SV Meppen – Holstein Kiel 0:0

Oberliga Nord

Die KSV Holstein kehrt mit einem Remis aus der Meppener Vivaris-Arena zurück an die Förde. In einem kampfbetonten Spiel vor 3600 Zuschauern besaß Holstein Feldvorteile, konnte aber die beiden einzigen Möglichkeiten durch Michael Holt (36.) und Tim Siedschlag (50.) nicht in Zählbares ummünzen. Durch das Unentschieden rutschten die Störche – bei einem noch ausstehenden Nachholspiel – erstmals seit dem 1. Spieltag auf den 2. Tabellenplatz der Oberliga Nord, da Verfolger Wilhelmshaven sein Heimspiel gegen den FC St. Pauli II mit 1:0 für sich entscheiden konnte.

Nach dem Abpfiff stapfte ein abgekämpfter, aber zufriedener Sven Boy über den tiefen Meppener Rasen, der nach mehrstündigem Dauerregen einer Matschgrube glich. „Wir haben es verpasst, den Siegtreffer zu erzielen, dennoch ist das Resultat für uns in Ordnung“, kommentierte Boy das Duell zwischen den beiden ehemaligen Zweitligisten und war hocherfreut, „dass es nach meiner langen Pause für mich so gut lief.“ Auch die Gastgeber konnten letztlich mit dem Unentschieden leben. „Das war ein Wahnsinnsspiel und ich muss meiner Mannschaft ein dickes Lob zollen, dass sie gegen das Spitzenteam aus Kiel so eine Leistung abrufen konnte“, fand SV-Coach Hubert Hüring lobende Worte, wusste aber auch, dass die Luft für den SV Meppen im Kampf um die Regionalliga-Qualifikation nun immer dünner wird.

Der Spielverlauf in der Vivaris-Arena ist schnell erzählt. Das tiefe Geläuf verhinderte Kombinationsfußball und spielerische Finesse, Ärmel hochkrempeln und Gas geben war Trumpf vor der stimmungsvollen Kulisse. Torchancen waren allerdings Mangelware. Immer wieder zeigten sich beide Abwehrreihen auf Ballhöhe, erstickten aussichtsreiche Vorstöße stets im Keim. Dennoch hätten die Störche drei Zähler aus dem Emsland entführen können. Allerdings hatten weder Guscinas per Kopf (31.) als auch Holt per Flachschuss (35.) Glück. Eine Minute später verpasste Holt nach einer flachen Hereingabe von Christian Jürgensen die Führung. Der Ex-Meppener kam gegen den aufmerksamen SV-Keeper Marcus Antczak einen Schritt zu spät. Nach der Pause war es dann Tim Siedschlag aus kurzer Distanz, der eine Vorarbeit von Jürgensen nicht verwerten konnte (50.). Sein Gegenspieler Dame Diouf hatte die brenzlige Situation mit robustem Körpereinsatz klären können. In der 62. Minute kam Guscinas einen Schritt zu spät gegen Meppens Schlussmann Antczak. Das war es dann auch schon an erwähnenswerten Strafraumszenen.

Zwar rollte die Kugel – begünstigt durch den rutschigen Untergrund – recht flott durch die Reihen, doch Fußball-Feinkost erlebten die Zuschauer zu keiner Sekunde. „Unter den gegebenen Bedingungen ist es ein Resultat, mit dem wir leben können“, wusste auch Holstein-Coach Vollmann am Ende, dass die Partie in Meppen ein Glücksspiel gewesen war. „Wir haben 90 Minuten gefightet und meine Mannschaft hat sich ein Lob verdient“, so Vollmann, der sich vor allem über die geglückte Rückkehr der zuletzt angeschlagenenen Routiniers Dmitrijus Guscinas, Simon Henzler und Sven Boy freuen durfte. Das Comeback des Kieler Kapitäns trug entscheidend dazu bei, dass der SV Meppen während der gesamten 90 Minuten keine einzige Torchance auf den Weg bringen konnte. Dennoch hofft Meppens Coach Hubert Hüring nach der Begegnung „auf Augenhöhe“ auf die kommenden Wochen: „Wer gegen die Profis von Holstein Kiel punktet und so eine starke Vorstellung abliefert, den belohnt am Ende der Fußballgott!“

Noch eine erwähnenswerte Personalie aus Meppen: U23-Torjäger Nico Schrum feierte in der 86. Minute sein Debüt in der 1. Mannschaft der Kieler Störche. (Patrick Nawe)

SV Meppen: Antczak – Thale, Diouf, Ngole, Westerfeld – Henning (65. Cornelius), Schepers (75. Varga), Wasson – Gerdes, Wessels, Rohrberg (84. Thiel).

Holstein Kiel: Henzler – Hummel, Rohwer, Boy – Siedschlag, Petersen, Hasse, Jürgensen (87. Brückner) – Zmijak, Guscinas, Holt (86. Schrum).

Schiedsrichter: Hielscher (Wolfsburg)

Zuschauer: 3600

Foto: Kopfballduell zwischen Dmitrijus Guscinas und dem Ex-Kieler Dame Diouf.

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