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Hiroki Sekine: Direkt Dauerbrenner

Erst seit einigen Wochen trägt Hiroki Sekine das Holstein-Trikot – und dennoch zählt er bereits zu einer der festen Größen in der ersten Elf von KSV-Trainer Tim Walter. In allen sechs Ligaspielen stand der Japaner ebenso wie beim erfolgreichen Auftritt unserer Störche in der ersten Runde des DFB-Pokals beim TSV 1860 München in der Startformation. Wir stellen unseren Neuzugang einmal genauer vor.

Sekine verpasste bisher lediglich eine einzige Spielminute, als er zuletzt gegen den VfL Osnabrück kurz vor Schluss ausgewechselt wurde. Ansonsten stand der Japaner stets über die volle Distanz auf dem Feld. Doch woran liegt es, dass der aus Shizuoka stammende Rechtsverteidiger keinerlei Eingewöhnungszeit brauchte? „Am Anfang war es ehrlich gesagt gar nicht so einfach für mich, das Spielsystem zu verstehen“, verrät Sekine über seine Anfangszeit in Kiel. „Aber der Trainer hat mir viele Dinge genau erklärt. Das war sehr hilfreich“, so der 1,87 Meter große Defensivspieler weiter. Offensichtlich mit Erfolg, denn bisher setzte Walter durchweg auf den 24-Jährigen, sodass dieser nach Phil Harres (630 Minuten) die meisten Einsatzzeiten (629 Minuten) in den bisherigen sieben Pflichtspielen sammelte.

Hiroki Sekine kam im Sommer von Stade Reims an die Kieler Förde. (Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire)
Der Japaner stand bisher in jedem Pflichtspiel in der Startelf.

Als „dynamischen und spielstarken Außenverteidiger mit einem sehr interessanten Profil für unsere rechte Defensivreihe“ beschrieb Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe den dreifachen japanischen Nationalspieler, als dieser im Sommer auf Leihbasis mit Kaufoption vom französischen Zweitligisten Stade Reims an die Kieler Förde wechselte. Darüber hinaus bringt unser Neuzugang trotz seines jungen Alters schon reichlich Erfahrung mit: Neben 31 Spielen in der japanischen J1 League stehen auch 15 Erstliga-Einsätze in der französischen Ligue 1 und 24 Partien in der Ligue 2. Insbesondere sein erstes halbes Jahr in Europa war intensiv: Nachdem er im Januar 2025 den Sprung vom japanischen Erstligisten Kashiwa Reysol in die höchste französische Spielklasse gewagt hatte, fand sich der Rechtsfuß mit Reims im Abstiegskampf wieder. Am Ende der Spielzeit wurde der Klassenerhalt nach verlorener Relegation gegen den FC Metz auf dramatische Weise verpasst. Als Kontrast dazu stand Sekine mit seinem Ex-Klub zwischen den beiden Relegationsspielen im Finale des französischen Pokals, dem Coupe de France. „Wir haben vor 77.000 Zuschauern in diesem tollen Stadion gegen Spieler wie Bradley Barcola, João Neves oder Ousmane Dembélé gespielt“, erinnert sich Sekine, der 90 Minuten auf dem Feld stand. „Wir haben zwar leider mit 0:3 verloren, es war aber trotzdem ein besonderes Erlebnis.“

In seiner zweiten Saison spielte der Japaner zwar regelmäßig, konnte sich aber nicht mehr in dem vorherigen Umfang für die Nationalmannschaft empfehlen. Folglich kamen zu den drei Länderspielen, die er zwischen Juni und September 2025 absolvierte, keine weiteren hinzu, sodass der Defensivspieler letztlich nicht für die Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA nominiert wurde. Mitfiebern war aber natürlich trotzdem angesagt, zumal mit Zion Suzuki einer seiner besten Freunde das Tor des japanischen Nationalteams hütete.

Beim Saisonauftakt in Darmstadt traf Sekine auf Yosuke Furukawa, mit dem er einst in derselben Highschool-Mannschaft gespielt hatte.
Der Defensivspieler im ersten Heimspiel der laufenden Spielzeit im Duell mit St. Paulis Branimir Hrgota.
Ab durch die Mitte: Der Rechtsfuß setzt sich im Auswärtsspiel in Magdeburg gegen Alexander Nollenberger (li.) und Moritz Kwarteng durch.

Apropos Freunde: Direkt beim Saisonauftakt beim SV Darmstadt 98 lieferte sich unser Abwehrspieler intensive Duelle mit Yosuke Furukawa, mit dem er einst in der Heimat in der gleichen Highschool-Mannschaft gekickt hatte. Wenngleich an diesem Tag der Frust bei dem 24-Jährigen über das Remis nach einer verspielten 2:0-Halbzeitführung überwiegen sollte, war es dennoch eine schöne Begegnung mit einem alten Weggefährten, so Sekine rückblickend. Die beiden früheren Nachbarn sind übrigens nicht die einzigen Japaner im deutschen Profifußball – im Gegenteil: 27 Spieler aus dem Land der aufgehenden Sonne laufen mittlerweile in den ersten beiden deutschen Profiligen auf – so viele wie nie zuvor. „Der japanische Fußball hat sich enorm weiterentwickelt in den vergangenen Jahren. Außerdem sind japanische Spieler in der Regel technisch sehr gut ausgebildet“, lautet Sekines Erklärungsansatz. Natürlich kenne er auch einige Landsleute persönlich und tausche sich mit ihnen aus, beispielsweise Shio Fukuda (Karlsruher SC), Koji Miyoshi (VfL Bochum), Yuito Suzuki (SC Freiburg) oder Ko Itakura (Borussia Mönchengladbach).

Sekine hat sich nicht nur auf dem Platz, wo er sich selbst als technisch versierten, zweikampfstarken Spieler mit einem guten Spielverständnis beschreibt, eingelebt – auch in Kiel fühlt sich der Japaner wohl. Von seiner Wohnung im Zentrum aus hat er bereits verschiedene Restaurants und Cafés in der Innenstadt ausprobiert. Pasta Carbonara kommt dabei regelmäßig auf den Tisch, wenn er gemeinsam mit Taisei Abe oder Niko Takahashi Essen geht.

Und welche Ziele hat sich der sympathische Rechtsfuß gesetzt? „Ich möchte auch weiterhin regelmäßig spielen und mit Holstein erfolgreich sein. Und natürlich gerne eines Tages wieder für die Nationalmannschaft auflaufen“, hofft Sekine. Sollten seine Leistungen auch zukünftig so konstant bleiben, könnte dieser Wunsch unseres neuen Dauerbrenners sicherlich über kurz oder lang Realität werden…

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