Hätte der VfL Bochum, am Sonntag um 13.30 Uhr Gastgeber unserer Kieler Störche, so viele Gegner mit dem Doppelpass nass gemacht, wie es Herbert Grönemeyer in den vergangenen 42 Jahren seit dem Erscheinen seines Top-Sellers „4630 Bochum“ besungen hat, dann würde den Briefkopf der Castroper wahrscheinlich der ein oder andere nationale Meistertitel zieren. Tatsache ist jedoch, dass der VfL mit Ausnahme von zwei Titeln in der zweitklassigen Regionalliga West (1970 und 1971) sowie den vier Meisterschaften in der 2. Bundesliga (1994, 1996, 2006 und 2021) noch keine nationalen oder gar internationalen Titel gewinnen konnte. Bis heute steht der VfL für Maloche, Kultur und Fußball. Der Verein sieht sich als Einheit aus diesen drei Säulen und pflegt das Image eines ehrlichen, bodenständigen Clubs.
Der Verein für Leibesübungen Bochum 1848 Fußballgemeinschaft e. V. ist ein 1938 entstandener Sportverein, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1848 zurückreichen. Neben insgesamt 38 Jahren Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga (Platz 13 in der Ewigen Tabelle) und zwei Teilnahmen am UEFA-Cup (1997 und 2004) stehen zwei Teilnahmen am DFB-Pokalfinale zu Buche (1968 und 1988). Gleich siebenmal gelang dem VfL der Aufstieg in die Bundesliga: 1971, 1994, 1996, 2000, 2002, 2006 und 2021. Gleich dreimal stellte der VfL Bochum den Torschützenkönig der 1. Bundesliga: Stefan Kuntz (22 Tore, Saison 1985/86 und 1993/94 18 Treffer, genauso wie Anthony Yeboah), Thomas Christensen (21 Tore, Saison 2002/03) und Theofanis Gekas (21 Tore, Saison 2006/07) sicherten sich die Torjägerkanone des kicker-Sportmagazins.
Seit 1911 wird an der Castroper Straße in Bochum bereits Fußball gespielt. Sie ist damit – auch wenn der moderne Stadionbau aus dem Jahr 1979 stammt – die älteste Spielstätte im deutschen Profifußball. Tief verwurzelt in der Region durch Werte wie ehrliche Arbeit, Kampfgeist und eine enge Verbindung zur Stadt steht der VfL seit jeher für leidenschaftlichen Fußball im Herzen des Strukturwandels. Das Stadion hat sich seinen kompakten, fußballspezifischen Charakter über Jahrzehnte bewahrt. Und auch die Fans stehen wie eine Wand hinter ihrem VfL. Und eben dieser Leidenschaft werden sich unsere Störche am Sonntag in dem so wichtigen Duell zwischen Nord und West stellen müssen.









