Störche bleiben im Aufstiegsrennen

Holstein Kiel – RB Leipzig 1:0 (0:0)

Holstein Kiel bleibt im Aufstiegsrennen. Vier Spieltage vor
Saisonende bezwangen die Störche in einem intensiven Spiel Konkurrent RB
Leipzig mit 1:0. Das Tor des Tages erzielte Fiete Sykora (56.) nach prima Vorarbeit
von Marc Heider und Fabian Wetter. Die Gäste wurden nach der Führung immer
schwächer und hätten sich weitere Gegentreffer nicht beklagen können. So feuerten die 6.175 Zuschauer im Holstein-Stadion ihre Störche bis zum
Abpfiff lauthals nach an. Dann war der Dreier im Sack.

Zum 3:1-Sieg bei ZFC Meuselwitz änderte Holstein-Trainer
Thorsten Gutzeit die Startelf einmal: Deran Toksöz kehrte nach abgesessener
Gelbsperre zurück, Steve Müller nahm auf der Bank Platz.

Ein knallvolles Holstein-Stadion, gutes Wetter und beste
Stimmung bei den Fans – die Voraussetzungen für das Spitzenspiel hätten nicht
besser sein können. Diese optimalen Bedingungen wollten die Störche nutzen und
waren zunächst das spielfreudigere Team, das sich auch Ansätze von Torchancen
erarbeitete. Scharfe Flanken von Sykora (9.) und Wetter (15.) fanden aber
keinen Abnehmer. Nach einer Ecke muste RB-Torwart Borel einen Kopfball von
Mitspieler Hoheneder von der Linie kratzen (18.). Leipzig spielte gemächlich
aus der Defensive und schien, die Null halten zu wollen. Nach einer halben
Stunde der erste Hallo-Wach-Effekt der Gäste. Flanke Müller aus dem Halbfeld,
Kopfball Frahn Höhe des Elfmeterpunkts gegen die Laufrichtung von KSV-Torwart
Strähle, doch der Ball des besten Torjägers der Liga klatschte vom linken
Pfosten ins Feld zurück. Die Bullen drückten die Störche jetzt in die eigene
Hälfte, aber auch weil Kiel nicht mehr schnell genug nach vorne rückte und die
Anspiele in die Offensive nicht mehr den eigenen Mitspieler fanden. Da die
Tormaschine der Gäste ebenfalls vor der Pause nicht weiter zündete, ging es mit
0:0 in die Kabinen.

Ohne Wechsel kamen bede Teams zurück auf den Rasen. Mit einsetzendem Regen
begannen auch die Störche wieder zu ihrem Spiel zurückzufinden. Nach einer
schönen Kombination über links fand Wetters Flanke vor dem Tor keinen Abnehmer. Nur eine
Minute später machte es Kiels Linksverteidiger besser: Heider spielte Kiels
Nummer 17 prima frei, Wetter legte clever in den Rücken der RB-Abwehr und
Sykora schob aus zehn Metern zur Führung ein (56.). Leipzig geschockt und Kiel
mit zwei Chancen zum 2:0. Heiders Schuss wurde von Hoheneder in letzter Sekunde
ans Außennetz gelenkt (61.). Eine Minute später kratzte RB-Torwart Borel einen
19-Meter-Schuss von Lindner aus dem Eck. In der 68. Minute eigentlich das
sichere 2:0: Heider spielte von rechts Lindner am langen Pfosten perfekt frei,
der Kieler traf aus spitzem Winkel aber nur in die Innenseite des
Lattenkreuzes. Von dort sprang der Ball wieder ins Feld. Riesenpech für
Holstein! Es entwickelte sich ein echtes Kampfspiel mit hohem Tempo. Leipzig
unter Zugzwang, aber ohne Kreativität im Aufbauspiel. Die Chancen produzierten
die Störche: Sykora zielte per Kopf erst zu hoch (81.), eine Minute später hielt
Borel auf der Linie prächtig. In der 87. Minute wieder ein sicheres 2:0. Doch
der unsichere Schiedsrichter Wingenbach entschied auf Abseits. Steil hatte einen
Kazior-Freistoß auf den langen Pfosten geköpft und der eingelaufene Sykora aus
einem Meter den Ball über die Linie gestochert. Eine Fehlentscheidung.
In der Schlussminute lief Sachs alleine aufs RB-Gehäuse zu, wurde aber kurz vor dem Abschluss noch gestört. Leipizg hätte sich jetzt über ein 2:0 oder 3:0 nicht beklagen können.
So brachte wenige Sekunden später ein 1:0 die drei Punkte.

Stimmen nach dem Spiel

Störche-Torwart Daniel Strähle freute sich über das Zu-Null
im Spitzenspiel: „Nach starkem Beginn haben wir ab Mitte der ersten Halbzeit
das Heft aus der Hand gegeben. und hatten beim Kopfball von Frahn Glück, dass
wir nicht in Rückstand geraten sind. Da kam die Pause zum rechten Zeitpunkt. Nach
der Halbzeit haben wir nichts zugelassen und verdient gewonnen.“ Holsteins
Abwehrhüne Marco Steil war ebenfalls begeistert: „Hammer-Spiel,
Hammer-Atmosphäre und ein verdienter Sieg!“ Kapitän Christian Jürgensen
erklärte: „Wir haben uns in der Pause noch einmal stark geredet – uns mehr
Laufbereitschaft, mehr Einsatzwillen geschworen. Das haben wir umgesetzt. In
der zweiten Halbzeit waren wir richtig stark und haben verdient gewonnen.“
Fabian Wetter sagte zu seinem Assist beim entscheidenden Tor: „Ich hab Fiete
einlaufen sehen und ihn flach angespielt. Da hat alles gepasst.“

Leipzig-Trainer Peter Pacult sagte auf der Pressekonferenz:
„Ich denke, wir haben ein starkes Regionalligaspiel gesehen – von uns wohl das
beste Auswärtsspiel der Saison in der ersten Hälfte. Nach dem 1:0 nach der
Pause haben wir nicht mehr in unsere Ordnung gefunden. Das ist das einzige, was
ich meiner Mannschaft vorwerfe. Denn den Willen zum Ausgleich haben wir auch
nach dem Rückstand gezeigt. Aber: Wir haben heute nichts mitgenommen.“

Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit sagte nach dem Spiel: „Es
war ein rassiges Spitzenspiel, mit viele Torszenen und vielen Fouls. Man hat
auch auf dem Platz gesehen, dass da zwei gegeneinander spielen, die in der Tabelle nebeneinander stehen. Wir haben engagiert
angefangen, dann ist uns aber der Faden gerissen. Nach dem 1:0 wird die Brust
wird breiter, die zweite Luft kommt, aber leider haben wir die Konter nicht gut
zu Ende gespielt. Aber wir haben heute drei Punkte geholt, mehr liegt nicht in
unserer Hand.

Holstein Kiel: Strähle – Herrmann, Steil, Jürgensen, Wetter
(72. Poggenberg) – Kazior, Toksöz (90. S. Müller)– F. Meyer (79. Sachs),
Sykora, Lindner – Heider. Trainer: T. Gutzeit.

Tor: 1:0 Sykora (56.)

Zuschauer: 6.175

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