Am kommenden Wochenende (So., 13.30 Uhr) treffen die beiden Teams von Holstein Kiel und Preußen Münster erstmals seit dem 30. Mai 1981 in einem Zweitliga-Spiel im Holstein-Stadion aufeinander. Für die Störche war es damals in der 2. Liga Nord das letzte Spiel vor einer 36-jährigen sportlichen Durststrecke in der Dritt- und Viertklassigkeit. Duelle zwischen Störchen und Adlerträgern gab es in der Zwischenzeit dennoch zahlreiche. So auch am 18. Februar 2006, vor etwas mehr als 20 Jahren.
Im Winter der Saison 2005/06 träumten die Holstein-Fans in der drittklassigen Regionalliga Nord wieder einmal vom Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Nach einer fulminanten Vorrunde, die man – begleitet von einem Zuschauerboom – als Tabellenführer und mit einem kleinen Punktepolster vor Rot-Weiß Essen, FC St. Pauli, VfB Lübeck und FC Carl-Zeiss Jena als Tabellenführer beendet hatte, gastierten Ende Februar 2006 die abstiegsgefährdeten Münsteraner im Holstein-Stadion.


Rückkehr von Hans-Werner Moors
Ausgerechnet Trainer Hans-Werner Moors, der zweieinhalb Jahre zuvor auf äußerst unglückliche Art und Weise bei Holstein vor die Tür gesetzt worden war, saß damals auf der Bank der Preußen. Die KSV begann mit gestandenen Spielern wie Thorsten Rohwer, Jan Sandmann und Michael Molata in der Deckung und besaß auch in der Offensive mit Björn Lindemann, Kapitän André Breitenreiter sowie dem erfolgreichsten Sturm-Duo der Liga, dem Tschechen Pavel Dobry und dem US-Amerikaner Ryan Coiner, jede Menge Offensiv-Power. Die knapp 4.000 Zuschauer waren damals äußerst optimistisch, den Höhenflug der Vorrunde fortsetzen zu können.


Gockel bezwingt Störche
Doch die in der Defensive klug agierenden und mit hoher Laufbereitschaft ausgestatteten Preußen bescherten ihrem Trainer bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte in einer kampfbetonten Partie einen Jahresauftakt nach Maß. Selbst der starke Schlussmann Henrik Preuß im Holstein-Tor konnte damals die erste Heimniederlage der enttäuschenden Störche nicht verhindern. Gegen den Kopfball von Carsten Gockel vier Minuten vor dem Abpfiff war der Holstein-Publikumsliebling zwischen den Pfosten machtlos.


Störche und Adlerträger scheitern
Die Mannschaft von Trainer Frank Neubarth verpatzte also den nach zahlreichen Spielausfällen deutlich verspäteten Jahresauftakt gegen die Westfalen und geriet in den kommenden Wochen im Aufstiegsrennen ins Straucheln. Am Ende musste die KSV Rot-Weiss Essen und Carl-Zeiss Jena den Vortritt lassen. Beide Traditionsclubs durften damals nach einer insgesamt packenden Saison den Zweitliga-Aufstieg feiern. Aber auch Preußen Münster verpasste damals sein Klassenziel. Die Adlerträger mussten den bitteren Gang in die viertklassige Oberliga Westfalen antreten. Erst 2011, also fünf Jahre später, gelang die Rückkehr in die Drittklassigkeit.


