Mi. 19.30 Uhr: Holstein Kiel – 1. FC Magdeburg

Kieler Störche gegen Europapokalsieger –

Heimpremiere im ’neuen‘ Holstein Stadion

Die Landung der Kieler Störche in Dresden fiel am vergangenen Wochenende sehr unsanft aus. Mit dem 1:4 kassierte man zum Start der Fußball-Regionalliga Nord 2006/07 eine deutliche und in der Höhe unerwartete Niederlage bei den Sachsen und steht vor der Heimpremiere gegen den 1. FC Magdeburg bereits unter Druck. Wiedergutmachung ist angesagt in der Landeshauptstadt. „Vielleicht war das ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt“, versuchte Abwehrchef Michael Molata in Dresden, dem Fehlstart noch etwas Positives abzugewinnen.

Dabei war die Stimmung an der Förde vor dem Start in die neue Saison ausgesprochen gut, ja sogar euphorisch. Grund dafür waren die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Kieler Holstein-Stadion. Schon seit Wochen belagerten zahlreiche Zaungäste die Baustelle in freudiger Erwartung des veränderten Ambientes. Täglich tummelten sich zahlreiche Fans auf der neuen Sitztribüne auf der Gegengeraden, prüften Fanblock I auf Herz und Nieren oder studierten als Akustiktest erste Gesänge ein. Unter Hochdruck wurde in den letzten Wochen gearbeitet, um die beiden neuen Tribünen bis zum Heimdebüt am Mittwoch um 19.30 Uhr fertig zu stellen. Noch herrscht am Mühlenweg reges Treiben, doch eines steht schon jetzt fest, das Kieler Holstein-Stadion ist ein echter „Hingucker“ geworden und der Staub vergangener „Fußball-Kampftage“ ist neuem Glanz gewichen. „Karneval am Himmelstor, das ist einfach nur spitzenklasse hier“, zeigt sich Oliver Pfeifer, 1. Vorsitzender der Holstein Fanvereinigung, begeistert von der „neuen“ Heimstätte seiner „Störche“. Auf der an das Spielfeld gerückten Gegengeraden befindet sich nun eine kombinierte Steh- und Sitzplatztribüne mit über 3.000 Plätzen (davon 900 Sitzplätze). Die ehemalige Westkurve auf der Seite der Stadtautobahn ist zur neuen Heimat der Holstein Supporters geworden. Auch hier bietet eine neue und ebenfalls überdachte Tribüne über 3.000 Stehplatzbesuchern Raum. Beide Konstruktionen wurden durch ein ausgeklügeltes Stahlrohr-System binnen kürzester Zeit realisiert. Ein Quantensprung für Kieler Stadionverhältnisse. Rund 12.000 Zuschauer fasst das neue Holstein-Stadion.

Und auch die Spielplanmacher hatten ein gutes Händchen. Zur „Stadioneröffnung“ gastiert mit dem 1. FC Magdeburg der Europapokalsieger von 1974 beim Deutschen Meister von 1912. Nicht erst seit dem überraschenden 2:0 (1:0)-Erfolg im Test über den Zweitligisten MSV Duisburg sowie dem 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach vor dem Saisonstart ist der 1. FC Magdeburg wieder in aller Munde. In souveräner Manier sicherte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Heyne den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Mit einer geballten Ladung Aufstiegseuphorie und seinen zahlreichen Fans wird Magdeburg einen gehörigen Beitrag zu einem echten Fußballfest in Kiel leisten können. Und auch das Remis gegen den HSV zum Saisonstart kann sich durchaus sehen lassen. Aufstiegs-Trainer Dirk Heyne, in den Jahren 1977 bis 1991 FC-Stammkeeper mit 323 Oberliga- und 34 Europapokalspielen, genießt die Sympathien der Fans und Rückendeckung der Clubführung. Aber auch die zum Jahresende fertig gestellte und im Februar gegen Holstein Kiel zu eröffnende neue 26000-Zuschauer-Arena heizt die Euphorie an der Börde weiter an. Die Erwartungshaltung nach dem Aufstieg des ehemaligen Erstligisten ist entsprechend groß. Nach dem insolvenzbedingten Zwangsabstieg vor vier Jahren kann das Nahziel für den Aufsteiger allerdings (vorerst) nur Klassenerhalt lauten. Holstein Kiel ist dennoch gewarnt. Mit Mats Wejsfelt (FC Sachsen Leipzig) und dem zuletzt leicht angeschlagenen Frank Gerster (Kickers Emden) wechselten zwei erfahrene Abwehrstrategen an die Börde, dazu folgten Mittelfeldregisseur Kais Manai (Jena) und Angreifer Danny Kukulies (Neuruppin) den Rufen von Trainer Dirk Heyne.

Die Mannschaft von Frank Neubarth wird alles daran setzen, um vor der sicherlich stattlichen Kulisse das Ergebnis Dresden auszubügeln. „Das Stadion könnte für uns ein wichtiger Faktor werden“, setzt Neubarth gegen den 1.FC Magdeburg auf die Kieler Fans. Und auch Fin Bartels, zum Auftakt einziger Torschütze für Holstein, zeigt sich optimistisch: „Ein Sieg und die Welt sieht schon wieder ganz anders aus.“

(nawe)

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