf, Pass- und Gedankenspiel erhielten eine mangelhafte Note. Offensiv sehr zahm und defensiv sehr brav zeichneten das Holstein-Spiel aus. In der ersten Halbzeit gab es nur zwei Chancen. Bei der ersten scheiterte die von Bannas freigespielte Krause mit einem Flachschuss aus 16 Metern an Keeperin Duschinski (29.). Die zweite nutzte Bannas per Heber aus 20 Metern über Duschinski zum hoffnungskeimenden Anschlusstreffer.

„Wir sind in der Liga angekommen“, waren die ersten Worte von SG-Trainer Jörg Amthor, der erst seit kurzem das Ruder bei der leckgeschlagenen SG Wattenscheid übernommen hat, nach dem Schlusspfiff und verdienten Sieg. Seine Mannschaft überraschte die Holsteinerinnen – vor allem über die rechte Seite – mit gefälligem Passspiel. So in der 27. Minute, als nach einem Pass durch die Nahtstelle der Viererkette Hoffmann Torhüterin Bendt ausspielte und ins leere Tor einschob. Beim 0:2 spitzelte eine Kieler Spielerin beim Abwehrversuch im Strafraum den Ball zu Hoffmann, die am zweiten Pfosten das eiskalt ausnutzte. Die Wattenscheiderinnen waren in ihren Aktionen frischer, läuferisch stärker, handlungsschneller und cleverer in den Zweikämpfen. Die Gäste waren sicherlich keine Übermannschaft, die Holstein Woman sind jedoch wieder mal mit dem falschen Fuss aufgestanden. In der zweiten Hälfte gab es kaum den Anschein ob einer positiven Veränderung seitens der Schleswig-Holsteinerinnen. Wenige Chancen auf beiden Seiten erweckten auch nicht so das Interesse der am Sonntag kleinen Fangemeinde. Mit dem 3:1 durch Quast, die rechts nach einem Pass in die Tiefe durch war und an Bendt vorbei einschoss, hatte die Begegnung sowieso ihren verdienten Sieger gefunden. Da halfen auch die drei Möglichkeiten durch Bannas (69.), Krause (70.) und Kranz (89.) nicht.

Waren das die Nachwehen der Verletztenliste und der kräfteraubenden Spiele vor einer Woche in Bremen und dem Pokalspiel mit Verlängerung und Elfmeterschiessen vor drei Tagen im Holstein-Stadion gegen TB Berlin? Die Saison 2009/10 wird eine schwierige Geburt. Mit Lok Leipzig auswärts und Herford zuhause in Kiel warten in den nächsten beiden Wochen die zwei Topfavoriten auf die Meisterschaft.

Holstein Kiel: Victoria Bendt – Rachel Rinast, Tessa Schildt, Rosa Pérez Traulsen, Martina Pulkis – Kati Krohn (57. Jeska Danielsen), Rachel Pashley (70. Marialiiza Kranz), Lena Schrum (33. Wölki), Justine Pank – Sandra Bannas, Christina Krause

SG Wattenscheid 09: Stephanie Duschinski – Julia Zumdick, Julia Bolle, Katrin Schröder. Janine Angrick – Lisa Quast, Silke van den Berg, Laura Hoffmann – Sara Doorsoun-Khajeh, Katharina Rogalla (70. Nadja Deyke), Janine Ganser (85. Deborah Diekmann)

Schiedsrichter: Verena Schultz (Wolfsburg)

Zuschauer: 65

Gelbe Karten: Bannas, Pérez Traulsen, Pank – Hoffmann

Tore: 0:1 L. Hoffmann (27.), 0:2 L. Hoffmann (30.), 1:2 Bannas (31.), 1:3 Quast (65.)

Foto: Lena Schrum im Zweikampf mit SG-Kapitänin Silke van den Berg.

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