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André Jeschkeit übernahm im Sommer 2025 den Posten als Sportlicher Leiter der Holstein Women.

„Die Favoritenrolle nehmen wir an“ – André Jeschkeit im Interview

Nach einer historischen Saison mit dem Gewinn des Tripels richten die Holstein Women den Blick bereits auf die nächsten Herausforderungen. Wir haben die Sommerpause für ein Interview mit dem Sportlichen Leiter André Jeschkeit genutzt und über die Entwicklung der Mannschaft, den verpassten Aufstieg, die Neuzugänge und die Ziele für die neue Spielzeit gesprochen.

Moin André, lass uns zum Start noch einmal auf die vergangene Saison zurückblicken. Wie fällt dein abschließendes Fazit aus?

Sportlich gesehen haben wir eine herausragende Saison gespielt. Mit dem Gewinn des Triples haben wir in Norddeutschland ein Ausrufezeichen setzen können. Unsere Spielerinnen haben sich enorm weiterentwickelt und wir haben sowohl die Liga als auch den Landespokal dominiert. Das gab es in dieser Form lange nicht und freut mich als Sportlichen Leiter natürlich sehr.

Wie ordnest du den verpassten Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga ein und welche Learnings nehmt ihr daraus mit?

In den beiden Spielen gegen den 1. FC Köln II hat man gesehen, welche Rahmenbedingungen nötig sind, um den Frauenfußball hier in Schleswig-Holstein auf die nächste Ebene zu heben. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um infrastrukturelle Themen wie regelmäßiges Krafttraining oder eine professionelle Ausbildung von Nachwuchsspielerinnen. Spielerisch waren wir aus meiner Sicht nicht weit entfernt. Entscheidend waren eher Athletik, Tempo und die Basics.

Für dich ist es das zweite Jahr bei den Holstein Women, das erste als Sportlicher Leiter. Was waren aus deiner Sicht seitdem die größten Entwicklungsschritte?

Ganz klar die Entwicklung der Mannschaft. Stefan Fischer hat es mit seinem Trainerteam geschafft, das Team auf ein neues Niveau zu bringen und jede Spielerin individuell weiterzuentwickeln. Genau diese Entwicklung hat sich am Ende auch in den Erfolgen widergespiegelt. Deshalb war es uns wichtig, mit einem Trainer mit A-Lizenz weiterzuarbeiten. Parallel dazu hat sich auch die gesamte Women-Abteilung im Verein kontinuierlich professionalisiert.

Der Frauenfußball entwickelt sich deutschlandweit rasant. Wo siehst du die Holstein Women aktuell in diesem Prozess?

Ich denke, wir gehören im Frauenfußball zu den etwa 50 besten Vereinen in Deutschland. Viele große Klubs investieren mittlerweile massiv in den Frauenbereich. Wir sehen uns in erster Linie als Ausbildungsverein und können auf dieser Ebene ganz oben noch nicht mithalten. Im Regionalliga-Bereich sind wir aber mittlerweile sehr gut aufgestellt und haben mit der vergangenen Saison gezeigt, dass wir bereit für den nächsten Schritt sind.

Welche Herausforderungen bringt die Arbeit als Sportlicher Leiter mit sich, die häufig unterschätzt werden?

Vor allem die Kommunikation. Ich telefoniere sehr viel und versuche intern sicherzustellen, dass alle Spielerinnen einen Ansprechpartner haben. Gleichzeitig geht es darum, Spielerinnen zu beobachten, Kontakte zu pflegen und neue Talente für Holstein zu gewinnen. Diese Koordination ist ein ständiger Balanceakt – gerade, weil Holstein nicht mein Hauptjob ist.

Die Mannschaft bleibt größtenteils zusammen und wird mit fünf Neuzugängen verstärkt. Wie bewertest du die personelle Situation?

Als ich im vergangenen Jahr kurzfristig die Sportliche Leitung übernommen habe, mussten wir mit einem sehr kleinen Kader von 22 Spielerinnen arbeiten. Deshalb war klar, dass wir in der Breite nachlegen müssen. Das ist uns gelungen. Vor allem auf der Torhüterinnen-Position hatten wir Handlungsbedarf und sind froh, unser Trio schon vor dem Saisonstart komplett zu haben. Außerdem wollten wir offensiv mehr Tempo, das Zentrum verstärken und in der Defensive mehr Alternativen schaffen. Ich bin überzeugt, dass wir für alle Positionen sehr gute Spielerinnen gewinnen konnten, und freue mich auf ihre Entwicklung bei Holstein.

Mit welcher Einstellung geht ihr in die neue Saison?

Unser erstes Ziel ist die Qualifikation für die 3. Liga. Gleichzeitig wollen wir wieder um die Meisterschaft mitspielen. Mit der Mannschaft, dem Trainerteam, unserem Staff und allen Mitarbeitenden im Hintergrund sind wir sehr gut aufgestellt. Die Favoritenrolle nehmen wir an und wollen ihr natürlich auch gerecht werden.

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