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Geschichte und Geschichten: Nürnbergs Legende vom „Zabo“

Der am 4. Mai 1900 gegründete 1. FC Nürnberg gehört mit seinen neun Deutschen Meisterschaften und vier Pokalsiegen zu den größten Traditionsclubs im deutschen Fußball. Bis 1987 war der Club sogar Rekordmeister, ehe er vom FC Bayern München abgelöst wurde. Zur wechselvollen Historie der „Cluberer“ gehört aber auch die Tatsache, dass man mit neun Abstiegen der alleinige Rekordabsteiger der Fußball-Bundesliga ist – aber auch Rekordhalter in Sachen Aufstieg.

Erinnerungen an die „verlorene“ Heimat

Wer auf den historischen Spuren des 1. FC Nürnberg wandelt, der wird unweigerlich im Stadtteil Zerzabelshof am östlichen Rand der Frankenmetropole landen. Dass dort einst das Herz des ehemals erfolgreichsten und bedeutendsten Fußballclubs des Landes schlug, das wissen heute eigentlich nur noch eingefleischte Fans. Bereits 1913 wurde dort eine schmucke Sportanlage eingeweiht. Aus den zunächst 8.000 Zuschauerplätzen wurden bis 1950 stolze 35.000.

Die Torwartlegende(n)

Dort an der heutigen Heiner-Stuhlfauth-Straße in Zerzabelshof, benannt nach dem langjährigen Meistertorhüter der Nürnberger, lag einst ein Teil des Stadionovals, in dem zwischen 1920 und 1927 sage und schreibe fünf Deutsche Meisterschaften gefeiert wurden. Jedes Mal stand der damalige Rekordnationalspieler Stuhlfauth zwischen den Pfosten und in keinem der fünf Endspiele musste die Torwartlegende hinter sich greifen – phänomenal.

Abschied vom „Zabo“

Mit der Einführung der Bundesliga kam 1963 das Aus für den legendären „Zabo“. Beim Club war man sich einig, dass man fortan ausschließlich im Städtischen Stadion – dem späteren Frankenstadion und heutigen Max-Morlock-Stadion – spielen wollte. Der „Zabo“ wurde für sieben Millionen DM als Baugrund verkauft. Ersatz war das heutige Gelände am Valznerweiher. Dort wurde 1966 der Grundstein für das neue Clubgelände der Nürnberger gelegt, das ein Heimatgefühl wie der alte Sportpark Zerzabelshof samt Umfeld allerdings nur selten vermitteln konnte, wie der deutsche „Stadionforscher“ Werner Skrentny in seinem Werk „Das große Buch der deutschen Fußballstadien“ konstatiert.

Köpke und Stuhlfauth

In Zerzabelshof erinnert heute – inmitten von Häuserblöcken – nur noch eine Gedenktafel an den legendären „Zabo“. Der Name der abgesehen von Andreas Köpke größten Spielerpersönlichkeit der Vereinsgeschichte, Heiner Stuhlfauth, ist allerdings nur rund dreihundert Meter Luftlinie entfernt ein weiteres Mal verewigt worden. Die Vereinsgaststätte des Nürnberger Sportgeländes am Valznerweiher heißt nämlich seit vielen Jahren „Stuhlfauth Stuben“. Ein treffender Name, war doch die Torwart-Ikone des 1. FC Nürnberg nach der aktiven Fußballkarriere (1916–1933) jahrzehntelang als Gastwirt in Nürnberg tätig.

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