VfL Osnabrück – Holstein Kiel 3:1 (0:1)

3. Liga

3. Liga-Absteiger Holstein Kiel lieferte beim letzten Auswärtsspiel der Saison 2009/10 eine zufriedenstellende Leistung ab, musste sich am Ende jedoch dem Zweitliga-Anwärter aus Osnabrück mit 1:3 geschlagen geben. Die 16000 Zuschauer an der Bremer Brücke sahen eine spannende und temporeiche Begegnung mit einem verdienten Sieger. Dem VfL fehlt jetzt nur noch ein Zähler für den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Holstein begann forsch und schockte die erwartungsfrohen Zuschauer an der ausverkauften Bremer Brücke in der 2. Minute mit dem Führungstreffer durch Marc Heider (2.). Die Störche versteckten sich nicht und sorgten immer wieder für Impulse. Der Tabellenzweite agierte lange Zeit gehemmt und übernervös. Dennoch erarbeitete sich die Baumann-Elf gute Torchancen. In der 13. Minute drückte Henrich Bencik einen Kopfball knapp neben das Gehäuse der Kieler. 5 Minuten vor der Pause setzte Bencik einen 18-Meter-Schuss am linken Torpfosten vorbei. Nur 60 Sekunden später verpasste Michael Lejan per Kopf aus 12 Metern den Ausgleich.

Nach der Pause erhöhten die Platzherren den Druck und erzielten durch den eingewechselten Dennis Schmidt (56.) das 1:1. Kurz danach musste Schiedsrichter Benjamin Cortus die Mannschaften in die Kabinen schicken. Im Kieler Fanblock sorgten Unbelehrbare für Unruhe, dichte Rauchschwaden zogen an der Bremer Brücke auf.

Nach 15 Minuten kehrten die Teams zurück auf das Spielfeld. Und Osnabrück hatte weiter die besseren Möglichkeiten. In der 64. Minute reagierte Michael Frech stark gegen den aufgerückten Björn Lindemann, eine Minute später schoss Nickenig den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Doch in der 76. Minute war es dann doch so weit. Im Anschluss an einen Einwurf landete die Lederkugel bei Lindemann und der Ex-Kieler traf aus vier Metern flach und hart zur Führung für die Lila-Weißen. In der Schlussminute erhöhte Schmidt nach einem Handspiel im Strafraum von Fynn Gutzeit per Elfmeter auf 3:1.

„Wir haben heute alles gezeigt, was wir können. Unser Spiel war durchaus in Ordnung. Die frühe Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt“, meinte Holstein-Trainer Christian Wück nach dem Abpfiff. „Direkt nach der Halbzeit konnten wir leider nicht den Konter zum 2:0 nutzen. Man hat aber auch gesehen, was hier in Osnabrück mit den Fans möglich ist. Die Partie heute war erneut ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir haben viel zu oft nach Standardsituationen Tore kassiert. Bedauerlich waren die Vorgänge auf den Rängen. Wir müssen uns von solchen Fans distanzieren, die beinahe einen Spielabbruch herbeigeführt hätten“, so Wück zum Spiel und der Unruhe im Kieler Fanblock.

VfL-Trainer Carsten Baumann meinte nach dem Schlusspfiff: „Wir wurden von einem schnellen Konter kalt erwischt. Danach haben wir uns einige gute Chancen herausgespielt. Nach der Pause haben wir Druck ausgeübt und den Gegner zu Fehlern gezwungen. Die Spielunterbrechung fiel in unsere Drangphase. Danach haben wir verdient noch zwei Tore nachgelegt. Man hat gesehen, dass das Aufstiegsrennen eine Nervenschlacht ist. Wir fahren jetzt gut gerüstet nach Burghausen.“

Der ehemalige Kieler im Trikot der Lila-Weißen, Björn Lindemann, bedauerte den Abstieg der Störche: „Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass Holstein so durchgereicht wird. Das tut mit sehr leid, denn ich habe immer noch gute Verbindungen zu Kiel.“ Ex-Storch Niels Hansen wünschte der KSV am Ende viel Glück: „Ich hoffe, dass Holstein bald wieder in die 3. Liga zurückkehrt. Wir wollen nun in Burghausen den Sack zumachen.“

VfL Osnabrück: Berbig – Siegert, Nickenig, Stang, Tauer – Engel, Pinheiro (31. Lejan), Hansen, Lindemann – Kotuljac (54. Schmidt), Bencik (84. Grieneisen)

Holstein Kiel: Frech – Siedschlag, Schyrba, Boy, Schulz – Heider (59. Holt), Müller, Lamprecht, Meyer (80. Gutzeit) – Sembolo (80. Cannizzaro), Sykora

Tore: 0:1 Heider (2.), 1:1 Schmidt (56.), 2:1 Lindemann (76.), 3:1 Schmidt (90., Handelfmeter)

Schiedsrichter: Cortus (Nürnberg)

Zuschauer: 16000 (ausverkauft)

Foto: Die Fans des VfL Osnabrück in Vorfreude auf das Finale in Burghausen.

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