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Schleswig-Holsteins Fußballexpertin Nummer 1, Sabine Mammitzsch, sprach mit uns über den anstehenden LOTTO NORDCUP

Sabine Mammitzsch im Interview: Vorfreude auf LOTTO NORDCUP

Sabine Mammitzsch hat als Lehrerin für Sport und Mathematik sowie langjährige Mitarbeiterin beim SHFV und DFB viel Erfahrung in ihrem Leben sammeln können, die sie vor allem im Mädchen- und Frauenfußball weitergegeben hat. Das Fußballspielen hat die 66-Jährige allerdings erst spät für sich entdeckt, verbot der Deutsche Fußball-Bund doch das Kicken für die Frauen bis zum Jahre 1970. Mit Mitte 20 fand die damalige Sportstudentin den Weg zum VfB Union Teutonia Kiel – dem Frauenfußball blieb sie in unterschiedlichen Funktionen bis heute treu. Dementsprechend groß ist ihre Vorfreude auf das erstmals seit über zehn Jahren wieder stattfindende Hallenturnier in Kiel, dem LOTTO NORDCUP. Wir sprachen mit Sabine Mammitzsch über das Frauenfußball-Highlight am 11. Januar 2026 ab 10.45 Uhr in der Kieler Wunderino Arena.

Der Frauenfußball ist zurück in Kiel. Welche Emotionen verbinden Sie mit dem Comeback in der Wunderino Arena?

Sabine Mammitzsch: Ich freue mich total, weil ich auch noch den Nordcup damals im Kopf habe, bei dem 3.000 Zuschauer und Zuschauerinnen dabei waren. Ich bin voller Vorfreude, denn es ist eine große Wertschätzung für den Frauenfußball insgesamt und ein in Deutschland einmaliges Event. Darum hoffe ich auch auf möglichst viele Fans in der Halle.

Was hat sich in Schleswig-Holstein seit dem letzten NORDCUP im Jahr 2013 getan?

Sabine Mammitzsch: Seit der Europameisterschaft in England 2022 ist die Resonanz und Wertschätzung auch hierzulande eine völlig andere geworden. Das hat man auch schon ein Jahr später beim DFB-Pokal-Spiel zwischen den Holstein Women gegen Borussia Mönchengladbach gesehen, zu dem nahezu 2.500 Zuschauer kamen. Ich sehe in Kiel eine deutliche Nachhaltigkeit. Derzeit haben wir ja mit Kiel und Henstedt-Ulzburg zwei Spitzenteams in der Regionalliga Nord. Ich traue Holstein die 2. Bundesliga zu. Ob es schon in diesem Jahr klappt, das werden wir dann im Sommer sehen.

Bei der letzten Ausgabe des LOTTO NORDCUPS 2013 waren unsere Holstein Women um Tabea Lycke unter anderem gegen Frankfurts Nationalspielerin Babett Peter (re.) gefordert.

Sie hatten bereits Kontakt zu den teilnehmenden Vereinen des LOTTO NORDCUP. Konnten Sie da schon eine gewisse Vorfreude spüren?

Sabine Mammitzsch: Die Vorfreude, in dieser Halle spielen zu können, ist enorm. Das ist absolut einmalig. Da nicht aufgeregt zu sein, das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Der Frauenfußball befindet sich auf dem Vormarsch. Die Ausrichtung der EM 2029 ist ein großes Ziel und der DFB investiert langfristig in den Mädchen- und Frauenfußball. Wird der Stellenwert noch weiter wachsen?

Sabine Mammitzsch: Ich bin mir ganz sicher, dass es eine Weiterentwicklung geben wird – auch wirtschaftlich. Um der Abwanderung unserer Top-Spielerinnen nach England und in die USA entgegenzuwirken, muss investiert werden. Die Frauen-Bundesliga und auch die 2. Bundesliga werden sich weiter professionalisieren. Den Frauen ist es wichtig, dass Sie neben dem Fußball nicht mehr arbeiten müssen. Der Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist geebnet.

Sabine Mammitzsch, hier mit KSV-Präsident Steffen Schneekloth (Mi.) und dem kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Schwenke (re.), war auch bei unser großen Jubiläumsfeier zum 125. Vereinsgeburtstag im Oktober vergangenen Jahres zu Gast.

Kaum jemand hat den Frauenfußball in Schleswig-Holstein in den letzten 60 Jahren enger begleitet und geprägt als Sie. Hätten Sie sich zu Ihrer aktiven Zeit vorstellen können, dass hier im Handball-Tempel irgendwann einmal gegen den Ball getreten wird?

Sabine Mammitzsch: Geträumt habe ich davon immer, aber natürlich gab es sehr viel Widerstand in all den Jahren. Als beim WM-Finale in den USA 1999 über 90.000 Zuschauer live dabei waren, war das sicherlich ein Grund für Träumereien. Zuschauerträchtige Duelle in diesem Jahr vor fast 60.000 Fans wie bei Bayern München gegen Bayer Leverkusen oder beim Nordderby Hamburger SV gegen Werder Bremen zeigen uns deutlich, was auch in Deutschland möglich ist. Wir haben allen Grund, auf eine große Zukunft zu hoffen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Mammitzsch.

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