VfB Lübeck – Holstein Kiel 1:3 (1:1)

Regionalliga Nord

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Holstein Kiel ist Herbstmeister der Fußball-Regionalliga Nord. Durch einen verdienten 3:1-Erfolg gegen den VfB Lübeck im 110. Landesderby sicherte sich die Vollmann-Elf vor 5034 Zuschauern drei wertvolle Zähler im Kampf um den 3. Liga-Aufstieg.

Die Tore für die Kieler Störche erzielten Peter Schyrba nach Vorarbeit von Christian Jürgensen (16.), Tim Wulff per Kopf aus sieben Metern nach einer scharfen Hereingabe von Peter Schyrba (61.) sowie Holger Hasse mit einem 24-Meter-Hammer in den rechten oberen Torwinkel der Lübecker (70.). Den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer für die Hanseaten besorgte Marcel Gebers eine Minute vor der Halbzeitpause per Kopf nach einem Eckball von Thomas Ridder.

Der Gästekabinen-Bereich an der Lübecker Lohmühle glich nach dem Schlusspfiff des 110. Landesderbys fast schon einem Lazarett. Routinier Alexander Nouri leistete bei Tim Siedschlag, der sich vier Schnittwunden am Knöchel zugezogen hatte, Erstversorgung und legte ihm einen Verband an. Nebenan auf dem Massagetisch befasste sich Teamarzt Hinrik Dotzer mit dem geschwollenen Knöchel von Christian Jürgensen, während der abgekämpfte Kapitän Sven Boy durch die Szenerie humpelte. Der körperliche Einsatz, mit dem die „Störche“ die Grün-Weißen niedergerungen hatten war enorm. Während der 90 Minuten ging es beherzt und zumeist auch fair zur Sache. Ausnahme: Michael Frech leistete sich in der 11. Minute gegen den provozierenden Marheineke eine Tätlichkeit und hatte Glück, dass der unsichere Schiedsrichter Thomas Frank wieder einmal die Augen ganz woanders hatte. Doch neben einen robusten Körpereinsatz warfen die Kieler auch spielerisch einiges in die Waagschale und durften am Ende verdientermaßen jubeln. Pech für Peter Schyrba, der aufgrund seiner fünften gelben Karte bereits nach dem Derby die Winterpause einläuten darf. Er wird in Wilhelmshaven pausieren müssen.

Erfreuliche Tatsache am Rande des Derbys war, dass es auf den Rängen und vor dem Stadion zu keinen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Fangruppierungen kam. Die rund 700 mitgereisten Kieler feierten nach dem Spielschluss mit der Mannschaft begeistert den Sieg im prestigeträchtigen Duell.

Die Kieler zeigten sich nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft dementsprechend selbstbewusst und geizten nicht mit positiven Statements. „Wir haben erneut unsere Aufstiegsambitionen untermauert“, so Führungstorschütze und Vorbereiter Schyrba nach dem Spiel. Schlussmann Michael Frech äußerte sich ebenso zuversichtlich: „Ich habe immer gesagt, dass wir Meister werden wollen.“ Und auch der überglückliche Jan Sandmann zögerte im Anschluss an sein „Comeback“ nach 12 Monaten – zuletzt trug der Ex-HSVer im Dezember 2007 beim Gewinn der Oberliga-Herbstmeisterschaft gegen den VfL Osnabrück II das Trikot der KSV – keine Sekunde mir der passenden Kampfansage: „Dieser Sieg wird uns nochmal zusätzlichen Auftrieb geben.“

VfB Lübeck: Semghoun – Gebers (86. Kolodzick), Bergmann, Marheineke, Wehrendt – Sachs, Neumann, Ridder (74. Helmke), Lipke – Hirsch (78. Lindner), Henning

Holstein Kiel: Frech – Hummel, Boy, Schyrba – Brückner, Hasse – Lartey, Vujcic, Jürgensen (84. Meyer) – Siedschlag (81. Sandmann), Wulff (88. Petersen)

Tore: 0:1 Schyrba (16.), 1:1 Gebers (44.), 1:2 Wulff (61.), 1:3 Hasse (71.)

Schiedsrichter: Frank (Hannover)

Zuschauer: 5.034

Foto: Sven Boy und Peter Schyrba feiern den wichtigen Sieg an der Lohmühle.

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