In einer umkämpften Partie mussten sich unsere Störche am Freitagabend dem Gastgeber Eintracht Braunschweig mit 0:1 geschlagen geben. Obwohl die Ballbesitzverhältnisse erneut klar auf der Seite unserer KSV lagen, konnte Holstein vor 21.020 Zuschauern – davon 1.500 Gästefans aus Kiel – im Eintracht-Stadion das spielerische Übergewicht nicht in Zählbares ummünzen.
Der Start der Partie verlief holprig. Die auf vier Positionen veränderte Startelf von Cheftrainer Tim Walter war zwar kämpferisch auf der Höhe, brachte sich aber durch leichte Ballverluste mehrfach selbst in die Bredouille. Während Jan Urbichs vermeintlicher Führungstreffer aus Minute drei noch aufgrund einer knappen Abseitsposition durch das Schiedsrichtergespann zurückgenommen wurde, war es ein zu kurz geratener Rückpass von Ivan Nekic, den Urbich erst erlief, ehe er unseren Torwart Timon Weiner umkurvte und den Ball humorlos im Kasten unterbrachte (11.). Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte bemühte sich unser Team, spielerisch in Abschlusspositionen zu kommen, blieb aber zunächst ohne gefährlichen Torabschluss aus eigenem Ballbesitz. Die beste Gelegenheit hatten unsere Jungs nach einer gut getretenen Freistoßflanke von Adrian Kapralik, die Nekic knapp über die Querlatte köpfte (30.). Weil weitere Abschlüsse von Guillermo Balzi und Hiroki Sekine (37.) geblockt wurden, ging es mit dem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.
Die zweite Spielhälfte war von viel Aufwand unserer Störche geprägt. Nachdem Weiner den Schuss aus 15 Metern von Fabio Michele di Sanchez im Nachfassen pariert hatte (47.), näherte sich unsere KSV vor allem in Person von Kapralik an, dessen Abschlüsse im Braunschweiger Sechzehner gleich doppelt geblockt werden konnten: Nachdem der erste aus halbrechter Position noch deutlich am Tor vorbei abgefälscht wurde (56.), warf sich Eintracht-Verteidiger Lukas Frenkert im Fünfmeterraum in den zweiten wuchtigen Schuss des slowakischen Nationalspielers und verhinderte so den Ausgleichstreffer unserer KSV (73.). Zuvor hatte zudem Balzi per Schlenzer knapp den linken Winkel verfehlt (64.). Auch Braunschweig fehlte es über weite Strecken der Partie an Durchschlagskraft in der Offensive. Seine größte Chance der zweiten Halbzeit ließ der BTSV durch einen zu unpräzisen Abschluss von Yann Sturm, der frei vor Weiner rechts vorbeischoss (79.), aus. In der Schlussphase warf Holstein noch einmal alles nach vorne, doch weil auch der Abschluss aus aussichtsreicher Position von Ikem Ugoh geblockt wurde (81.), stand letztlich die knappe Niederlage fest.
Statistik
Braunschweig: Hoffmann – Aydin, Ehlers, Koutsidis (57. Frenkert), Di Michele Sanchez – Flick, Di Benedetto (57. Heußer), Marie – Opoku (80. Zé), Urbich (67. Mijatovic), Sturm. Trainer: Kornetka.
Holstein: Weiner – Sekine, Nekic, Madsen, Tolkin (82. Parduzi) – Meffert (70. Kvilitaia), Kapralik (82. De Regt), Balzi, Ugoh (82. Wiese), Therkelsen (88. Alidou) – Harres. Trainer: Walter.
Schiedsrichter: Weisbach (Halle) – Tor: 1:0 Urbich (11.) – Zuschauer: 21.010.
Stimmen
Phil Harres: Hier einem Rückstand hinterherzulaufen, ist schwer. Die Zeit hat dann für Braunschweig gespielt. Wir haben in der Länderspielpause an vielen Themen gearbeitet und auch ein gutes Testspiel absolviert, aber heute haben wir es nicht geschafft, diese Dinge auf den Platz zu bringen. Wir müssen uns aus der aktuellen Situation herauskämpfen.
Timon Weiner: Wir haben alles rausgehauen, uns letztlich aber selbst geschlagen. Die Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen, waren auf jeden Fall da. Aber wer seine Chancen nicht nutzt und solche Gegentore kassiert, verliert die Spiele in der 2. Liga. Ich kann den Frust der Fans verstehen. Wir sind alle enttäuscht, aber es bringt nichts, jetzt aufzugeben. Das werden wir auch nicht tun, sondern alles dafür geben, uns Erfolgserlebnisse zu erarbeiten.
Jonas Meffert: Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, haben es aber nicht umgesetzt bekommen. Dennoch hatten wir durchaus die Möglichkeiten, hier Unentschieden zu spielen, haben unsere Chancen aber nicht nutzen können. Man hat gemerkt, dass wir alles dafür tun, Punkte einzufahren, es hat heute aber leider nicht gereicht. Wir müssen weitermachen, um endlich ein Erfolgserlebnis einfahren zu können.
















