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Ex-Störche im Anflug: Preußen Münster unter der Lupe

Ostern ist stets ein willkommener Anlass, um zur Familie und in die Heimat zurückzukehren. Daher hätte die Begegnung unserer Störche mit Preußen Münster kaum zu einem besseren Zeitpunkt als am Ostersonntag, dem 5. April, stattfinden können. Schließlich bringt der Gegner aus dem Münsterland einige ehemalige Holsteiner mit an die Förde. Auch ein neuer Trainer wird, wenn es um 13:30 Uhr losgeht, an Preußens Seitenlinie stehen. Wir haben die den kommenden Gegner genauer unter die Lupe genommen. 

Die Westfalen bestreiten derzeit ihre zweite Saison nach der Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus. Zuvor waren die Adlerträger 33 Jahre nicht mehr zweitklassig unterwegs gewesen. Duelle mit unseren Störchen gab es dennoch zahlreiche. Insgesamt trafen die beiden Klubs bislang 25-mal aufeinander. Das spektakulärste Duell bislang war ohne Zweifel der 6:4-Sieg der Preußen in der drittklassigen Regionalliga Nord am 8. September 2002. Damals hatte Holstein nach einem zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand und einer rauschhaften Aufholjagd kurz vor dem Ende sogar den Führungstreffer durch den Polen Marek Trejgis zum 5:4 auf dem Fuß – um dann am Ende doch noch durch zwei späte Gegentreffer in der Schlussminute mit 4:6 den Kürzeren zu ziehen. Die beiden höchsten Heimsiege gegen die Preußen konnte Holstein mit jeweils 3:0 am 8. Februar 2014 in der 3. Liga sowie am 9. August 1979 in der 2. Liga Nord landen. 

In unserer Rubrik “Geschichte und Geschichten” blicken wir auf ein Duell vom 18. Februar 2006.

Axel Möller artistisch beim deutlichen Heimsieg gegen Preußen Münster im August 1979.
Matthias Rose (Mi.) und Petr Maslej (2. v. re.) kassierten am 8 September 2002 eine herbe 4:6-Niederlage im Münsteraner Preußenstadion.

Durch den knappen Sieg im Hinspiel dieser Saison hatte sich Münster einen Vorteil in der Gesamtbilanz erspielt. Insgesamt war Preußen zehnmal siegreich, neunmal Holstein. Auswärtssiege der Münsteraner sind in diesem Duell eine Seltenheit: Nur einmal in zwölf Anläufen gewann der Sportclub in Kiel. Auch in dieser Spielzeit können die Adlerträger auf fremdem Rasen nicht allzu viel Gefahr ausstrahlen und stehen auf dem vorletzten Platz der Auswärtstabelle.   

Trotz dieser schwachen Ausbeute bei Gastspielen war es erst kürzlich ein Sieg bei Eintracht Braunschweig, durch den neue Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft wurde. Die darauffolgenden teils deutlichen Niederlagen kosteten Trainer Alexander Ende dann aber den Job. In der Länderspielpause übernahm mit Alois Schwartz ein erfahrener Mann das Ruder in Münster. Der SC Preußen ist bereits der zehnte Verein, den der 59-Jährige betreut. In seinen 623 Pflichtspielen als Trainer – knapp ein Drittel davon in der 2. Bundesliga – weist er einen Schnitt von 1,48 Punkten auf. Zuletzt coachte Schwartz den 1. FC Saarbrücken. In der Vorsaison scheiterte das Aufstiegsvorhaben der Saarländer äußerst knapp in der Zweitliga-Relegation gegen Eintracht Braunschweig. Sein Debüt als Münster-Trainer wird er indes gegen unsere Störche bestreiten, gegen die seine persönliche Bilanz verhalten ausfällt. Als Coach des Karlsruher SC, des SV Sandhausen und von Hansa Rostock traf Schwartz sieben Mal auf Holstein und konnte nur mit dem SVS eines der Spiele gewinnen. 

In Braunschweig feierte Münster einen seltenen, aber umso wichtigeren Auswärtssieg (Foto: DFL/Getty Images/Fabio Deinert).
Das letzte Aufeinandertreffen von Alois Schwartz – damals bei Rostock – und Holstein endete mit 3:1 für unsere Störche.

Willkommen zurück!

Sechs Spieler im Gästekader haben allesamt eine Vergangenheit bei unserer KSV Holstein. Dabei waren Marvin Schulz, Joshua Mees und Mikkel Kirkeskov Teil unserer Bundesliga-Aufstiegsmannschaft. Während Schulz im Oberhaus noch zwölfmal im KSV-Trikot auflief, waren die beiden zuletzt Genannten schon im Sommer 2024 aus Kiel nach Münster gewechselt. Darüber hinaus lief Marcel Benger schon für unsere Profis auf. Für unsere Jungstörche waren die heutigen Münsteraner Profis Niko Koulis in der U23 und Torge Peatow in der U17 und U19 im Einsatz. Zudem leitet mit Jan Uphues ein langjähriger KSV-Funktionär – zuletzt Direktor Lizenzfußball – die sportlichen Geschicke des SCP. Nach dem Hinspiel hat es bereits ein weiteres Wiedersehen mit den alten Weggefährten gegeben. Ebenfalls im Winter-Trainingslager in Südspanien hatten es sich die Ex-Holsteiner nicht nehmen lassen, beim Testspiel unserer Störche gegen Servette FC vorbeizuschauen. 

Zwei aktuelle Holsteiner haben ebenfalls Preußen Münster in ihrem Lebenslauf stehen. Unser Co-Trainer Dirk Bremser absolvierte 84 Spiele für den Sportclub und stieg 1988 mit ihm in die 2. Bundesliga auf. Phil Harres trug ebenso schon das Münster-Trikot, in der U17 lief er in einer Saison gemeinsam mit Preußens derzeitigem Stamm-Rechtsverteidiger Jano ter Horst auf. 

In der Aufstiegssaison noch Teamkollegen, am Sonntag Gegenspieler: Mikkel Kirkeskov (li.) und Timon Weiner.
Bereits im Zuge des Wintertrainingslagers in Spanien gab es ein Wiedersehen
mit den Ex-Störchen Marvin Schulz (hinten li.) und Mikkel Kirkeskov (vorne li.).

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