“Wichtige Entwicklungsschritte!“

Vollmann lobt Holstein-Talente

Ohne die Routiniers Sven Boy (Muskelriss am Unterschenkel), Michel Mazingu-Dinzey (Magen-Darm-Grippe), Jan Sandmann (Achillessehne) und Thorsten Rohwer, der im Abschlusstraining vor dem Spitzenspiel umgeknickt war und sich eine Kapselzerrung im Sprunggelenk zugezogen hatte, einplanen zu können, musste Holstein-Coach Peter Vollmann am Sonntag eine Startformation zusammenbasteln. Glücklicherweise stand Holger Hasse nach seiner Oberschenkel-Zerrung wieder zur Verfügung und lieferte gegen den Verfolger aus Wilhelmshaven trotz seines erheblichen Trainingsrückstandes eine gute Vorstellung als Abwehrchef ab.

Mit Matthias Hummel, Christian Jürgensen, Stefan Vujcic, Michael Holt, Tim Siedschlag und Mariusz Zmijak standen gleich sechs Spieler im Alter von 23 Jahren und jünger von Beginn an auf dem Rasen des Holstein-Stadions. Mit Florian Meyer schickte Vollmann in der 77. Minute ein weiteres Talent ins Rennen. Abgesehen vom Ex-Meppener Michael Holt standen gegen den stark besetzten Saison-Mitfavoriten aus Wilhelmshaven damit ein halbes Dutzend Akteure auf dem Feld, die vor 12 Monaten noch den Stamm der 2. Mannnschaft gebildet hatten und in der Oberliga-Saison 2006/07 mit 48 Zählern einen 9. Rang erkämpfen konnten.

Und die Youngsters lieferten vor allem im ersten Durchgang eine tolle Vorstellung ab. Besonders auf der rechten Seite wirbelten Zmijak, Holt und Siedschlag die Deckung der Uzelac-Elf ein ums andere Mal mächtig durcheinander. „Meine Jungs haben ihre Sache sehr gut gemacht“, zollte Trainer Vollmann vor allem den „jungen Wilden“ nach dem Abpfiff ein Sonderlob. Nach der problematisch verlaufenen Rückrunden-Vorbereitung hatte man so eine starke erste Halbzeit der Kieler gegen die zuletzt hochgelobten Wilhelmshavener nicht unbedingt erwartet.

Und der Kräfteverschleiß nach dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten war den Spielern Mitte der 2. Halbzeit dann auch anzumerken. „Man sah deutlich, dass die Gäste mit zunehmender Spieldauer vor allem in den Zweikämpfen etwas frischer wirkten. In solch einer engen Situationen auszuwechseln, damit würde ich den jungen Spielern die Chance für einen wichtigen Entwicklungsschritt nehmen. Sie müssen lernen, mit der Bedrängnis klar zu kommen“, so Vollmann über die Drangphase der Gäste. „90 Minuten kämpfen ist Plicht, aber 90 Minuten durchgehend guten Fußball zu bieten ist schwer. Ich finde es nicht richtig, dass einige hoffnungsvolle Spieler nach so einer Partie überzogene Kritik einstecken müssen. Schade ist sicherlich, dass das Ergebnis letztlich nicht stimmte und wir unsere 65-minütige Überlegenheit nicht in Zählbares umwandeln konnten“, trauerte auch Vollmann am Ende dem verpassten „Sahnehäubchen“ nach. Dennoch konnte der Kieler Trainer gut mit dem Remis leben und betonte, „dass für uns deswegen sicherlich keine Welt untergehen wird.“

Am kommenden Sonntag beim Landesderby in Henstedt-Rhen sowie im nächsten Heimspiel gegen die momentan schwächelnde Elf aus Cloppenburg können die Störche ihre Spitzenposition weiter ausbauen. „Hoffentlich klappt es dann auch im Abschluss wieder etwas besser“, setzt Vollmann auf den Lerneffekt des Spitzenspiels. (Patrick Nawe)

Foto: Die talentierten Holsteiner Tim Siedschlag und Mariusz Zmijak gingen gegen den SV Wilhelmshaven kämpferisch nahe an ihre Grenzen.

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