Am Mittwoch heißt es: Raus aus dem Ligaalltag, Flutlicht an und rein in den DFB-Pokal. Der VfB Stuttgart gastiert um 20:45 Uhr zum DFB-Pokal-Viertelfinale im Holstein-Stadion. Wir haben den Titelverteidiger unter die Lupe genommen.
Die zwischenzeitliche Achterbahnfahrt des VfB Stuttgarts scheint beendet zu sein, oder besser ausgedrückt: Die Schwaben befinden sich in den vergangenen Jahren auf dem mit Highlights gepflasterten Weg nach oben. Denn in dieser Saison ist der Vizemeister von 2024 wieder fester Bestandteil der Spitzengruppe in der Bundesliga.

In der abgelaufenen Saison konnte der VfB mit dem Triumph im DFB-Pokal seinen ersten großen Titel seit der Meisterschaft 2007 feiern. Zwischen diesen beiden Titeln war immer wieder das große Zittern um den Klassenerhalt angesagt. Zweimal musste der Gang in die zweite Liga angetreten werden. Einmal rettete sich Stuttgart in der 92. Minute des letzten Spieltags, ein weiteres Mal konnte man die Relegation gegen den Hamburger SV gewinnen.
Konstanz auf der Trainerbank
In die Relegation gegen den HSV im Jahr 2023 ist Stuttgart mit Sebastian Hoeneß als Trainer gegangen. Die Anstellung des Neffen von Uli Hoeneß sollte sich bezahlt machen. Der ehemalige Trainer im Nachwuchsbereich von RB Leipzig und des FC Bayern sowie der Hoffenheimer Profis führte den VfB in seiner ersten vollen Saison direkt zur Vizemeisterschaft und zur ersten Teilnahme im europäischen Geschäft seit der Saison 2012/13. Mit mittlerweile 130 Spielen steht der 43-Jährige bereits auf Platz vier der Trainerhistorie, in dieser Saison könnte er noch Felix Magath überholen. Zwar konnten seit 2000 Magath, VfB-Meistertrainer Armin Veh und Pellegrino Matarazzo ähnlich lange Amtszeiten wie Hoeneß vorweisen, dennoch hatten in diesem Jahrtausend bereits 30 Trainer auf der Stuttgarter Bank Platz genommen – der dritthöchste Wert aller Bundesligavereine.


Lange Wartezeit bis zum vierten Pokal-Triumph
Das wohl größte Highlight in den vergangenen Jahren dürfte zweifelsohne der Triumph am 24. Mai 2025 im Berliner Olympiastadion gegen den damaligen Drittliga-Meister Arminia Bielefeld gewesen sein. Nach etwas mehr als einer Stunde führte die Mannschaft mit dem traditionellen roten Brustring mit 4:0. Bielefeld verkürzte noch mit zwei späten Toren, richtig Spannung sollte aber nicht mehr aufkommen. Der dritte und zuvor letzte Pokalgewinn gelang Stuttgart im Jahr 1997 mit 2:0 gegen den FC Energie Cottbus, der als Regionalligist das Finale erreicht hatte. Zwischen den Titeln standen die Schwaben zweimal im Endspiel, verloren aber 2007 gegen den 1. FC Nürnberg nach Verlängerung mit 2:3 und verpassten so das Double. In der Saison 2012/13 unterlag der VfB ebenfalls mit 2:3 den Triple-Bayern.
Die Mission Titelverteidigung startete in der aktuellen Spielzeit mühsam: In Braunschweig stand es 4:4 nach 120 Minuten Pokalfight, im Elfmeterschießen setzte sich der VfB dann mit 7:6 durch. Die Spiele in den folgenden Runden gestalteten die Landeshauptstädter schließlich souveräner und gewannen in Mainz und Bochum mit jeweils 2:0.
Positive Bilanz gegen den VfB
Die Bilanz unserer Störche gegen den fünffachen Deutschen Meister und vierfachen Pokalsieger ist – und das darf gerne so bleiben – positiv. Holstein gewann drei der insgesamt sechs Pflichtspiele, der VfB siegte zweimal. Das einzige Remis war zugleich das letzte Duell der beiden Klubs. In der vergangenen Saison behielten die Störche beim 2:2-Remis einen Punkt zu Hause.

