Die Kieler Sportvereinigung hat ihr Zuhause und ihren emotionalen Mittelpunkt seit jeher im Kieler Norden. Als Holstein-Sportplatz am 15. Oktober 1911 eröffnet, zählt das heutige Holstein-Stadion zu den traditionsreichsten Sportstätten in Deutschland. Kaum ein Bundesliga-Stadion kann auf eine ähnlich abwechslungsreiche und bewegte Historie zurückblicken.
Große Highlights erlebte unser Stadion zahlreiche. Am 30. Mai 1943 fand das wohl beste Spiel der Vereinsgeschichte gegen den FC Schalke 04 statt. 28.000 Zuschauer bildeten am Karfreitag 1951 gegen den alten Rivalen Hamburger SV die ewige Rekordkulisse auf dem Holsteinplatz. Nach dem Aufstieg in die Erstklassigkeit im Mai 2024 erreichten die Störche in der Bundesliga-Saison 2024/25 mit 14.893 Besuchern den bislang größten Zuschauerschnitt der Clubhistorie. Und in nicht allzu ferner Zukunft könnte dieser Rekord sogar noch getoppt werden. Ende 2030 soll das neue Holstein-Stadion mit einem Fassungsvermögen von 22.094 Plätzen eröffnet werden.
Anlässlich des 115. Geburtstages schauen wir noch einmal auf wichtige Daten und Ereignisse unserer Stadiongeschichte zurück.
Eröffnung des Holstein-Sportplatzes
Am 15. Oktober 1911 wurde der Holstein-Sportplatz vor über 1.000 Zuschauern gegen den Berliner FC Preussen (3:4) eröffnet. Die Tribüne bot nicht nur 300 Sitzplätze, sondern auch einen Fernblick auf die beiden Hochbrücken von Levensau und Holtenau, die Ostsee sowie den Friedrichsorter Leuchtturm.


Das Spiel der Spiele
Am 30. Mai 1943 fand das vermutlich größte Spiel der Vereinsgeschichte statt. Vor 18.000 Zuschauern besiegte Holstein Kiel im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft den schier unbesiegbaren Serienmeister FC Schalke 04 deutlich mit 4:1. Die Partie ging als bestes Spiel der Vereinsgeschichte in die Holstein-Annalen ein.



Eröffnung der Haupttribüne
Die heutige Haupttribüne wurde am 28. Juni 1950 mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 (2:2) eröffnet und fasste damals 1.020 Sitzplätze. Inklusive der erweiterten Gegengeraden passten nun knapp 30.000 Zuschauer auf den Holsteinplatz.



Die ewige Rekordkulisse
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Holstein einen Zuschauerboom. Am 23. März 1951 stieg die Nachfrage nach Karten beim Topspiel der erstklassigen Oberliga Nord zwischen Holstein und dem HSV (3:3) ins Unermessliche. Von 28.000 bis 30.000 Zuschauern war in der Vereinszeitung die Rede.


Traum von der Bundesliga
Nach der Gründung der Bundesliga 1963 träumten die Fans rund um den altehrwürdigen Holsteinplatz viele Jahre vom Aufstieg. Seit der Bundesliga-Aufstiegsrunde 1965 wurde die Heimstätte der Störche Holstein-Stadion genannt. Pläne für eine 38.000-Mann-Arena lagen für den Fall des Aufstiegs bereits in der Schublade. Doch die Heimstätte der Störche verfiel in den kommenden Jahrzehnten zunehmend. Es sollte noch 60 Jahre bis zum Sprung ins Oberhaus dauern.

2. Liga Nord 1978
Nach dem Aufstieg in die 2. Liga Nord im Juni 1978 wurde das Holstein-Stadion mit einem Zaun versehen, der die Zuschauer fortan vom Spielfeld trennte. Das offizielle Fassungsvermögen wurde auf 18.000 Zuschauer begrenzt.
Modernisierung 2006
Die traditionsreiche Gegengerade mit dem Kriegerdenkmal sowie die Westkurve wichen im Sommer 2006 zwei neuen, überdachten Stahlrohrtribünen. Das Fassungsvermögen lag nun bei 11.386 Plätzen. Seitdem steht das Denkmal auf dem Stadionvorplatz.



Die neue Osttribüne
Seit der Fertigstellung der Osttribüne betrug das Fassungsvermögen insgesamt 15.034 Plätze. Beim Heimspiel gegen den SC Paderborn am 13. April 2019 wurde die Tribüne feierlich eröffnet. Durch den Bau erhöhte sich die Anzahl der Sitzplätze um weitere 2.000.


Stadion-Neubau
Mit dem Abschluss der Saison 2025/26 begannen die vorbereitenden Bauarbeiten für das neue Holstein-Stadion. Die 2006 errichtete Stahlrohrtribüne auf der Gegengeraden wurde demontiert. Die neue Haupttribüne soll im Frühjahr 2028 fertiggestellt werden, die Eröffnung des neuen Stadions ist für die zweite Jahreshälfte 2030 geplant.

