So. 14.00 Uhr: Wuppertaler SV – Holstein Kiel

3. Liga (11. Spieltag)

Am Sonntag um 14.00 Uhr kommt es im Wuppertaler Stadion am Zoo zum Treffen alter Weggefährten aus seligen Zweitliga-Zeiten. Doch die beiden traditionsreichen Kontrahenten verspüren derzeit unangenehmen Tabellendruck, denn nach einem wenig zufriedenstellenden ersten Saisonviertel und dem Abrutschen in den Ligakeller sind die drei zu vergebenden Zähler im Lager der Störche und des WSV momentan eine heiß begehrte Ware.

Während Holstein nach dem jüngsten Erfolg gegen Heidenheim zumindest wieder „über dem Strich“ rangiert, steht der Mannschaft von Uwe Fuchs das Wasser mehr denn je bis zum Hals. Die Rote Laterne hängt bedrohlich über der Wupper – zuletzt sechs Niederlagen in Folge, so lautet die ernüchternde Bilanz der Fuchs-Elf. Da werden mitunter ungewöhnliche Maßnahmen nötig. Erstmals soll am Sonntag Karsten Fischer die Kapitänsbinde des WSV tragen und seinen formschwachen Vorgänger Nils Schäfer beerben. Kurios: Schäfer war erst zu Saisonbeginn für den nach Kiel abgewanderten Führungsspieler Tim Jerat zum „Chef“ befördert worden. Und Letzterem trauert man am Zoo heute mehr denn je hinterher. „3 Zähler wollen wir mit nach Hause bringen“, so Jerat, der allerdings krankheitsbedingt fehlen wird. Dafür nominierte KSV-Trainer Torsten Fröhling U23-Kapitän Timo Bruns nach.

„Wenn meine Mannschaft das ganze Jahr über so engagiert und motiviert auftreten würde wie in den letzten Tagen auf dem Trainingsgelände, dann wäre das ein Traum“, sagte der Kieler Coach unter der Woche. Große Worte, die aus dem Mund des als bescheiden geltenden Fußballlehrers Hoffnung auf den zweiten Kieler „Husarenstreich“ binnen acht Tagen machen. „Wir wollen gerne an das Heidenheim-Spiel anknüpfen und darüber hinaus unsere Fehlerzahl weiter minimieren“, so Fröhling, der vor allem darauf Wert legt, dass „die Jungs auch unter Druck einen klaren Kopf behalten“.

Doch der ehemalige St. Paulianer hat Respekt vor dem „angeschlagenen“ Gegner von der Wupper. „Das sind mitunter die schwierigsten Spiele. Beim Tabellenführer wäre es am Sonntag sicherlich einfacher, dort könnten wir ohne Druck befreit aufspielen“, so der Ex-Bundesliga-Profi, der sich am Sonnabend früh mit seinen Störchen in den Zug Richtung Westen setzen wird. „Aber wir wollen unser Spiel machen und uns nicht dem System des Gegners unterordnen“, zeigt sich Fröhling kämpferisch und spiegelt damit das neue Selbstbewusstsein seines Teams wieder. Denn für den Oberliga-Vizemeister von 2008 gibt es nur eine Losung: „Wir lassen uns sicher nicht in die Enge treiben, jeder Gegner muss bezwungen werden.“ Die Holstein-Fans werden diese kernigen Worte vor der für Drittliga-Verhältnisse eher als Kurztrip einzustufenden Reise an die Wupper sicherlich gern hören.

Foto: Torsten Fröhling und die Störche, hier im Bild Youngster Florian Meyer, wollen auch am Sonntag wieder jubeln.

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